Taufgegner | Gründe weshalb man sein Kind nicht taufen lassen sollte

12. April 2016

Am 15. April 1990 wurde ich in einer niedlichen Kirche in der Nähe meiner Heimat Goslar getauft. Also knapp 26 Jahre ist es genau her, als mir das heilige Sakrament der Taufe mir zuteil kam – 2013 bin ich aus der Kirche ausgetreten. Vorweg möchte ich sagen, dass ich allgemein gegen jegliche Religionen bin. Jedoch sollte jeder so leben wie er es für richtig hält. Für mich ist die Bibel und jedes ähnliche Glaubensbuch gleich mit einem Märchenbuch zu setzten – nicht mehr und nicht weniger. Da ich selbst lange im Internet über das Thema recherchiert  habe, bin ich leider immer nur auf Foren fündig geworden. In diesem Beitrag geht es nicht um Religionen oder den „Glauben“ an sich – viel mehr soll dieser Beitrag Eltern die nicht gläubig sind in ihrer Entscheidung helfen, dass man nicht für die Gesellschaft  und eine schöne Feier sein Kind taufen lassen sollte. Hier schildere ich nur meine Meinung und meine Erfahrungen.

Soll man taufen?

„Ich habe Euch noch was mitgebracht – zu As Nichttaufe. Da seine Cousinen und Cousins ja alle Paten haben, bin ich also jetzt sein Nichttaufpate.“ Mit diesen Worten überreichte uns As Onkel ein Geschenk für ihn. Das Thema Taufe habe ich mit meinem Familien- und Freundeskreis oft durchgekaut. Glücklicherweise habe ich in meinem Freundeskreis keine Eltern, die für das Taufen sind. Alle wollen ihre Kinder frei erziehen und sie selbst entscheiden lassen. Unsere Familien sehen das etwas anders, obwohl mein Ehemann und ich nicht christlich erzogen wurden und keine gläubigen Eltern besitzen. Leider durfte ich selbst nicht über meinen religiösen Werdegang entscheiden, da ich im Alter von drei Monaten noch kein Mitspracherecht hatte. Aber wie soll man seinen Eltern diese Entscheidung zum Vorwurf machen? Vor fast dreißig Jahren und sogar heute noch, war und ist es Gang und gäbe kurz nach der Geburt sein Kind taufen zu lassen. Jedoch haben viel mehr Eltern diesen Weg damals eingeschlagen als die Eltern heutzutage. Wenn ich heute meine Eltern frage, wie es jemals zu einer Taufe kommen konnte, da beide nicht gläubig sind, kommen immer dieselben Antworten. Diese Aussagen sind heute immer noch weit verbreitet. Also warum sollte man Taufen lassen?

Argumente für die Taufe

  • Das Kind hat es in der Zukunft einfacher
  • Die Feier ist so schön
  • Meine Familie erwartet es von mir
  • Das ist so eine schöne Tradition
  • Einem Teenager ist es peinlich sich taufen zu lassen, deswegen machen wir es im Babyalter
  • Das Kind wird in die Gemeinde aufgenommen
  • Alle Jugendlichen gehen zum Konfirmandenunterricht
  • Das Kind hat einen Paten

 

Wieso diese Argumente für mich nicht zählen

Und das regt mich zum Nachdenken an. Was hat Taufe dann noch mit Religion zu tun? Wenn ich selbst nicht glaube oder zweifle, wieso höre ich dann auf andere und taufe trotzdem? Sollte man nicht genau diese Traditionen brechen? Viele Fragen sind mir durch den Kopf gegangen und ich habe mich lange mit dem Thema beschäftigt.

In meinem gesamten beruflichen Werdegang hat Religion nie eine Rolle gespielt. Die Argumentation ist in meinen Augen sehr veraltet und nicht mehr zeitgemäß. Christliche Kindergärten und Schulen nehmen ungetaufte Kinder genauso auf wie getaufte – Religionen spielen keine Rolle mehr. Auch ohne das Ritual des Taufpatens kann man Familienmitglieder und enge Freunde dazu bewegen ein enges und vorbildliches Verhältnis zum Kind aufzubauen. Sogar ich stand melancholisch vor meinem langen, weißen Taufkleid und dachte mir: ‚Wie wäre es, wenn mein A es tragen würde?‘ So ein Kleid hat einen sehr großen emotionalen Wert aber lohnt es sich dafür sein Kind einen Weg aufzudrängen? Eine schöne Feier, tolle Geschenke und eine Tradition weiter zu führen obwohl mir alles mit dem Thema Religion wider ist? Ein ganz klares NEIN!  Ich finde ab der Taufe beginnt der Weg in dem sich ein Kind nicht mehr aus dem Strudel befreien kann.

Schon von klein auf getrimmt

Meine Erziehung hat sich nicht eine Sekunde mit diesem Thema beschäftigt aber wenn man zurück blickt, ging es bereits in Kindergarten und in der Schule mit der Indoktrinierung los. Ist es nicht völlig normal Religionsunterricht zu erhalten? Ich finde es nicht. Nicht in der Art wie er praktiziert wird. Eine Einführung über alle Glaubensrichtungen wäre angebracht, jedoch werden einem Geschichten von Moses, Noah und Jesus erzählt als würden sie der Wahrheit entsprechen. Als Kind sah ich es nie eng, für mich hatte das alles keine Bedeutung. Aber jeder Mensch hat einen anderen Charakter und es gibt Personen die sich auf diese Geschichten einlassen ohne sie jemals zu hinterfragen – sie können gar nicht frei wählen.

Im Teenager alter wurde ich mit Konfirmandenunterricht  konfrontiert. Wenn der größte Teil ehrlich zu sich selbst ist: Wer von Euch hat die Konfirmation nur aufgrund der Geschenke und dem Gruppenzwang gemacht? Ich denke mal der größte Teil hat diese Verlockungen als Anreiz genommen. Trotz des Geldes und der vielen Geschenke hat sich der Aufwand im Nachhinein nicht gelohnt. Jede Woche, zwei Stunden meines Lebens, zwei Jahre, verschwendet. Das Schwierige war für mich diese Indoktrinierung – wenn man so oft mit so etwas konfrontiert wird, beginnt man wirklich daran zu glauben. Natürlich ist dieses Alter von 12-14 super darauf ausgelegt Jugendlichen eine Gehirnwäsche zu verpassen, gerade in dem Alter ist man in einer Selbstfindungsphase und manipulierbar.  

