Laura / 20.06.2016 / Familienleben / Family
      

Nicht die Mama – Wieso wir uns gegen die Krippe entschieden haben

         

„Und in welcher Krippe ist Aric angemeldet?“ Dieser Frage stellte sich oft, nachdem ich meine Schwangerschaft bekannt gegeben hatte. Nun ist mein Sohn 10 Monate alt und ich müsste mich langsam um Eingewöhnung und Krippenzeiten kümmern. Wieso ich das nicht tue, könnt Ihr jetzt erfahren.

Falsche Vorstellungen

Schon bevor ich auf die Idee gekommen bin schwanger zu werden, hatte ich ausschließlich Kolleginnen, die direkt nach einem Jahr wieder arbeiten gegangen sind – jede aus einer anderen Intention heraus. Eine war alleinerziehend, die eine arbeitet aufgrund von Langeweile und die eine braucht schlichtweg einfach das monatliche Geld. Früher habe ich mir keine großen Gedanken darüber gemacht – das was alle machen muss doch richtig sein?

Der Tag x kam und ich wurde schwanger und zum ersten Mal musste ich mich mit diesem Thema auseinandersetzen. Mein Herz schlug nun anders und für mich war klar: vor dem dritten Geburtstag lasse ich dieses kleine und zarte Wesen nicht in die Fremdbetreuung geben. Das Gesicht meines Mannes werde ich nie vergessen – natürlich soll ein Kind mit einem Jahr in die Krippe, alle machen das so. Jeder den wir kennen. Einige Monate vor dem Entbindungstermin war alles ausgefüllt – Kindergeldantrag, Elterngeldantrag und auch der Kindergartenantrag: für Sommer 2018. Ich kann Euch eins sagen: heute sieht mein Mann es so ähnlich wie ich, ein Baby braucht seine Mama. Ob mit 1 oder mit 2 oder mit 3.

Alles eine Einstellungssache

Es ist leicht darüber so zu schreiben, wenn man die Betreuung nicht an finanziellen Mitteln fest machen muss. Jedoch würden wir es auch mit weniger Geld schaffen – braucht man zwei Autos? Muss meine Kreditrate monatlich wirklich so hoch sein? Brauchen wir zwei Urlaube im Jahr? Es ist ganz oft eine Einstellungssache und ob man bereit ist drei Jahre seinen Luxus zurück stellen zu können und zu wollen.

Sobald ich aber in Diskussionen über dieses Thema einsteige, kommt immer wieder der Ost-West Vergleich. Als ob es erstrebenswert wäre sein Kind mit acht Wochen abzugeben. Wenn ich mich an meine Kindheit zurück denke: bis Ende der Grundschule waren 80% der Mamas zu Hause. Schlüsselkinder? Gab es so gut wie gar nicht.

Warum wird man aber heute schief angeguckt, sobald man sagt, dass man länger als drei Jahre zu Hause bleibt? Wie konnte sich das Bild der liebevollen Mutter in die Richtung der faulen, bildungsfernen, Männer ausnehmenden und asozialen Mutter wandeln? Das Gesellschaftsbild hat sich komplett gewandelt. Zum Nachteil der Mütter, die sich gerne um ihre Kinder kümmern.

Ein gefestigtes Gesellschaftsbild

In den Medien sieht man natürlich so gut wie immer nur die üblichen Hartz 4 Familien, Mama zu Hause mit vier Kindern und einer vollgequalmten Bude. Aber was ist, wenn man einfach sein Leben gerne um 180 Grad dreht und sich erst mit der Geburt seines ersten Kindes das Leben richtig anfühlt? Soll ich für das perfekte Bild in der Gesellschaft einen Job machen, dort in Steuerklasse 5 ein so geringes Gehalt bekommen, welches ich zum großen Teil an die Fremdbetreuung meines Babies zahlen muss? NEIN. Wofür? Damit ich mich zu Hause teilen muss und bei der Arbeit keine 100% geben kann?

„Ich freue mich immer auf meine Arbeit und das getrennt sein von meinem Kind, danach vermisse ich mein Baby immer und bin nicht so genervt. Ich genieße die Zeit mit meinem Kind mehr als Mütter die zu Hause sitzen.“ oder ‚“Die Erzieherinnen können dem Kind ja viel mehr beibringen als die ahnungslose Mutter, die sich zu Hause gelangweilt die Zeit um die Ohren schlägt“ – meine absoluten Lieblingsaussagen, wenn es um dieses Thema geht. Wie kann man überzeugend sagen, dass eine Dame (die höchstwahrscheinlich gleichzeitig auf 15 Kinder aufpassen muss) meinem Kind pädagogisch mehr zu bieten hat, als ich als Mutter? Warum ist es so schwer zuzugeben, dass man auch gerne zu Hause bleiben würde, anstatt sich als Powerfrau und Buessinesswoman darzustellen? In meinem Bekanntenkreis kann ich an einer Hand abzählen wer ehrlich zugeben kann, dass er viel lieber Zeit mit seinem Baby als mit seinem Job zu verbringen. Leider.

