Laura / 17.06.2018 / Familienleben / Family / Schwangerschaft
      

Keine Angst vor dem zweiten Kind | Unsere Geschwister Umstellung

         

„Du wirst dich noch umgucken, mit zwei Kindern wird es erst richtig anstrengend.“ Solche oder so ähnliche Aussagen musste ich mir in meiner zweiten Schwangerschaft öfter anhören. Ich habe den Worten viel glauben geschenkt, da man unseren ersten Sohn schon Richtung „high Need“ bezeichnen konnte. Zwei von der Sorte hätten eine explosive Mischung werden können. Genau, können, denn es ist alles ganz anders gekommen.

Eifersucht unter Geschwistern

Ich werde schon immer als eifersüchtiges Kind dargestellt. Umso grösser war die Sorge, dass A nicht wirklich erfreut über den neuen Erdenbewohner sein würde. A und ich gleichen uns wie Klone. Mein Sohn hat nämlich, neben meinen guten Eigenschaften, auch alle meine schlechten Angewohnheiten geerbt. Gefasst war ich auf alles und deshalb besorgten wir vorsichtshalber eine kleine Babypuppe zum Spielen, quasi ein Geschwistergeschenk. Der Tag der Geburt kam und seit dem ersten Augenblick bestand Geschwisterliebe. Küsse hier, Kuscheln da. Die ersten Tage schlief ein frisch geborener M öfter in den Armen seines Bruders ein. Heute geht das leider nicht mehr, da M in Windeseile von einem Minibaby zu einem Möpschen herangewachsen ist. M schaut mit seinen vier Monaten gespannt zu, bei allem was sein großer Bruder macht. Er strahlt wenn er ihn sieht und liebt es von ihm unterhalten zu werden.

Zwei Kinder in den Schlaf begleiten

Hier bestand meine größte Sorge: Wie zum Teufel soll ich zwei kleine Kinder gleichzeitig in den Schlaf begleiten? A ist extrem kuschlig und klein M braucht die ersten Monate einen Platz direkt an meiner Brust. Die erste Woche konnten wir klasse überbrücken – Papa war da und hat A zum Schlafen gebracht. Es näherten sich danach Tage, die ich allein bewältigen musste. Zu meiner Überraschung hat es wie von alleine geklappt. M schlief direkt an meiner Brust ein und A lag hinter ihm, Hand in Hand mit mir. So schlafen wir seitdem täglich ein – Außer der Kleine schafft es alleine den Weg in den Schlaf zu finden, dann ist Mama-A-Zeit.

Kleinkind und Baby-Stillzeit

Ganz oft wurde mir gesagt, dass ein großes Kind meist nicht damit klar kommt, dass das Geschwisterbaby gestillt werden muss. Auch hier hatten wir gar keine Probleme. Wenn ich stille kuschelt der Große sich an mich ran oder ich lese ihm vor. Oftmals interessiert er sich gar nicht für den Vorgang. Er weiß, dass es die Nahrungsquelle für M ist und hat damit keine Probleme. A hat sich damals nach 23 Monaten inniger Stillbeziehung abgestillt und hat auch nach Ms Geburt kein Interesse wieder mit dem Stillen zu beginnen.

Wenn es mal knatscht

Das es wirklich mal zu Reiberein unter den beiden kommt ist selten. Entweder ist der Große so müde, dass ich M weglegen muss. Dies wird ganz klar lautstark eingefordert. Oder klein M ist genervt und eingeengt von seinem Bruder, dass er ihn lautstark und mit Schlägen vertreibt. Von Eifersucht können wir da nicht reden, eher geht es um Bedürfnisse, die befriedigt werden müssen.