Argumente gegen die Taufe

Aufgrund dieser ganzen Tatsachen habe ich mich klar dafür entschieden meinem Kind nicht diesen Weg auf zu zwengen. A wird erfahren was es für unterschiedliche Religionen gibt aber er wird einen städtischen Kindergarten besuchen und im Schulunterricht Ethik-Unterricht erhalten. Mein Sohn soll sich bewusst für eine Religion entscheiden oder bewusst alle Religionen ablehnen – ein eigenes Urteil bilden und so leben wie er es für richtig hält. Wir begleiten unsere Kinder auf dem Weg erwachsen zu werden und sollten sie nicht in etwas zwängen was wir für persönlich richtig oder besonders schön halten.

  • Keine freie Entscheidung: Kindstaufe zwängt Unmündige in einen Glauben, den sie als Erwachsene niemals gewählt hätten
  • Moral und Werte vorzuleben bedarf es keiner Bibel und 10 Geboten
  • Geschichten aus der Bibel werden Kindergartenkindern und Schülern als Wahrheit verkauft
  • Alte Traditionen sind zum Brechen da: Man kann auch eine wunderschöne Babywillkommensfeier gestalten und so eine neue Tradition ins Leben rufen
  • Kirchliche Einrichtungen (Kindergarten und Schulen) nehmen auch konfessionslose oder andersgläubige Kinder auf
  • Gruppenzwang der Konfirmation und das in Aussicht stellen großer Geschenke

Stimmen gegen Taufgegner

Da ich auf vielen Foren unterwegs war um andere Meinungen zu lesen, bin ich immer wieder auf „Glaubenskrieger“ gestoßen, dessen Argumente immer dieselben waren:

  • Die Feiertage nimmst du aber mit oder? Dann solltest du an diesen Tagen gefälligst arbeiten gehen!
  • Weihnachten, Nikolaus und Ostern feierst du doch auch? Ist das nicht heuchlerisch?
  • Wie soll dein Kind lernen was richtig und was falsch ist? Die Bibel gibt einem das durch ihre 10 Gebote vor!
  • Dein Kind kann niemals einen eigenen Glauben finden und bleibt Atheist, wenn er nicht in ihn rein geboren wurde

Wir leben in einem christlich geprägten Land,  daran kann ich nichts ändern und natürlich nehme ich die freien Tage gerne mit – wieso auch nicht? Weihnachten, Nikolaus und Ostern sind für mich ‚Familienfeste‘ die man prima an den dafür freien Tagen zelebrieren kann. An diesen Tagen trifft man sich und feiert seine Familie und seine Freunde. Verbringt Zeit mit ihnen und beschenkt sich aus Liebe. Seitdem ich denken kann feiern wir nicht Christi Geburt oder seinen Tod, wie feiern uns – uns als Familie. Moral und Gerechtigkeitsempfinden hat für mich wenig mit Religion zu tun. Der gesunde Menschenverstand lehrt einem doch diese Dinge und wir als Eltern weisen unseren Kindern den Weg. Das sollte keine Religion oder Glaubensgemeinschaft tun.

Am unfairsten ist die Aussage, dass meine Kinder arm dran wären, da ich ihnen mit aller Macht Religionen vorenthalten würde. Wie soll sich ein Mensch frei für einen Glauben entscheiden, wenn er von Gottesdiensten und dem Unterricht davon fern gehalten wird? Ich kann Euch das ganz einfach beantworten. Ich halte meine Kinder nicht von Religionen fern, sondern kläre offen und übersichtlich über sie auf. Kindergärten und Schulen bringen den Kindern bei, dass all das was in der Bibel steht der Wahrheit entspricht – Es gibt keinen Austausch und keine Luft für eine Diskussion. Voreingenommen den Kindern Kirchen zu zeigen, ihnen ALLE Religionen im Überblick zu präsentieren und offen über das Ganze zu reden, ist für uns der Richtige weg. Kinder sind kleine Menschen, die ihre eigene Wahrheit im Laufe ihres Lebens finden müssen.

Jeder soll glauben was er will – aber die nicht Gläubigen sollen vorher darüber nachdenken ob sie diesen Schritt gehen wollen.  Kinder sollten selbst Religionen und Lebensweisen entdecken und dann ihre eigene Entscheidung treffen. Man kann sich auch im teenager- oder Erwachsenenalter ohne Probleme taufen lassen. Wer nicht glaubt, soll auch nicht taufen! Feiert lieber ein „Babywillkommensfest“ und führt diese als Tradition in Eure Familie ein – neue Traditionen sind manchmal besser als alte und verstaubte Denkweisen weiter zu führen.

 

*Originalaufnahmen von meiner Taufe in den 90ern.

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49 Gedanken zu „Taufgegner | Gründe weshalb man sein Kind nicht taufen lassen sollte“

  1. Anne sagt:

    Ich lese zum allerersten Mal haargenau das,was ich seit 2,5 Jahren auch erklären muss!!!
    Danke!!!

    1. Laura sagt:

      Danke für Dein Feedback! Endlich mal jemand der es auch ausspricht.

      Liebe Grüße

  2. Ivory sagt:

    Ich sehe das wie du. Ich wurde auch nicht gekauft und bin auch nicht christlich. Ich glaube nicht an die Bibel, obwohl ich schon glaube, dass es „da“ noch etwas anderes gibt.
    Ich bin ebenfalls der Meinung, dass man nichts machen sollte, „weil man das halt so macht!“.

    Liebe grüße

    1. Laura sagt:

      Danke für Dein Kommentar Ivory! Ich persönlich glaube auch an ‚etwas‘ – aber es ist weit von der Religion die praktiziert wird entfernt.

      Liebe Grüße

  3. Für mich war die Taufe auch nicht wichtig. Selbst bin ich zwar getauft worden, habe auch als Teenie die Konfirmation über mich ergehen lassen, die bei mir allerdings nicht so lukrativ wie bei manchen meiner Klassenkameraden war. Sobald ich volljährig war, bin ich aus der Kirche ausgetreten, da eine Vereinsmitgliedschaft meiner Ansicht nach nicht nötig ist, um in irgendeiner Weise spirituell zu sein.
    Demzufolge ist meine Tochter auch nicht getauft, hat aber den christlichen Background über den Besuch eines konfessionellen Kindergartens sowie die freiwillige Teilnahme am Reli-Unterricht erhalten. Aber wie gesagt: alles freiwillig…
    Liebe Grüße
    Salvia von Liebstöckelschuh

  4. Nina sagt:

    Das ist seit Beginn DAS Thema in unsrer Familie, bzw Schwiegerfamilie. Ich bin selbst getauft, wusste aber schon Früh, dass ich da drauf überhaupt keine Lust hatte. Ich hab mich nicht mal konfirmieren lassen, weil ich damals schon wusste dass ich das alles auf diese Art und Weise nicht will. Mein Freund ist zu dem katholisch, mittlerweile aber schon ausgetreten und ich bin evangelisch. Ich sag auch immer das mein Sohn sich seine Religion mal aussuchen soll, wenn er denn eine will. Zu alt ist man bekanntlich nie um Kirchensteuer zu zahlen ?

