Angst ums Baby | Wenn die Schwangerschaft alles andere als rosig ist

29. März 2018

Eine Schwangerschaft ist einer der schönsten Lebensabschnitte im Leben einer Frau oder zumindest dachte ich, dass es so sein sollte. Leider wurde ich eines besseren belehrt und eine meiner größten Ängste, dass etwas schief gehen könnte, wurde leider Realität.

Ca. ein Jahr nach unserer Hochzeit beschlossen mein Mann und ich, dass wir genügend schöne Zweisamkeit hatten und es nun an der Zeit war den nächsten Schritt zu gehen und eine Familie zu gründen. Als ich dann schwanger wurde, waren wir mehr als glücklich und außer leichter Übelkeit hatte ich keinerlei Beschwerden, daher planten wir noch einen Urlaub in der 24. Schwangerschaftswoche nach Abu Dhabi.

4 Tage vor Abflug habe ich Abends plötzlich bemerkt, dass mein Bauch sich merkwürdig zusammen krampfte, allerdings schmerzlos, darum haben wir es als kleine Übungswehen abgetan. Nachdem diese aber dann am Tag darauf nicht aufhörten, beauftragte mich meine Hebamme damit Magnesium zu nehmen, mich auszuruhen und bei nicht Besserung das Krankenhaus aufzusuchen. Während mein Schatz das Kinderbettchen aufgebaut hatte, versuchte ich mich auszuruhen, wurde aber immer unruhiger und beschloss doch ins Krankenhaus zu fahren. Allerdings mit dem Gedanken, dass ich wohl mehr Magnesium verschrieben bekomme und danach wieder nach Hause geschickt werde.

Als ich das Gesicht der Ärztin während des Ultraschalls sah, wurde mir schlagartig klar, dass es wohl schlimmer ist, als erwartet. Diagnose: Trichterförmig geöffnete Zervix mit Fruchtblasenprolabs. Auf dem Bildschirm sah man deutlich den Fuß meiner Maus, der die Fruchblase in den Gebärmutterhals schob. Das Gefühl als die Ärzte uns erklärten, was dies bedeutete, werde ich niemals vergessen – eine Welt brach zusammen. Von diesem Zeitpunkt an bekam ich Antibiotika-Infusionen gegen eine eventuelle Infektion, Wehenhemmer gegen die Wehen, Lungenreifespritzen für mein ungeborenes Kind, Aufklärungen von Kinder- und Frauenärzten, was die nächsten Schritte seien und was es bedeuten würde, sollte mein Kind in der 24. Woche auf die Welt kommen. Die Wahrscheinlichkeit, dass es sterben würde oder wenn es überlebt schlimmste Schäden davon tragen könnte, war sehr hoch.

Die folgenden Tage wurden damit verbracht meine Entzündungswerte zu checken und die Lungenreife abzuschließen, mit der anschließenden Entscheidung einen Versuch zu wagen die Zervix mit Hilfe einer Cerclage zu verschließen. Gefahr der Cerclage war jedoch, dass die Fruchblase platzen und meine Tochter sofort auf die Welt kommen könnte, da sie die Blase zurückdrängen mussten um die Zervix zu verschließen. Nach einem erneuten Ultraschall bekamen wir die Empfehlung diesen Versuch zu unternehmen, da der Trichter mittlerweile größer war und es nur eine Frage von Tagen wäre, bis sie kommen würde.

Auf den Weg in den OP konnte ich nichts als weinen und die Angst, es könnte etwas schief gehen, stieg ins unermessliche. Umringt von Kinderärzten wurde die Cerclage gelegt und diese 15 Minuten waren wahrscheinlich die längsten meines Lebens bisher. Die Angst es könnte plötzlich Panik im Saal ausbrechen war riesig, jedoch hatte ich Glück: alles lief gut. Das Schlimmste war vorerst überstanden. Täglich wurden meine Entzündungswerte kontrolliert, wäre etwas auffälliges gefunden worden, hätte die Cerclage wieder geöffnet werden müssen. Meine Wehen wurde ich bis Ende der Schwangerschaft nicht mehr los, aber daran konnte ich mich gewöhnen. Von da an lag ich fast 5 Wochen im Krankenhaus und musste mich schonen. Das höchste der Gefühle waren Zähneputzen und duschen gehen, den Rest verbrachte ich in meinem Bett. Ich war dankbar für meinen Mann, der täglich morgens zum Frühstück und Abends zum Abendessen vorbeikam und dies Tag für Tag.

In der 30. Woche wurde ich endlich entlassen mit der Anweisung mit so viel wie möglich zu schonen. Die Ärzte prophezeiten mir, dass mein Kind wohl eine Frühgeburt werden würde, aber da wir die 30. Schwangerschaftswoche erreicht hatten, waren wir über dem Berg. In der 38. Woche wurde die Cerclage geöffnet und ich bekam mein Baby am ursprünglich errechnetem Termin. Wir waren mehr als überglücklich als wir nach einer tollen Geburt unsere gesunde Tochter in den Armen hielten. Sie ist das Beste das uns je passiert ist bisher und sind froh die schwere Zeit überstanden zu haben.

Ich hatte immer Angst, dass etwas während der Schwangerschaft schief gehen könnte, wurde aber von allen Seiten immer beruhigt, dass dem sicher nicht so sei und alles gut gehe. Dass es aber doch so kommen sollte war für mich, für uns, ein riesen Schock. Was mich noch mehr traf, war meinen Mann weinen zu sehen. Der Mann, der immer der starke Halt an meiner Seite war, war auf einmal auch einfach hilflos. Noch heute fällt es mir schwer darüber zu sprechen, aber mittlerweile immerhin ohne, dass mir sofort die Tränen kommen. Ich bin mehr als froh, dass damals alles gut ausging und wir mit einem Schrecken davon kamen und letztendlich ein gesundes Mädchen in den Händen hielten.

Mehr zur Autorin Doris findet Ihr auf Instagram unter den Namen _myloveandbeyond_ und auf ihrem Blog MY CUTIE PIE.


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