Laura / 16.09.2018 / Familienleben / Family
      

Weshalb viele Promi-Influencer ein falsches Mutterbild vermitteln

         

Ausgang dieses Blogbeitrags ist ein Disbut zwischen einer großen Influencerprominenz und mir auf Instagram. Leider wurde meine kontruktive Kritik, welche sachlich war und zum Nachdenken anregen sollte gelöscht und ich wurde wortlos blockiert. Da gerade kleine Promibabys auf Instagram aus dem Boden schießen und die Damen in den seltensten Fällen über ihr Handeln nachdenken, brannte es mir in den Fingern diesen Beitrag zu schreiben. In diesem Beitrag soll keine Hetze betrieben werden, aus dem Grund wird keine Person namentlich erwähnt.

 

Schon früher waren Stars Eltern, jedoch hatte man keinen großen Kontakt zu ihnen. Näher als durch Fernsehbeiträge und Zeitungsartikel konnten wir den vermeidlichen Vorbildern nicht kommen. Wie leben die Prominenten, wie sieht ihr Alltag aus und ganz wichtig für uns Eltern: Wie meistern sie Karriere und Kind? Heute sieht das nämlich ganz anders aus. Die TV und Social Media Sternchen sind unglaublich nahbar und das macht den Reiz der Nachahmung sehr hoch. Irgendwie ist die Person in den Instagramstories nicht nur eine extrem erfolgreiche Person, die kostenlos Produkte testen darf und um die Welt jettet. Nein, sie ist außerdem Mutter. Eine Mutter, die von Hunderttausenden gefeiert und verehrt wird. Unternehmen reißen sich darum mit dieser Person zusammen arbeiten zu können. So sieht doch das perfekte Mutterleben aus, nicht wahr?

Vorbildfunktion, was ist das?

Vorbilder sind etwas tolles. Man wird für Reiseziele, Make-Up, Kleidung und einen ganzen Lebensstil inspiriert. Meist oberflächlich aber Social Media darf auch in vielen Punkten nur zum Abschalten präsent sein. Viele der Sternchen sind in meinem Alter. Ich bin mit ihnen gewachsen, habe sie als inspirierend empfunden. Meist bin ich jedoch nach meiner ersten Schwangerschaft gegangen. Die Zeit mich nur mit Kaufempfehlungen zum drießigsten ähnlichen Kleid zu beschäftigen war einfach als Mutter nicht mehr da. Jedoch war ich immer wieder voller Freude, wenn die ersten Prominenten endlich schwanger wurden. Es gab ein neues Abo und ich war mehr als gespannt in welche Richtung diese Damen sich entwickeln.

 

„Ich persönlich merke immer was für eine Frau jemand wirklich ist, wenn sie das Glück der Mutterschaft erlebt.

Manche überraschen einen postitiv, andere negativ.“

 

Ist das noch Mutterschaft?

Natürliche Geburt? Nein, danke. Wochenbett? Gibt es nicht. Stillen? Wird nicht praktiziert. Familienbett? Brauchen wir nicht. Was aber immer vermittelt wird: Emanzipation.  Besser gesagt, alle Entscheidungen werden unter dem Deckmantel der Emanzipation gerechtfertigt. Da gibt es vermeitliche Vorbilder, die extra einen Wunschkaiserschnitt haben, damit sie wieder auf der Bühne stehen können. Damen, die ihren Säugling Ohrlöcher stechen,, „weil es in der Kultur eben normal ist“. Mütter, die ihr paar Monate altes Baby eine Woche bei der Oma abgeben. Frauen, die sich nach wenigen Tagen mit Wein und Pre-Milch fotografieren, anstatt das Wochenbett und Stillen zu genießen. Stars, die nach wenigen Monaten wieder vor der Nachrichtenkamera stehen anstatt die Elternzeit zu genießen. Moderatoren, die in Sendungen sagen, dass ein Wunschkaiserschnitt gesünder für Mutter und Baby wären. Weltblogger, die jedes Event ohne Baby mitnehmen und das in der Wochenbettzeit.

Würden diese, in meinen Augen negativen Dinge, von meiner Nachbarin praktiziert werden – Who cares? Man kann nicht alle Kinder retten, aber in dem Fall geht es mich einfach nichts an. Sie hat höchstens in ihrer Familie eine Vorbildfunktion. Ich würde sie nicht mögen und mich damit nicht weiter beschäftigen. Aber Influencer-Promis haben durch ihre Reichweite unglaublich viel Verantwortung. Verantwortung die anscheinend vielen Menschen nicht bewusst ist. Denn nicht nur das neue fancy Kleid wird nachgekauft, sondern es werden sich außerdem Verhalten und Erziehungsstile abgeschaut.