  5. Sylvie sagt:

    Ach, Danke!!!! Ich sehe es genau so! Ich bin zwar katholisch getauft, aber auch ungefragt. Meine Kinder sind nicht getauft, obwohl Gott oft auch ein Thema bei uns ist. Ein Problem habe ich allerdings mit der Institution Kirche, daher taufe ich nicht. Mein Sohn macht sich manchmal schon Sorgen, ob Gott ihn jetzt weniger mag (Argument: nur Getaufte kommen in den Himmel), aber ich erkläre ihm, dass Gott alle Kinder gleich lieb hat.
    Mir gefällt auch die Materialschlacht zu Taufe und Kommunion nicht. Ich bin schon gespannt wie es wird, wenn der beste Freund nächstes Jahr mit Geschenken und einem halben Vermögen überhäuft wird…
    Sollten meine Kinder aber irgendwann das Bedürfnis haben, sich taufen zu lassen und es ihnen aus religiösen Gründen wichtig ist, dürfen sie das natürlich.

    1. Laura sagt:

      Liebe Sylvie, danke für Dein Feedback! Ein bisschen Angst machen mir Deine Aussagen schon, die dein Sohn sagt: da sieht man wie er jetzt schon als Kind von der Gesellschaft ‚bearbeitet‘ wird! Wenn die Kleinen sich wirklich jemals für die Kirche entscheiden sollten, ist es wenigstens ihr freier Wille.

      Liebe Grüße

  6. Du sprichst mir aus dem Herzen. Ich wurde in den 80ern selbstverständlich getauft. In die Kirche ging es dann immer nur an Weihnachten und für den Konfirmandenunterricht. Mehr war da nicht und daher war es auch für mich nie eine Option, freiwillig in der Kirche zu bleiben. Nach meiner Ausbildung bin ich ausgetreten, damit ich keine Steuer bezahlen muss, wozu auch?
    Mein Mann ist damals ebenfalls ausgetreten, hat es aber lange in seiner Familie nicht zugegeben, weil das dort niemand verstanden hätte. Dort zahlt man lieber brav Kirchensteuer und geht weiter nur an Weihnachten in die Kirche. Das finde ich nicht korrekt. Entweder ganz oder gar nicht. Halbgar kann man auch sein lassen und dabei ehrlich sein.
    Unsere Tochter haben wir nicht taufen lassen, statt dessen gab es eine Willkommensparty für Familie und Freunde. Das fanden alle toll und wir ebenfalls. Wenn sie später einer Religion offiziell angehören möchte, dann kann sie das tun. Das hat dann nichts mit meinem Glauben oder Nichtglauben zu tun 🙂

    1. Ach noch ein Nachtrag, der weniger mit Taufe zu tun hat. Aber ich finde es auch besonders furchbar in der Kirche zu bleiben mit der Begründung „Ja aber ich will doch an meiner Hochzeit im weißen Kleid vor den Altar…“. Mensch Mädel, dann zieh dir das Kleid fürs Standesamt an statt deine Ehe direkt mit einer Lüge zu beginnen.

  7. Tina sagt:

    Ich bin da ganz deiner Meinung. Selbst wurde ich katholisch getauft. Allerdings beinahe nicht, weil der Pfarrer des Ortes sich damals weigerte. Er sähe meine Eltern ja nie in der Kirche, wie sollen die mich denn im Sinne des katholischen Glaubens aufziehen? Da meine sehr katholische Oma in unserem Haus lebte, wurde ich dann doch noch getauft.
    Ich habe dann den ganzen Terz mitgemacht. Katholischer Kindergarten, Religionsunterricht in der Schule, Kinderbibelwochen, Kommunion, Firmung. Da hatte ich mir auch noch nicht so viele Gedanken gemacht. Es war halt so. Und im katholischen Bayern macht das ja nahezu jeder so. Außer den 2 Türken in der Klasse, die während des Religionsunterrichts immer draußen warten mussten. Als ich dann meinen ersten Gehaltszettel bekam und die damit verbundene Kirchensteuer, die mir ungefragt abgepresst wurde, kam ich – glaube ich – erstmals ins Grübeln. Anfang 20 stand dann bei mir fest, dass ich nicht kirchlich heiraten würde. Meiner damaligen Fast-Schwiegermutter brach das Herz, als ich sie mal fragte, ob das sehr schlimm für sie wäre. Aber ich hatte für mich beschlossen, nicht kirchlich zu heiraten, weil ich es einfach heuchlerisch gefunden hätte. Ich glaube nicht an Gott, und die Institution Kirche ist mir suspekt. Ich bin dann auch bald ausgetreten, als ich mitbekam, dass nur ein einstelliger Prozentsatz der Kirchensteuer auch für wohltätige Dinge ausgegeben wird. Der Rest geht nur in die Verwaltung. Also raus aus dem Verein. Meine Eltern haben daraufhin wochenlang nicht mehr mit mir gesprochen. Obwohl sie selbst nicht gläubig sind und auch sonst nie in die Kirche (nicht mal Weihnachten oder Ostern) gehen. Da haben sie immer uns Kinder alleine hingeschickt. „Das gehört sich doch!“, „Was wird die Oma sagen?“, „Dann bekommst du keine Beerdigung und wirst außerhalb der Friedhofsmauer verscharrt.“, … den ganzen Blödsinn. Es war dann beinahe mein Glück, dass mein jetziger Mann ein Türke ist. Somit hat mich keiner mehr gefragt, warum wir nicht kirchlich heiraten oder unsere Kinder nicht taufen lassen. Meine Oma fand die Freie Trauung großartig. Und die Kinder sollen sich einfach selbst ein Bild machen. Hier sind mittlerweile schon ziemlich viele Kinder konfessionslos. Wir wohnen ja nicht im Outback. Wenn die Kinder später einmal wollen, dann dürfen sie am Religionsunterricht teilnehmen. Ansonsten halt Ethik. Gewissensbildung hat meiner Meinung nach eh daheim statt zu finden. Und mal ganz ehrlich: Wer ohne Religionszugehörigkeit nicht weiß, dass man nicht stielt, tötet und sonstige bösen Dinge tut, der ist wahrscheinlich in einem Erdloch aufgewachsen.
    LG, Tina