Eine Sorge hat sich bewahrheitet

Vor einer Sache hatte ich extrem Angst: Weniger Zeit mit meinem großen Schatz zu verbringen. Klar, er ist immer dabei aber halt nicht jede Sekunde der Mittelpunkt unserer Familie. M hat auch Bedürfnisse, welche meist lautstark eingefordert wird. Ein Baby kann nicht warten bis es Essen und Trinken bekommt, ein Baby ist müde wenn es müde ist. Trotzdem versuchen wir in schwierigen Situationen einen kühlen Kopf zu bewahren – Auch wenn es einem sehr schwer fällt.

Unser Großer ist immer der Erste, der morgens fertig gemacht wird. Er wird frisch gemacht, umgezogen und bekommt Frühstück. Erst danach ist der Kleine dran. Er hat natürlich etwas mehr Zeit mit mir, da neben der morgendlichen Hygiene noch gestillt wird. Eins war und ist uns immer wichtig: Jemand der sein Zeit einfordert bekommt sie auch. Ansonsten probieren wir immer jedem der Kinder gleich viel Aufmerksamkeit zu schenken.

Eins muss man jedoch bedenken: Wir haben in unserem zweiten Kind einen sehr ausgeglichenen Sohn. Er schläft durch, er hat keine Koliken und er ist einfach sehr entspannt. Einmal etwas länger warten oder von seinem geliebten Bruder etwas grober angefasst zu werden, da geht bei ihm keine Welt unter.

Die neue Mutterrolle

Wie es mir als Mutter damit geht? Die ersten Wochen waren mehr als entspannt. Der Kleine hat viel geschlafen und brauchte nur Zuneigung über das Tragen oder Stillen. Wir haben unser Wochenbett auf dem Sofa zu dritt verbracht. Nun mit fast 5 Monaten ist klein M sehr aktiv. Er will überall dabei sein, am aller liebsten mit seinem großen Bruder spielen und sich durch das ganze Haus rollen. Es ist natürlich nicht mehr so entspannt wie am Anfang, jedoch immer noch machbar. Ich habe wenig Zeit für mich, was mir aber in dem Moment wenig ausmacht – ganz ehrlich: Ich habe einen fast Dreijährigen, der zu Hause betreut wird, ein Haus (welches gerade mitten im Umbau steckt), einen Job und einen Säugling und bekomme es trotzdem unter einen Hut.

A wird nun bald in den Kindergarten gehen und das heißt gleichzeitig, dass ich beruflich und für mich persönlich mehr Zeit haben werde. Von vielen kommt der Einwand, dass ich mein Augenmerk dann noch ein mehr auf M legen könnte. Dafür benötige ich jedoch nicht mehr Zeit, denn die Kinder sind hier eindeutig der Mittelpunkt unserer Familie und sie bekommen die Aufmerksamkeit, die sie brauchen – manchmal vielleicht sogar etwas zu viel. Neben den Charaktereigenschaften der Kinder kommt es auch auf unsere Einstellung als Frauen und Mütter an. Ich bin ein Mensch, dem es klar ist, dass Mutterschaft die ersten Jahre mit Selbstaufgabe gleichzusetzen ist. Mir macht das nichts aus. Meine Kinder sind entspannt, verstehen sich und selbst kritische Situationen, in denen man fast die Beherrschung verliert, können gemeistert werden.

 

Was die größte Umstellung für mich als zweifach Mutter war? Ich habe weniger Zeit für mich und meinen Job (naja, normalweise ist man ja noch in Elternzeit), jedoch habe ich doppelt so viel Liebe zu geben. Und könnt Ihr Euch vorstellen wie schön diese Geschwisterliebe ist? Das lässt so einige stressige Momente ausblenden.

 

Wie habt Ihr den Umstellung erlebt? Ich freue mich auf Eure Kommentare.

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2 Gedanken zu „Keine Angst vor dem zweiten Kind | Unsere Geschwister Umstellung“

  1. Bettina sagt:

    So schön wie hier Laura ehrlich und offen ist! Sehr entzückender Bericht! Danke fürs teilen.

    1. Laura sagt:

      Vielen lieben Dank liebe Bettina <3

          

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