6 Tipps zum Kita-Start | Kindergarten ohne Eingewöhnung und Stress

Laura / 02.05.2019          

Auf Instagram werde ich sehr häufig gefragt, wie denn unsere Eingewöhnung verlief. Wir haben uns bewusst für eine Betreuung mit drei Jahren entschieden und werden den selben erfolgreichen Weg auch mit unserem zweiten Kind gehen. Unsere Eingewöhnung war kurz: Drei Tage hospitieren, dann kam unser Familienurlaub und direkt danach der Kindergartenstart. Aber wie kam es dazu, dass wir gar keine richtige Eingewöhnung benötigten, obwohl unser Sohn noch nie fremdbetreut wurde?

Wurzeln geben: Wachsen und Gedeihen ohne Krippe

Uns war schon vor der Geburt unserer Kinder klar: Fremdbetreuung wird es bei uns erst ab dem Kindergartenalter geben. Mein Mann und ich sind nämlich sehr ähnlich und bedürfnisorientiert aufgewachsen und haben den Kindergarten erst mit drei und vier Jahren besucht.

Wir haben nun bereits zwei erste Geburtstage als Eltern hinter uns bringen können und waren schnell der selben Meinung. Beide Kinder sind unterschiedlicher Natur und trotzdem war uns bei beiden bewusst: Ein Kind im Alter von 12 Monaten ist ein Baby. Da finanziell alles gut gepasst hat, haben wir uns entschieden, unsere Kinder bis zum Kindergartenalter zu Hause zu betreuen.

Die Zeit ohne Krippe

In unserem Umfeld wurde pünktlich zum ersten Geburtstag die Eingewöhnung gestartet. Bis heute bin ich dankbar dafür, dass unsere engen Freunde sich wie wir entschieden und wir ein sehr positives Feedback unserer Eltern erhalten hatten. Der Druck sein Kind so früh wie möglich betreuen zu lassen ist enorm und wer will als Erstlingsmutter schon gerne auffallen? Natürlich wurde auch von Bekannten und im Netz kritisiert aber ich wusste: Für uns wird es der richtige Weg sein, was sich auch bewahrheitet hat.

Wir haben die Zeit zu Hause sehr eng verbracht. Die ersten Schritte, die ersten Worte, das sauber werden und sehr viel Selbstbewusstsein – Alles haben wir miterlebt und mitgegeben.

Flügel verleihen: Kindergarten ohne Eingewöhnung

Zeitlicher Ablauf:

  • Kindergartenführung ein Jahr zufuhr
  • drei Tage hospitieren, jeweils eine Stunde mit uns (Mama und Baby)
  • zwei Wochen Familienurlaub
  • Kindergartenstart

Ich war komplett unerfahren und wusste nicht wie so ein Start im Kindergarten abläuft. Im Internet und von Bekannten habe ich immer unglaubliche Horrorgeschichten gehört. Bereits ein Jahr zuvor haben wir eine Führung in unserem Wunschkindergarten gemacht und waren uns sofort sicher, dass dies unser Kindergarten sein wird. Ich selbst habe dort meine Kindergartenzeit verbracht und hatte ausschließlich positive Erinnerungen an die Einrichtung. Als wir dann die Zusage von der Stadt erhielten machten wir sofort ein paar Tage am Telefon aus, um im Kindergarten zu hospitieren.

Hospitation im Kindergarten

Wir hatten uns dazu entschlossen drei Tage den Kindergarten ganz ungezwungen kennenzulernen. Wir durften eine Stunde am Alltagsgeschehen teilnehmen und unser Kind an die neue Situation gewöhnen. Entweder würden diese Tage perfekt werden und er würde uns kaum beachten oder es würde eine reine Katastrophe. Es lief super und ich musste mich sogar abseits der Gruppe aufhalten, da er gerne alleine mit den anderen Kindern Zeit verbringen wollte. Etwas emotionaler wurde es beim Abschied, denn die Zeit hat ihm so gut gefallen, dass er am liebsten noch länger dort geblieben wäre. Danach ging es für uns in den Sommerurlaub.

Die Eingewöhnung zusammen meistern

Der Tag der Tage kam. Wir haben uns gemeinsam ein schönes erstes Kindergarten Outfit ausgesucht, er durfte sein ganz spezielles und besonderes Kuscheltier mitnehmen und wir haben sein Brot zusammen geschmiert und in seinen Kindergartenrucksack getan. Vor dem Kindergarten habe ich sein erstes Foto als Kindergartenkind geschossen und dann sind wir zusammen rein ins Geschehen. Wie gehts weiter? Ganz einfach: Ich habe meinen kleinen Jungen die Hausschuhe angezogen und ihn an der Gruppentür verabschiedet. That’s it. Mehr nicht.