  8. Ich fand deinen Artikel großartig!!! Auch ich habe meine Kinder nicht taufen lassen, obwohl mir einige das übel genommen haben. Vor allem die älteren. Meine Tochter ist jetzt 7 Jahre alt und geht bereits in die zweite Klasse. Ich lasse sie aber trotzdem am Religionsunterricht teilnehmen, weil ich finde sie soll sich ihre eigene Meinung bilden. Außerdem lernt man halt doch auch einiges über den Brauchtum in diesem Land. Heuer wäre Erstkommunion ich habe meine Tochter gefragt, ob sie sich taufen lassen will und bei der Erstkommunion dabei sein will. Sie hat mir aber gleich geantwortet: Auf keinen Fall!! Ich glaube nicht an Gott!. Ich finde diese Geschichten sehr eigenartig.“ Ich habe dann noch weiter gefragt: Aber du bekommst ein wunderschönes weißes Kleid? „Aber wenn ich dafür zur Kirche gehören muss dann will ich kein Kleid!“ war ihre Antwort. Ich glaube das Thema ist hiermit ein für alle mal gegessen. Übrigens sind wir als meine Tochter 4 und unser Sohn 1 Jahr alt war auf Land gezogen. Jeder meinte wieder dass wir jetzt taufen müssen. Wir haben es natürlich nicht gemacht und hatten bisher auch keinerlei Probleme in Schule, Kindergarten und Gemeinde

  9. Sari sagt:

    Wie spannend. Ich hab so lange gezögert, ob ich mit dem Artikel online gehen soll. Ich hätte nie gedacht, dass das Thema doch so viele beschäftigt!!!

  10. Vroni sagt:

    Hallo Laura,

    ich finde es toll, dass du auch so denkst und auch offen darüber schreibst.
    Mit 8 Monaten wurde ich evangelisch getauft, mit 14 Konfirmiert angetrieben durch die Geschenke, mit 19 dann ausgetreten und das war sehr befreiend.
    Mein Vater ist katholisch, aber kein typischer Katholik, sondern der frei und offen, meine Mutter ist evangelisch und glaubt an Gott aber nicht wie es die Kirche vorgibt und meine Eltern haben mir nie den Glauben aufgezwungen. Sie haben mich in der Entscheidung gegen die Kirche unterstützt, ich wurde damals wie du getaut, weil es damals dazu gehörte und eine schöne Tradition ist, ich mache ihnen auch keinen Vorwurf, das war damals eben so.
    Ich würde nicht sagen, dass ich an gar nichts glaube. Aber eben nicht an diesen Gott der von der Kirche so, in meinen Augen scheinheilig, zelebriert wird.
    Mit der Kirche und der Religion habe ich mich immer beschäftigt, ich bin nicht unwissend ausgetreten, sondern bewusst weil ich das was in der Bibel steht nicht vertrete. Ich finde das Christentum interessant und habe nichts dagegen, ich habe den Vatikan auch besucht, nur es ist eben nicht meine Art zu leben.
    Wir leben in einem Christlichen Land, das finde ich auch gut, aber wir leben auch in einem freien Land. Christliche Werte sind gut, es sind aber auch allgemeine Werte, ich bin gut erzogen und möchte meine Kinder auch mit diesen Werten, höfflich zu sein, nicht zu stehlen, aufrichtig zu sein, Respektvoll mit den Menschen umzugehen, den Anderen nichts Böses zu wollen, das sind gute Werte, diese sind aber nicht wirklich christlich für mich, sondern aufrichtig.
    Weihnachten und Ostern feiern wir auch die Familie und die Liebe, im Grunde sind diese Traditionen, wie Adventskranz, Weihnachtsbaum auch nicht wirklich Christlich. Es sind heidnische Bräuche, Jesus wurde nicht am 24. Dezember geboren es fiel auf das heidnische Mitwinterfest, man brennte Lichte gegen die Dunkelheit an, die früheren Christen haben dies für sich genutzt um so den Heiden das Christentum näher zu bringen.
    Naja jetzt bin ich zu weit abgeschweift.
    Auf jeden Fall bin ich jetzt 30 ich habe letztes Jahr geheiratet, ganz persönlich gestaltet mit allen Lieben und der Famile, ohne die Kirche und niemand hat was vermisst, die standesamtliche Trauung wurde dganz persönlich gestaltet und es war unserer Meinung nach schöner als jede kirchliche Hochzeit.
    Nur bei der Taufe sieht mein Mann und dessen Familie es anders, sein Sohn aus einer früheren Beziehung wurde katholisch getaut, wir wollen auch Kinder und meinem Mann ist es wichtig dass sie alle dem Gleichen glauben angehören.
    Ich denke bei jeder Taufe, das Arme Kind es wird in etwas reingepresst.
    Für mich sind Taufen eher schlimm, meine Cousine sieht es wie ich, ihre Kinder haben auch Paten, eben keine Christlichen, sie haben ein Fest gemacht und die Kleinen in die Familie zu integrieren ich fand das so viel ehrlicher.
    Ich habe das Gefühl wenn ich mein Kind taufen muss, dass ich es verkaufe.
    Dass mein Mann, der sonst auch gar kein Kirchengänger ist, die Meinung nochmal ändert, darauf habe ich Hoffnung.
    Ich finde ein Baby kann das nicht entscheiden, sondern sollte sich selber bewusst irgendwann als junger Mensch.
    Danke für deinen Post.

  11. Jasmin sagt:

    Jetzt mal eine Stimme von jemandem der tauft 😀
    Ich finde du hast durchaus Recht und es gibt keinen Grund warum man taufen muss. Ich persönlich finde es halt sehr negativ dargestellt, wie es ist, wenn man getauft ist. Für mich und viele andere hatte das keine negativen Folgen und jeder hat sich für seinen Weg entschieden, egal ob der heißt austreten oder so weiter leben. Ich erziehe definitiv weniger katholisch als ich noch „beeinflusst“ wurde, aber dennoch ist es für uns ein Rahmen den wir gerne den Kindern geben möchten. Der heißt dann bestimmt nicht „ihr müsst jeden Sonntag in die Kirche“.
    Auf Dauer würde ich mir für Deutschland wünschen, dass alle Kinder gemeinsam, egal welcher Religion oder ohne, gemeinsam Ethik Unterricht erhalten und alle Religionen kennenlernen.
    Und ja vielleicht ist es auch ein bisschen „es gehört für mich dazu“.