Nur Kinder lassen sich beeinflussen, richtig?

In meiner Abizeit kann ich mich an eine Aussage einer Promidame erinnern, die vor einigen Monaten zu Gast in der VOX Sendung „6 Mütter“ war. Diese Dame hat damals davon berichtet, dass ein Kaiserschnitt das allerbeste sei. Wieso sollte man sich ernsthaft diesen mitteralterlichen Methoden der Geburt aussetzen, wenn es doch so einfach sein kann? Ich habe mir damals diese Worte sehr zu Herzen genommen. Damals, als es noch kein Social Media in dieser Größenordnung gab. Heute hängt man den Prominenten an den Lippen und saugt ihre Mutterrolle auf. Vielleicht möchte ich genauso werden? Vielleicht hat diese Frau Recht? Ich war nie ein Fan der besagten Dame, trotzdem haben sich ihre Worte in meinen Kopf gebrannt. Es hat nämlich nichts mit dem Bildungsstatus zu tun, ob man solche Worte auf die Goldwaage legt. Als junger Mensch hat man nicht die Erfahrungen und kann über den Tellerrand blicken um die Situation richtig einschätzen zu können. Erwachsene und gerade Prominente haben eine Vorbildfunktion und leider glaubt man in jungen Jahren und kinderlos eher dem Influencer, welcher mit einer Millionen Follower glänzt, als der netten Nachbarin, die sich liebevoll um ihre Kinder kümmert.

Habe ich das Recht andere zu Verurteilen?

Jein. Jedoch können wir doch nicht weiterhin diese Art der Darstellung von Mutterschaft feiern. Wir stehen an der Seite und applaudieren Müttern zu, die nach wenigen Wochen wieder durch die Weltgeschichte tingeln, als ob es gar kein Kind geben würde. Leider ist es soweit gekommen, dass man als Frau keine andere Frau in ihrer Mutterrolle kritisieren darf. Weshalb? Warum darf die Mutter alles tun, ohne Rücksicht auf den Nachwuchs zu nehmen?

Niemand fragt das Kind, ob es per Wunschkaiserschnitt auf die Welt kommen will, ob es wie ein Haustier durch alle Hände gereicht werden möchte, ob es am allerliebsten bei der Mama im Arm einschlafen will, ob es an der Mutterbrust trinken möchte. Das Neugeborene hat keinerlei Rechte, solange es der Mutter mit ihrer Entscheidung gut geht. Die Mutter will sich dann eben unter dem Deckmantel der Emanzipation verwirklichen – Wow, was für eine klasse Powerfrau. Frauen, die sich die ersten wichtigen Jahre um das Kind kümmern werden als übertriebene Hilikoptermütter abgestempelt. Frauen, die niemals mehr zurück ins Berufsleben finden und später keinerlei Rente empfangen werden. Altersarmut Halleluja. Parolen die immer wieder geschwungen werden ohne mal refektiert nachzudenken. Was sind schon drei Jahre liebevolle Mutterschaft auf unser ganzen Leben gesehen? Genau, nichts.

Gibt es die perfekte Mutterschaft?

Nein. Jeder hat seine Schwachstellen und das in verschiedenen Bereichen. Aber wir können Anfangen unsere Kinder an erster Stelle zu sehen und nicht nur uns. Nicht im ersten Lebensjahr eines Säuglings. Das Bild der Mutter hat sich komplett verschoben. Natürlich müssen unsere Babys keine 24/7 auf uns liegen und wir nur in Jogginghosen und ungepflegt rumlaufen aber lasst uns doch zusammen das normale Bild einer Mutter widerspiegeln und lassen uns auf Kritik ein, die dem Wohl des Kindes gilt. Noch kinderlose Frauen brauchen Vorbilder, die die wirkliche Mutterschaft verkörpern und keinen Lifestyle der nicht der Realität entspricht. Langsam wird es Zeit verantwortung zu übernehmen.

Natürlich gibt es auch wundervolle Gegenbeispiele: Sara Kulka war damals unter den Topmodels von Heidi Klum und zeigt uns ein wundervolles Leben mit Kindern. Texte, die das Herz und die Seele ansprechen und viele, auch Kinderlose, anspricht und zum Vorbild genommen werden können.

