Laura / 18.02.2018 / Familienleben / Family / Schwangerschaft
      

Spontangeburt in Beckenendlage | Wenn das Baby sich nicht drehen will

         
Liebe Leser von Trendshock. Ich bin Steffi von Cuchikind, einem DIY-Blog, auf dem es rund um das Kind geht. Ich habe bereits einen Sohn, der letzte Woche 6 geworden ist und unser zweites Kind kam im Oktober zur Welt. Und zwar in Beckenendlage. Wem das kein Begriff ist, das heißt, er lag einfach verkehrt herum in meinem Bauch und hat sich bis zur Geburt auch nicht mehr gedreht. Ich habe mich gegen den Rat meiner Frauenärztin für eine spontane Geburt entschieden, über die ich euch heute mal ein bisschen erzählen möchte.

Bei unserem ersten Kind war eigentlich alles ganz normal. Er saß perfekt mit seinem Schädel im Becken, nur dass alles sehr schnell ging. Ich hatte keine Vorwehen, es ging sofort mit den richtigen Wehen los und innerhalb von 1,5 Stunden war er draußen. Allerdings musste die Zange eingesetzt werden, weil seine Herztöne schlechter wurden. Also nicht ganz optimal und etwas schmerzhaft für mich, aber alles im Rahmen.
Als es in der 36. SSW hieß, dass unser zweiter Sohn mit dem Kopf oben liegen würde, habe ich mir ehrlich gesagt noch nicht viel dabei gedacht. Er wird sich schon noch drehen. Auf Anraten der Ärztin habe ich jeden Tag die englische Brücke gemacht und mit Glöckchen und Spieluhr alles gegeben. Das hat aber nichts gebracht leider und in der 38. SSW bin ich zum Anmelden in die Uniklinik Frankfurt. Dort ist man auf BEL-Geburten spezialisiert und meine Angst wurde mir komplett genommen. Ein Kaiserschnitt sei risikoreicher und auch schlechter fürs Baby, also habe ich mich für die spontane Geburt entschieden. Vorher wollten wir aber noch eine äußere Wendung probieren. Dabei wird das Baby von außen vorsichtig gedreht. Ich habe einige Wehenhemmer bekommen, damit die Gebärmutter entspannter ist und wurde per Ultraschall überwacht. Die Gefahr eines Notkaiserschnittes besteht dabei immer, so dass ich etwas Bedenken hatte. Am Ende mussten wir das Ganze abbrechen, weil das Baby plötzlich zu schlecht versorgt war.

Es blieb also bei einer spontanen Geburt in Beckenendlage. Ich sollte mich einfach wieder melden, wenn ich Wehen bekommen würde oder die Fruchtblase platzt. 6 Tage über dem Termin war genau das der Fall. Wir haben den Großen also von den Großeltern abholen lassen und sind in die Klinik rüber. Netterweise wohnen wir fußläufig, so dass das kein großer Aufwand war. Das war recht früh morgens und bis abends passierte so gut wie gar nichts.
Um 21:15 Uhr ging es dann gleich recht heftig los, so dass wir sofort in den Kreißsaal gegangen sind. Der Muttermund war schon fast offen und die beiden Hebammen sehr entspannt. Ich hatte ehrlich gesagt damit gerechnet, dass das ganze Zimmer voller Studenten und anderer Schaulustiger steht inklusive Ober- und Kinderärzten sowie Anästhesisten. Aber nichts, nur zwei Hebammen. Ich habe dann mal vorsichtig nachgefragt, ob denn klar wäre, dass ich eine Beckenendlage habe, aber das war ihnen schon bewusst. Gut, ich war auch ein bisschen erleichtert, dass man nicht wie eine Schwerkranke behandelt wird.
Als die Presswehen anfingen, kam ein Oberarzt dazu und hat ein bisschen mitgezogen. Innerhalb von 30 Minuten war unser kleiner Mann völlig unversehrt da. Es ist wohl normal, dass das zweite Kind schneller kommt als das erste, aber so schnell hatte ich es nicht erwartet. Jetzt kann man spekulieren, ob das an der Zucker-Weizenmehl-Diät sechs Wochen vor der Geburt liegt, die Professor Louwen empfiehlt. Ich habe ja keinen Vergleich.
Ich möchte nicht zu sehr ins Detail gehen, aber ganz unversehrt bin ich bei der Geburt nicht geblieben. Bin ich aber bei der ersten auch nicht. Ob es mehr weh tut als wenn er normal gekommen wäre? Ich weiß es nicht, auch hier habe ich ja keinen Vergleich. Auf jeden Fall sah das Baby richtig frisch aus. Keine Schmiere, nicht zerquetscht, schon ready to go.
Für uns war das also definitiv die richtige Entscheidung. Die kann einem aber niemand abnehmen. Es ist wohl so, dass nur etwa 4% der Babys bis zum Ende in der Beckenendlage bleiben und das hat fast immer einen Grund. Bei uns war es so, dass die Nabelschnur einmal um den Hals gewickelt war und er sich deshalb nicht mehr drehen konnte. Wichtig ist nur, dass man eine Klinik findet, die sowas öfter macht und wo man sich einfach gut aufgehoben fühlt.
Unser Sohn ist mittlerweile schon 4 Monate alt und erstaunlich aktiv. Schon direkt nach der Geburt konnte er seinen Kopf halten und er hat sich bei der U2 schon alleine auf die Seite gedreht. Das liegt wohl tatsächlich an der Lage, weil der Rücken gestärkter ist. Ansonsten ist er ein ganz normales, unglaublich gut gelauntes Baby, mit dem wir hoffentlich noch ganz viel Freude haben.

Wenn ihr Lust habt, dann schaut gerne mal bei mir vorbei, ich freue mich über jeden neuen Leser.

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3 Gedanken zu „Spontangeburt in Beckenendlage | Wenn das Baby sich nicht drehen will“

  1. Steffi sagt:

    Liebe Laura,
    danke, dass ich einen Gastpost für dich schreiben durfte. Ich habe das sehr gerne gemacht. Ich wünsche euch weiter ein hoffentlich entspanntes Wochenbett. Die Zeit geht einfach sooo schnell rum. Genießt sie. LG, Steffi

  2. Singh sagt:

    Thanks! Appreciate that 🙂

          

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