  12. Laura sagt:

    Ich bin derselben Meinung wie du. Werte und Moralvorstellungen kann und sollte man seinen Kindern auch außerhalb einer Religion vermitteln. Das hat auch den Vorteil, dass man kein stures Dogma vermitteln muss, sondern ein selbstbestimmtes Leben mit der nötigen Integrität führen kann. Jedoch sollte auch beachtet werden, dass für viele Menschen der Glaube Halt, Trost, Hoffnung und sogar Lebensinhalt bedeutet. Daher ist es schon etwas gewagt, religiöse Schriften als reine Märchenbücher abzutun (auch wenn man selbst nicht daran glaubt und selbst keinen Nutzen daraus ziehen kann).

  13. Anna sagt:

    Hi!
    Ich stimme dem, was du schreibst, in vollem Umfang zu. Genau das habe ich mit meinem Mann und Papa meines Sohnes entschieden. Ich bin getauft und es geschah auch nur aus Familientradition, nicht aus einem religiösen Glauben heraus. Meine Eltern haben mich auch nie religiös Erzogen.
    Ich habe eher schlechte bis sehr schlechte Erinnerungen an den Religionsunterricht. Wir haben zum Beispiel in der 7. Oder 8. Klasse einen Film über Adam und Eva geschaut. Eva aß vom Apfel. In dem Film hieß es, da Eva vom Apfel biss , sei dies nun der Grund für Menstruationsschmerzen und Geburtsschmerzen. Hallo? Wir leben im 21. Jahrhundert. Wie kann man da so veraltete Filme zeigen. Ich war damals echt irritiert. Ich bin dann damals zum Philosophieunterricht am Gymnasium gewechselt. Ich würde Religionsunterricht vollkommen streichen und so wie du schreibst, einen Unterricht vorschlagen, der alle Religionen vorstellt, aber nicht deren Glauben propagiert. Mein Sohn wird zu einem toleranten Menschen erzogen. Sollte er sich irgendwann dazu entscheiden eine Religion anzunehmen, dann passiert das aus seinem freien Willen heraus. Auch wenn ich selber nichts von Religionen halte, werde ich ihn auf seinem Weg begleiten. Das ist schließlich Toleranz.

    Toller Blog! Weiter so

  14. Die Aussage „Christliche Kindergärten und Schulen nehmen ungetaufte Kinder genauso auf wie getaufte – Religionen spielen keine Rolle mehr. “ ist falsch.
    Wir wurden bei allen christlichen Kindergärten nach dem Taufpapier gefragt und uns wurde sogar empfohlen, das Kind taufen zu lassen, damit es einen bessern Anspruch hat!

    1. Laura sagt:

      Hallo,

      also bei uns in Goslar/Niedersachen ist das nicht so. Ich weiß nicht woher Du kommst, aber viele meiner Freundinnen haben nicht getauft und die Kinder gehen ganz normal in die katholischen oder evangelischen Kindergärten. Also ich würde niemals aufgrund eines Kindergartens mein Kind taufen – da kann ich mir nur an den Kopf fassen, dass sowas ernsthaft geraten wird.

      Da würde ich schon aus Protest mein Kind auf gar keinen Fall in einen christlichen Kindergarten geben.

      Liebe Grüße

      1. Kerstin sagt:

        Meine Kinder gehen in einen christlichen Kindergarten. Dort sind diverse Religionen vertreten unter anderem auch viele muslimische Kinder. ALLEN Kindern ist die Teilnahme an den Gottesdiensten frei gestellt. Speiseplan entsprechend auch auf die muslimischen Kinder ausgerichtet. Kann also sagen, bei uns spielt die Taufe definitiv keine Rolle für die Aufnahme.

  15. Stefanie sagt:

    Taufe ja oder nein, Es ist allerdings wichtig dass ein Kind mit einem Glauben aufwächst. Wie soll sich das Wesen dann irgendwann mal entscheiden wenn es nie
    die Möglichkeit bekommen hat einen *Glauben* kennen zulernen? Es ist meiner Meinung nach engstirnig von den Eltern ihre Lebens und Glaubenseinstellung dem Kind
    aufzuzwingen ohne ihm die Möglichkeit einer Option zu geben. Ich wurde auch getauft, röm.katholisch, konnte mich dann später entscheiden, ja oder nein……….So auch
    meine Kinder…….Was meine Enkel mal machen, keine Ahnung. Eines ist zu bedenken: Gerade *Gaubenslose* Kinder kommen in der Findungsphase, wer bin ich, was bin ich, was ist der Glaube sehr leicht in die Fänge von Sekten. Dort wird der Zusammenhalt im Namen ……………..gepredigt, der Familienzusammenhalt im Namen von……………………egal wie die Sekte heißt, und das ist in meinen Augen gefährlich. Daran sollten Eltern die meinen, ihr Kind braucht kein Rel.Bekenntnis mal achten und nachdenken.

  16. Kerstin sagt:

    Taufen sollte man meiner Ansicht nach wirklich nur, wenn man auch gläubig ist. Da stimme ich dir voll zu!
    Man sollte aber auch taufen dürfen, wenn man Teil der christlichen Gemeinde ist und dies auch für seine Kinder wünscht, ohne angegriffen zu werden.
    Konfirmanden Unterricht als Gehirnwäsche? Ernsthaft? Wie war denn euer Pfarrer unterwegs?
    Finde es auch schade, dass du es als Glück bezeichnest, wenn in deinem Freundeskreis niemand taufen lässt. Heißt du freust dich keine christlichen Freunde zu haben? Schade.
    Ergänzend: Ich finde übrigens auch, dass Leute die nicht gläubig sind, sich nicht kirchlich trauen lassen sollten. Nur für die Show und das hübsche Fest. Kann man auch so haben.

  17. Christine sagt:

    Finde deine Ansichten Klasse. Ich wurde nicht getauft mein Mann auch nicht. Daher wird unser Kind auch nicht gerauft. Wenn sie es irgendwann will gerne gebe ich ihr dann die Möglichkeit.

  18. Monja sagt:

    Sehr schön geschrieben! Und so viel wahres!
    Zum Glück müssten wir uns nicht rechtfertigen groß rechtfertigen. Allein meine Oma war entsetzt dass wir unsere Tochter nicht taufen lassen. Sie geht aber auch in die Kirche und glaubt an Gott oder ähnliches.
    Meine Eltern haben mich taufen lassen, aber wir sind mittlerweile auch alle aus der Kirche ausgetreten. Zum Glück ist mein Mann auch absolut gegen die Kirche und daher waren wir uns von vornherein einig dass wir nicht taufen lassen.