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6 Gedanken zu „Weshalb viele Promi-Influencer ein falsches Mutterbild vermitteln“

  1. Mama mal 3 sagt:

    Danke für diesen Beitrag! Mir bricht es jedes Mal fast das Herz wenn ich sowas sehe und „dank“ Insta (Fluch und Segen) bekommt ja leider sehr viel davon mit über heutzutage:(

    1. Laura sagt:

      Danke Tamara,

      ich frage mich wie das in Zukunft weiter gehen soll…

  2. Bärchenwurst sagt:

    Als ich den Titel “ Weshalb viele Promi-Influencer ein falsches Mutterbild vermitteln“ gelesen habe, war ich wirklich glücklich. Endlich, dachte ich mir, wird mir mal jemand erklären was denn das richtige Mutterbild ist.

    Im Verlauf des Beitrages wird klar, dass es sich doch hier um eine persönliche Abrechnung handelt. Immer wieder werden rhetorische Fragen wie “ Ist das noch Mutterschaft?“ aufgeworfen die auch so gleich beantwortet werden. Entscheidungen wie der Kaiserschnitt oder das Nichtstillen müssen gerechtfertig werden, dass man solche Entscheidungen begründen kann aber auf keinen Fall rechtfertigen muss, kommt der Autorin nicht in den Sinn. Die einzige Rechtfertigung über alle getroffenen Entscheidungen muss die Mutter vor sich selber und später vor ihrem Kind „rechtfertigen“ aber nicht vor dritten.

    Besonders schön finde den Satz „Man kann nicht alle Kinder retten (…)“ Retten wovor? Vor einer Mutterschaft die nicht in das eigene ideologische Bild einer Mutter passt?

    Das Fazit fällt dann ebenfalls äußerst schwach aus. Wir sollen unsere Kinder an erster Stelle stellen und nicht „nur“ uns. Als Vorzeigeinfluencerin wird dann Frau Kulka präsentiert (sich selber konnte man nicht nehmen, weil man a) nicht genug influence hat und b) naja etwas Bescheidenheit steht einem ja auch ganz gut) Das diese Dame ihre Kinder ständig ungefragt vor die Kamera zerrt und sie ungewollt in das Rampenlicht stellt, wird dabei einfach ignoriert. Hauptsache man verfolgt grundlegend das gleichen Dogma.

    Anstatt zu akzeptieren, dass es viele Formen der Mutterschaft gibt wird hier versucht die eigene Überzeugung am Beispiel von irgendeiner ungenannten „Promi-Influencerin“ zu propagieren. Wenn die “ (…) kontruktive Kritik, welche sachlich war und zum Nachdenken anregen sollte (…)“ so ausgefallen ist wie in diesem Artikel, kann ich den Block sehr gut nachvollziehen. Etwas weniger Zeigefinger und vermeintliche moralische Überlegenheit und etwas mehr Offenheit für andere Lebensentwürfe wäre wünschenswert.

    1. Laura sagt:

      Schade, dass Du mit einem Fakenamen hier kommentierst und einer eigenarteigen Mail Adresse.

      Erst einmal: Es geht mir um Wunschkaiserschnitt und Nichtstillen bezogen auf den Job. Ist Dir bewusst, dass einige Damen aufgrund des Jobs und um Aufträge wahrzunehmen sich frühzeitig das Kind aus dem Mutterleib schneiden lassen? Ist Dir bewusst, dass viele gar nicht ersten anfangen zu stillen damit sie direkt wieder von Event zu Event tingeln können?

      „Die einzige Rechtfertigung über alle getroffenen Entscheidungen muss die Mutter vor sich selber und später vor ihrem Kind „rechtfertigen“ aber nicht vor dritten.“ Ich glaube Du willst gar nicht verstehen in was es in meinem Beitrag geht. Diese Damen haben eine sehr große Reichweite und wofür nutzen sie sie? Ein komplett verschobenes Bild der Mutterschaft darzustellen. Gerade junge Frauen lassen sich sehr davon beeinflussen und nehmen so eine Lebensweise als Vorbild.