Soll ich noch mit rein kommen? Nein, wir schauen mal wie es wird und sollte es Probleme geben, rufen wir an.

Ich fuhr nach Hause und wartete auf einen Anruf, der aber nie kam. Ich holte ihn pünktlich ab und alles war gut. Er wollte sogar gar nicht nach Hause. Die Atmosphäre, die Gruppendynamik und das dies sein Ort ist hat ihm so gut gefallen, dass er am liebsten noch länger dort geblieben wäre.

Eingewöhnen ohne Eingewöhnung

Schon öfter habe ich davon gehört, jedoch eher in der Krippe. Da sehe ich das Thema aber mit gemischten Gefühlen. Für ein Baby sind die Bezugspersonen existentiell und normalerweise sollte eine Eingewöhnung in eine Krippe auf keinen Fall so ablaufen wie unsere mit drei Jahren. Es sollte auch niemand stolz darauf sein, dass sein 12 Monate altes Baby keinerlei Interesse an seinen Eltern zeigt.

Mit drei Jahren reden wir jedoch schon von einem Kleinkind. Man kann mit einem Kind ganz anders agieren als mit einem Baby und dieses auf den neuen Abschnitt im Leben vorbereiten.

Tipps für die Eingewöhnung

1. Gemeinsamer Kindergarten Besuch

Bevor es zum Hospitieren kommt, solltet Ihr einmal den Kindergarten gemeinsam mit Eurem Kind besichtigen. Ihr könnt in der Zeit schauen, ob der Kindergarten zu Euch passt und das Kind ein wenig an die Situation heran führen

2. Hospitation im Kindergarten

Geht ein paar Tage zusammen mit dem Kind für eine Stunde in die spätere Kindergartengruppe. Das Kind lernt die Einrichtung, die Erzieher und die Kinder schon einmal kennen und fühlt sich sicherer.

3. Gemeinsam auf den Kindergarten vorbereiten

Zeigt Eurem Kind Fotos aus Eurer Kindergartenzeit. Erklärt Eurem Kind, dass man in der Einrichtung viele neue Menschen kennenlernt, bastelt, spielt, lernt und erlebt. Sucht gemeinsam eine schöne Brotdose aus und den passenden Rucksack – Bezieht Eure Kinder in diesen neuen Abschnitt so gut es geht mit ein. Bei uns gab es zum Kindergartenstart noch sein Wunschkuscheltier von Steiff, welches ihm den Start sehr erleichtert hat.

4. Verabschiedet Euch und haltet Versprechen ein

Ein großer Pluspunkt: Euer Kind muss Euch vertrauen. Wenn Euer Kind schon von zu Hause weiß, dass Ihr Absprachen und Versprechen einhaltet, ist das Vertrauen groß und Euer Kind weiß, dass Ihr wiederkommt, um es abzuholen.

Genauso wichtig ist auch das richtige Verabschieden. Euer Kind muss wissen, dass Ihr den Kindergarten verlasst und wann Ihr wiederkommt. Solltet Ihr Euch davon schleichen, ist Eurer Kind komplett überfordert und bekommt wohlmöglich Angst.

5. Regelmäßigkeit für die Routine

Die ersten Wochen würde ich regelmäßig den Kindergarten besuchen, damit der Aufenthalt zur Routine wird. Natürlich kann später gerne mal ab und zu gefehlt werden, doch gerade in den ersten Wochen ist eine Regelmäßigkeit wichtig, damit das Kind komplett ankommen kann.

6. Ein gutes Kindergartenkonzept und fähige Erzieher

Wenn wir ehrlich sind kommt eine gute Eingewöhnung auch sehr auf das Konzept des Kindergartens und das Einfühlungsvermögen der Erzieher und Praktikanten an. Wenn Kinder herzlich empfangen werden und sich direkt wohlfühlen steht einem erfolgreichen Start in die Kindergartenzeit nichts im Weg.


Wie war Eure Eingewöhnung – Ging sie eventuell genauso schnell wie bei uns oder musstet Ihr etwas mehr Zeit investieren? Würdet Ihr es genauso wieder machen oder habt Ihr noch weitere Tipps?

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