    Gebracht hat mir die Zeit als Kirchenmitglied nichts. Die Konfirmation habe ich mitgenommen, einfach weil man es damals gemacht hat. Geglaubt habe ich auch damals nicht an gott.
    In unserem freundeskreis lassen die wenigsten taufen und das finde ich gut so. Auch wenn die kirche halt in schwierigen eigen geben kann, der glauben einem kraft schnellen kann sehe ich es auch so, dass jedes Kind, sofern es sich dessen bewusst ist, für sich selbst entscheiden kann was es will. Glaubt es und sucht es die kirchliche Gemeinschaft kann es in die Kirche eintreten, aber selbst um einfach nur zu glauben braucht man die Kirche nicht.
    Zum Glück leben wir in einem freien Land in dem man seinen Glauben oder nicht glauben frei ausleben darf!

  19. Sabine sagt:

    Ich bin 1989 in Hamburg geboren und wurde nicht getauft. Ich bin trotzdem eher gesellschaftlich „christlich“erzogen worden. Meine Eltern waren nicht religiös und haben meinem Bruder und mir damals die Wahl gelassen zum Konfirmandenunterricht zu gehen oder nicht. Damals wusste ich nicht was ich da sollte. „Mit Kirche hab ich nichts am Hut“. Mein Bruder hat es (wegen der Geschenke) ein paar Wochen mitgemacht, aber dann auch entschieden, dass er das nicht möchte.
    Später sind wir aus der Stadt aufs Dorf gezogen und dass ich weder getauft noch konfirmiert war hat für Viel Unverständnis gesorgt. Da ich oft als „Heide“ abgetan wurde, habE ich mich mit dem Thema Religionen beschäftigt. Ich bin Atheist! Zum Thema Religionsubterricht Teile ich deine Meinung.
    Ich würde es bei meinen Kindern genauso machen. Ihnen die Wahl im Teenager alter zu lassen.
    Ein schöner Bericht

  20. Claudia sagt:

    Halli Hallo!

    Ich kann deinen Artikel gut nachvollziehen! Ich gehöre zu den gläubigen Christen und halte absolut nichts von Kindertaufe. Ich bin in einem christlichen Elternhaus aufgewachsen aber meine Eltern haben mir IMMER die Entscheidung überlassen zum Gottesdienst zu gehen etc. Ich habe mich mit 19 Jahren bewusst für die Taufe entschieden. Ohne den festen Glauben hat eine Taufe doch gar keinen Wert. Und sooo peinlich ist eine erwachsenentaufe gar nicht 😉

    Was mich überrascht ist,dass bei euch in Religion nur über die christliche Religion gesprochen wurde. Ich hatte Religionsunterricht und wir haben in sämtliche Glaubensrichtungen reingeschaut…

    Liebe Grüße

  21. Anki sagt:

    Hallo,
    Ich finde das der Artikel sehr gut geschrieben ist. Ich persönlich (27, katholisch getauft) wurde von meinem Eltern aber nicht christlich erzogen. Den Religions Unterricht empfand ich immer schon als unnötig und Kommunion und Firmung habe ich nur wegen der Geschenke durch gezogen.
    Für mich war immer klar ich werde nie kirchlich heiraten (hatten eine freie Trauung auf einer Wiese, die sehr persönlich war und nur um uns ging) und ich werde mein Kind nicht taufen lassen. Unsere Tochter ist jetzt 10 Monate und ich werde immer gefragt warum, weshalb…das könnt ihr eurem Kind bicht antun sonst wird es in der Schule ausgegrenzt…Ich finde es schrecklich das es immer noch so in den Köpfen ist. Ich würde zu gerne aus der Kirche austreten…leider bin ich als Krankenschwester in einem christlichen Haus eingestellt was einem Kündigungsgrund darstellen würde.
    Was ich persönlich als veraltet und nicht mehr zeitgemäß finde (vor allem in der Pflege, wo der Mangel groß genug ist) das als Einstellungshinderniss oder sogar Kündigungsgrund zu sehen.

    Ich werde meine Tochter auch ohne Kirche einen Glauben vermitteln und sie
    selbst entscheiden lassen.

  22. Miralys sagt:

    Wir haben uns keine großen Gedanken gemacht. Mein Mann kommt aus dem Osten und ist selber nicht getauft, ich bin schon lange aus der Kirche ausgetreten. Eine Taufe war daher völlig abwegig. Wir haben ja auch nicht kirchlich geheiratet.
    Statt dessen gab es bei uns eine Namensfeier und unsere Kinder haben auch Paten. Wir hatten einen Redner vom Humanistischen Verband da (die bieten übrigens auch unreligiöse Jugendweihen an), und alles was wir Freunden und Verwandten als Erklärung liefern mussten war: „das ist wie eine Taufe aber ohne Kirche, als Willkommensfest für’s Kind“. Keiner hat uns komisch angeschaut, oder blöd nachgefragt.
    Auch unser Patenkind wurde nicht getauft, auch da gab es eine Namensfeier. Mir war nicht klar, dass das so ungewöhnlich ist.

  23. Sigrun sagt:

    Ich bin froh meine Kinder getauft zu haben. Ich habe meine Probleme mit der Institution Kirche habe mich aber immer sehr wohl in der Gemeinde gefühlt. Ich war Messdiener in der katholischen Kirche , kindergottesdiensthelfer in der evangelischen Gemeinde und habe dort auch viele neunter Freunde gefunden die Firmung war für mich ein schwieriger Entscheidungsprozess. Soll ich katholisch bleiben, evangelisch werden oder dem Buddhismus beitreten? Ich habe es mir nicht leicht gemacht. heute bin ich mit einem Mann verheiratet der zwar griechisch orthodox getauft wurde aber nichts von seiner Religion weiß. Er ist Türke und musste seinen Glauben geheim halten weil seine Mutter angst hatte Probleme mit den anderen Türken zu bekommen. So etwas finde ich schrecklich . Für mich ist Religion Gemeinschaft, Halt, Hilfe , Orientierung. Wie ich mir Gott und das ganze vorstelle ist bestimmt nicht immer so wie es von den Kirchen gepredigt wird und es ist mir schlichtweg schnurps ob ich in der Kirche bin in der Moschee oder einem Tempel. Für mich zählen die 10 Gebote und die Sätze: liebe deinen nächsten wie dich selbst und wir sind alle Kinder gottes. Ich finde es schwierig Kinder ohne eine feste Gemeinschaft und enge Vorbilder aufwachsen zu lassen egal wie man zur Kirche steht .Sie bietet immerhin halt und Orientierung was ja nicht gerade das schlimmste ist in einer geradezu wertfreien Welt in denen nur das ich zählt und nicht die anderen. Einer unserer Paten ist atheist und ich habe ihn gewählt weil er die gleichen werte hat wie wir . So bekommen unsere Kinder auch eine andere Sicht in Sachen Kirche mit. Sie sind übrigens in einem ev. Kindergarten und in einer katholischen Grundschule. Damit sie soviel verschiedene Einblicke wie möglich erhalten. Toleranz ist für mich das zauberwort.