      „Als Vorzeigeinfluencerin wird dann Frau Kulka präsentiert (sich selber konnte man nicht nehmen, weil man a) nicht genug influence hat und b) naja etwas Bescheidenheit steht einem ja auch ganz gut)“ Ich muss gerade wirklich lachen: Ich bin KEIN Promi. Vielleicht aus diesem Grund habe ich mich nicht genannt. Frau Kulka zeigt ihre Kinder nie und zieht sie auch nicht ins Rampenlicht.

      Lebensentwürfe, die gegen das Wohl und den artgerechten Start eines Kindes gehen, darf ich kritisieren. Man kann nicht auf der einen Seite tausende mit den Likes und Kommentaren verdienen aber meinen, dass niemand Kritik äußern darf. Und seit wann ist es etwas schlimmes Kritik zu üben? Es ist in meinen Augen nicht einmal Kritik an der Mutter, sondern vielleicht überdenkt sie ihre Entscheidung und denkt an das Kind.

      In Zukunft darfst Du gerne mit Deinem echten Namen und E-Mail Adresse kommentieren, anstatt persönliche Probleme mit mir auszutragen. Anscheinend fühlst Du Dich durch den Beitrag sehr getriggert, denn das natürlichste der Welt als Dogma darzustellen ist wirklich eigenartig.

  3. Hannah Ehß sagt:

    Hey,
    Ich finde es ist deinem Beitrag die Emotion anzumerken, mit der du ihn geschrieben hast.
    Ich finde, es kommt ein bisschen einseitig und zu kurz gedacht rüber. Und zwar aus den Gründen, dass es vermutlich Selbstständige Frauen sind, die nicht einfach drei Jahre Elternzeit nehmen können, weil sie ihre Krankenversicherung, Altersvorsorge, Rücklagen etc. selbst bezahlen müssen. Ich weiß nicht, ob es dir nicht genauso geht? Für die meisten gibt es vermutlich auch keine Eltern in der Nähe, also müssen sie eine Nanny beschäftigen.
    Wie du schon sagst, Influencer scheint ein neues Berufsbild zu sein und wir kriegen viel vom Alltag mit, aber alles eben auch nicht. Jeder Mensch ist verschieden und jedes Kind sowieso. Also kann es ja durchaus sein, das manche Kinder kein Problem damit haben, bei Oma zu sein. Ist ja auch nicht für immer, sondern immer mal wieder.
    Ich weiß von einigen Influencern auf Instagram, dass sie ungeplant schwanger geworden sind. Ist Abtreiben dann deiner Meinung nach der richtige Weg? Damit man sein Leben weiterleben kann? Über einige weht so ein krasser Shitstorm, weil sie sich für das Kind entschieden haben, dann aber vom Partner verlassen wurden, bzw. sich getrennt haben. Das ist auch so ein Aspekt, die Frauen sind gezwungen wieder zu arbeiten, keinem wird was geschenkt. Sie haben Zukunftsängste und machen ihren Job, damit die Familie abgesichert ist. Ich finde es auch nicht grade förderlich, wenn die Person die du zu meinen scheinst es so darstellt als würde sie ihre Tochter abgeben um Party zu machen, aber es ist ihr Leben und sie muss damit klar kommen. Deshalb sehe ich es eher so, dass ma in seinem direkten Umfeld aufklärt, eben nicht bei der Nachbarin auf „Who cares“ macht, sondern grade bei denen. Instagram ist nicht das echte Leben und darauf kommt es doch an.
    Die Sarah Kulka hat glaube ich einen wohlhabenden Freund oder Mann, der es ihr erlaubt diesen Lebensstil den du gut findest mit Luxus zu verbinden.
    Wie auch immer, wollte ich mal loswerden 🙂

    1. Laura sagt:

      Liebe Hannah,

      kennst Du Dich mit den Gagen eines Influencers aus? Ich schon, sehr gut sogar. Und selbst ich, mit Blog und meinem kleinem Instagram Account kann sehr gut davon leben und mache es nicht einmal wie der Großteil: IM GROßEN STIL. Ich nehme fast nichts an, nur das was ich wirklich zu 100% vertreten kann. Für jedes eingeladene Interview, für jedes gezeigte Produkt, für jedes Bild fließen TAUSENDE. Kein Kind muss aufgrund eines Shootings abgegeben werden (habe ich schon alles mit Kindern gemacht und ohne Mann!). Ich bin zu 3/4 der Woche komplett alleine, habe ein Haus, einen Garten, einen Säugling und einen kleinen Jungen. Alles machbar, wenn man nur will.

      Liebe Grüße

          

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