    1. Laura sagt:

      Hallo,

      aber wie kommst Du darauf, dass man keine Vorbilder hat, nur weil man keiner Kirchengemeinde angehört? Reichen Eltern nicht als Vorbilder?

      Findest Du, dass man die 10 Gebote benötigt um nach einer Moralvorstellung der Gesellschaft zu leben? Das sind doch Dinge, die man seinen Kindern selbst mitgibt und keine Glaubensgemeinschaft.

      Einblicke kann ich auch in Religion verschaffen ohne einer Glaubensrichtung anzugehören. Gerade jetzt merke ich besonders, dass die meisten gar keine Ahnung von Ihrer eigenen Religion haben. Wenn man sich mal mit dem Nikolaus und dem Weihnachtsmann beschäftigt, dürften Protestanten und Katholiken nicht beide Nikolaus und Weihnachten am 24. feiern. Leider tun es alle, auch die Personen, die immer Scheinheilig von der Kirche reden und dort als Mitglied verankert sind.

      Liebe Grüße

  24. Loreen sagt:

    Finde ich sehr gut. Ich bin 15 und musste sehr lange dafür kämpfen nicht zur Konfirmation zu gehen. Meine Mutter meinte „Es ist doch schön. Das macht jeder“. Ich kann mich aber mit der christlichen Religion nicht anfreunden und legen es deswegen ab. In der Schule habe ich zwar immer noch „katholische Religion“ aber auch nur weil man es in einigen berufen oder für Studienplätzen braucht. Heiraten kann ich auch so. Meine Kinder werden auch nicht getauft damit sie ihren weg selbst gehen können und selbst heraus finden können was sie möchten. Religion zerstört leider mehr die Welt als das sie die bindet.
    Lg

  25. Pucko sagt:

    Sehr guter Artikel. Ich stimme grundsätzlich zu. Ich bin Atheistin und mir war von Anfang an klar, dass meine Tochter nicht getauft wird. Aber du hast unrecht, wenn du sagst, dass nicht getaufte Kinder dieselben Möglichkeiten haben, wie getaufte. Ich wurde als kind in einem Katholischen Kindergarten abgelehnt, weil ich nicht getauft war.
    Jetzt studiere ich soziale Arbeit. Ich werde mich mit hoher Wahrscheinlichkeit nach dem Studium taufen lassen, da ein Großteil der sozialen Arbeitgeber Christlich sind und keine ungetauften Menschen einstellen. LG

    1. lilly sagt:

      Spannend, die Diskussion… wir haben unsere Kids getauft. Ich finde es schön den Kindern eine Möglichkeit, eine Religion mitzugeben. Aussteigen können sie später wenn sie möchten. Diesen Weg finde ich einfacher als umgekehrt, als Erwachsener „einzusteigen“ . Ich denke das das schwierig ist, wenn man nicht damit aufgewachsen ist. Was mich nervt sind dass viele Bekannte und Feunde ausgetreten sind. Nachdem s ie in der Kirche Weiss geheiratet haben. Finde ich nicht ok. Auch Ostern, Weihnachten werden gefeiert. Das ist Rosinenpickerei.Warum dann nicht eifach konsequent sein und ein Familienfest oder ein Frühlingsfest feiern?

    2. Markus Fugger von dem Rech sagt:

      Nur die Taufe zu erbitten, um einen Arbeitsplatz zu bekommen? Das finde ich berechnend und hat mit wirklich freier Entscheidung für eine Religion nichts zu tun!

  26. Doro sagt:

    Finde es gut das du dein Kind nicht taufen lässt. Viele machen es nurnoch wegen dem Fest, dem Kleid oder dem Paten. Das Wesentliche daran, nämlich sein Kind nach seinem Glauben erziehen ist nämlich auch nicht möglich, wenn man selbst nicht daran glaubt. Warum um alles in der Welt sollten also Atheisten ihre Kids taufen lassen? Das ist mega hirnlos. Und warum steht das bei jemand der nicht glaubt überhaupt zur Debatte?
    In unserer Gemeinde ist es sowieso nur möglich ein Baby zu taufen, wenn die Eltern dem Glauben angehören.

    1. Laura sagt:

      Hey Doro,

      danke für Dein Feedback. Ja, ich kann es auch nicht verstehen. Gerade wenn man gar keine Berührungspunkte zum Kirche hat. Ich feiere alle Eltern, die nicht taufen!

  27. Vanessa sagt:

    Ich wurde christlich erzogen und trotzdem nicht getauft. Selbst in der Bibel werden keine Kinder getauft. Selbst nach der Bibel ist eine Taufe ein öffentliches Bekenntnis sich für den Glaube an Gott entschieden zu haben. Und sa man dass als Baby nicht kann wurde ich als Baby nicht getauft. Habe mich allerdings dann als Teenager dafür entschieden und wurde damals von unserer Kirche gefragt ob ich aus freien Stücken entscheide denn ich darf nicht gezwungen werden. (In unserer Kirche werden generell keine Babys getauft. Man Segnet die Babys indem die Gemeinde für das Baby betet.)

    1. Markus Fugger von dem Rech sagt:

      Was ist das für eine Kirche, wenn ich fragen darf? Hört sich gut an!

  28. Juliette sagt:

    Hallo!
    Du schreibst, dass kirchliche Einrichtungen auch konfessionslose Kinder aufnehmen. Das ist richtig. Aber weshalb sollte man sein Kind einer kirchlichen Einrichtung anvertrauen, wenn man mit dieser Religion nicht d‘accord geht?

    1. Laura sagt:

      Hey, viele machen das, weil

      – der Kindergarten in der Nähe ist
      – Freunde gute Erfahrungen mit dem Kindergarten gemacht haben
      – man das Konzept gut findet etc.
      – kein anderer Platz frei ist

      Für mich kam es auch nicht in Frage aber ich war nicht darauf angewiesen.

      LG

  29. Maria sagt:

    ich wurde nach meiner Geburt (wurde in einem katholischen Krankenhaus geboren), notgetauft,… von einer Nonne, welche in dem Krankenhaus tätig war.
    Das schlimme an der Sache ist für mich,.. dass die Nonne keine Rücksprache mit meinen Elterrn und Mutter welche sich ja noch im Krankenhaus befand,.. für nötig hielt. Wäre nicht anders möglich gewesen, es wäre zu akut gewesen. Sicherlich meine Eltern hätten mich auch taufen lassen. Dann hätten es meine Eltern entschieden gehabt, aber nicht eine wildfremde Person, welche sich angemasst hat, mich zu taufen, nur weil sie es als notrwendig hielt und weil es IHRER Glaubensvorstellung und Lebenseinstellung bedufte. Die Nonne ging nach der Taufe zu meiner Mama und erklärte ihr, man habe mich taufen müssen, da es nicht gut um mich stehen würde. Meine Mama war zunächst mit sovielen Informationen überfordert,.. ihr war zunächst wichtig die medizinische Vorsorgung ihres Kindes und wird sofort mit der vollzogenen Nottaufe konfrontiert,…. so das sie Angst hatte, ob ich überlebe. Meine Mama ging es dann gar nicht gut,.. dann kam mein Papa und meine Tante hinzu und waren ebenso überrascht,.. ohne kurze Rückmeldung,…. nicht mit solch einer Tatsache im Raum stehen gelassen zu werden. Dann fragte meine Tante, welchen Namen denn die Nonne für mich gewählt hätte und ob man die Mutter gefragt hätte. Nein man hätte nicht gefragt,.. man hätte mich auf den Namen Maria getauft, weil an dem Tag Maria Namen war. Wehren konnte man sich Mitte der 60 ziger Jahren da noch nicht. Ja und ich finde es anmassend dass eine Person eine Taufe durch führt und es nicht schafft, einige Sätze mit der Mutter zu sprechen. Mit welchen Recht konnte die Nonne das tun,.. da hab ich bis heute keine Antwort darauf. Bilden sich diese Katholen ein, etwas besseres zu sein, so dass sie eigenmächtig handeln dürfen,… über ein Leben zu entscheiden,…. wie gesagt eine fremde Person.

  30. Nadine sagt:

    Hallo,erstmal vielen lieben Dank♡ Endlich mal jemand wo der einem sogar noch Mut macht. Wir kauen das Thema Taufe nun auch schon 1 Jahr mit der Familie durch…Die Familie meines Mannes hat kein Problem damit das der kleine später selbst entscheiden soll…ABER meine…Jedes mal hört man wieso er nicht endlich getauft wird…ohne Taufe ist man nichts wert…etc. Wenn man sagt er soll selbst entscheiden dürfen,trifft man auf vollstes
    Unverständnis. Wir als Eltern stehen aber hinter unserem Entschluss, das der kleine keinen Glauben aufgezwängt bekommt und vertreten das auch weiterhin. VIELEN DANK FÜR DEINE ARGUMENTE!♡♡

  31. Markus Fugger von dem Rech sagt:

    Es hört sich vielleicht seltsam an, aber als gläubiger Katholik bin ich gegen die Säuglingstaufe! Gott macht uns ein Angebot und er will, dass wir uns aus freien Stücken entscheiden, es anzunehmen oder nicht. Ein Kind, das getauft wurde, wird sich später nie ganz frei und unbeeinflusst für oder gegen eine Religion oder Konfession entscheiden können, da es durch die Taufe und ggfs. den Empfang weiterer Sakramente vorgeprägt ist. Mein Alternativvorschlag: eine Segnung von Neugeborenen anstatt einer Taufe, diese sollte erst erfolgen, wenn das Kind mündig geworden ist und sich frei entscheiden kann. Die Taufe hat nämlich Konsequenzen. Aus Kirchensicht wird man durch die Taufe lebenslang Kirchenmitglied, unabhängig von späteren persönlichen Entscheidungen für oder gegen eine Kirchenmitgliedschaft!

    1. Gutmensch sagt:

      Genau so ist es nämlich. Denn in der Bibel steht nirgendwo, dass man sich als Säugling taufen lassen soll.
      Gemäß der Bibel wird nur getauft, wer alt genug ist die Botschaft vom Reich Gottes zu verstehen und man muss das Wort Gottes hören, es annehmen – also verstehen und bereuen.
      Und das können kleine Kinder nicht.

      Markus 16,16: „Wer da glaubt und getauft wird, der wird selig werden; wer aber nicht glaubt, der wird verdammt werden.“

      Die Taufe ist also eine bewusste Entscheidung.

  32. Froggy sagt:

    Ich habe mich in einem Forum gegen die Taufe ausgesprochen. Aus genau den gleichen Gründen, die Sie hier erwähnen.
    Aber in dem Forum wurde mir noch ein Argument FÜR die Taufe präsentiert: „Die Taufe versichert Dir, dass Gott Dich unendlich liebt“.
    Mir Wasser über den Kopf giessen, als Liebesbeweis? Wenn mich irgend ein Mensch mit solch einer „Liebes-Erklärung“ beglücken würde, dann erhielte er wohl eine Watschen von mir, oder gleich eine Anzeige.

    1. Laura sagt:

      Hallo Froggy,

      ich weiß gar nicht was ich zu diesem PRO Argument sagen soll. Da frage ich mich eher, wie man sowas als erwachsener Mensch ernst meinen kann.

      Danke für Dein Kommentar!

  33. Sandra sagt:

    Ich finde es schlimm, dass man sich beim Kirchenaustritt nicht vom Taufregister streichen lassen kann.

  34. Alina sagt:

    Vielen Dank für diesen Beitrag! Ich bin von der Familie meines Mannes schon sehr genervt, jedes Mal wenn man sich begegnet wird von Taufe gesprochen meine Tochter wird 3 also kann man sich schon ausmalen wie viele Gespräche es waren! Nach und nach haben sich schon richtige Schuldgefühle in mir gebildet. Ab und zu kam ich sogar auf den Gedanken ich bin eine schlechte Mutter, da ich sie nicht taufen lasse, obwohl ich selber nicht gläubig bin. Irgendwie hat der Beitrag mir gut getan, vielleicht weil ich sehe das ich mit meiner Einstellung, mein Kind selber die Entscheidung zu lassen, nicht alleine bin.

  35. Sven sagt:

    Echt nicht böse gemeint, aber der Punkt das es heuchlerisch ist kann ich vollkommen verstehen, ja es sind freie Tage.

    Aber es sind Christliche Feiertage.
    Ich feier selbst auch kein weihnachten und Ostern etc Pp.
    Und das sollte man auch nicht.
    Ich finde es einfach lustig wie die Leute immer sagen….“familienfest“ als gäbe es sonst im Jahr nie Zeit dafür…… Hmmm vielleicht den Begriff den du gewählt hast…. (neue Tradition) das wäre doch mal was…. Und nicht die vorgegebenen Tage….
    Also heuchlerisch ist es und Punkt.
    Man dreht und wendet die Sachen so lange bis es einem passt.

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