Ich entscheide mich für mein Kind

Was bedeutet am Ende mehr: die unvergessliche Zeit mit seinem Baby oder materielle Dinge? Menschliche Wesen sind nicht darauf ausgelegt alleine zu schlafen, alleine zu Essen, von seinen Eltern (Bezugspersonen) getrennt zu sein – und auf gar keinen Fall bevor sie laufen und reden können. Ein Kind unter einem Jahr findet sich selbst gerade und ist sehr mit sich selbst beschäftigt: Interaktionen mit anderen Kindern sind also nicht ausschlaggebend für den Besuch der Krippe. Ich bin nicht Mutter geworden, damit ich mein Kind morgens und abends sehe – und ansonsten nur am Wochenende. Für mich ist das unmöglich nachzuvollziehen und auch nicht mit mir selbst zu vereinbaren.

Weitere wichtige Punkte die für mich gegen eine Fremdbetreuung sprechen sind von persönlicher Natur. Ich stille Aric noch nach Bedarf und kann mir nicht vorstellen, dass wir dies in den nächsten zwei Monaten abstellen können und wollen. Des Weiteren ist Aric ein sensibler Mensch der mir sehr nah steht. Natürlich wird der ein oder andere das als negativ darstellen, aber: man hat ein unglaublich starkes Band – Mama, Papa und Baby. Es ist undenkbar, dass er und wir mit Fremdbetreuung glücklich werden. Mit einem Jahr muss sich noch kein Baby abnabeln. In Zukunft soll außerdem ein Geschwisterchen für Aric folgen, also macht es wenig Sinn ein Baby in die Krippe zu stecken um dann später ein weiteres groß zu ziehen. Für mich gibt es nur einen Grund, dass mein Sohn frühestens mit drei Jahren in den Kindergarten kommt: kleine Freunde mit denen er spielen und toben kann.

Wenn man keine Wahl hat

Leider wird den meisten Eltern die Entscheidung vom Staat abgenommen. EIN JAHR Elterngeld, EIN JAHR wird Deine Stelle im Unternehmen sicher gestellt, ganztags Kitas, ganztags Schulen – alles ist darauf ausgelegt, dass die Mutter von heute wieder Vollzeit arbeiten gehen muss. Sie hat gar keine andere Wahl. Außerdem gab es einen weiteren Schlag ins Gesicht: 2016 wurde das Betreuungsgeld, welches vom ersten bis zum dritten Geburtstag gezahlt wurde, abgeschafft.

Am Ende muss jeder selbst wissen wie er sein Leben gestaltet und es leben will und muss niemandem gegenüber Rechenschaft ablegen außer sich und seinen Kindern. Jeder hat andere Pläne und Ziele und lebt ein anderes Leben: deswegen gibt es kein richtig oder falsch. Ich frage mich aber: Ist es am Ende unseres Lebens wirklich wichtig welche tollen Stellen wir in unserer Karriereleiter besetzt haben oder das wir die einmalige Zeit unserer Babys miterleben konnten? Ich habe MEINEN Weg gefunden und bin glücklich diese Entscheidung treffen zu können und hoffe, dass mehr Mütter überhaupt eine Wahl haben können.

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28 Gedanken zu „Nicht die Mama – Wieso wir uns gegen die Krippe entschieden haben“

  1. Elisabeth sagt:

    Ich bleibe auch zuhause, aus ähnlichen Gründen wie du (zu früh, Arbeiten für den Krippenplatz, kein Bedürfnis arbeiten zu gehen, nr. 2 in Planung). Bisher hatte ich keine allzu blöden Bemerkungen dazu. Und wenn, sage ich mittlerweile meistens „weil wir es uns leisten können „, da kommt dann oft nix mehr.
    Leben und leben lassen…

    1. Laura sagt:

      Hallo liebe Elisabeth, vielen lieben Dank für Dein Kommentar. Die Antwort habe ich einmal getestet – aber in den sozialen Netzwerken. Du kannst Dir gar nicht vorstellen wie groß der Shitstorm war – jeder hat sich angegriffen gefühlt – außer natürlich die Mamas die es genauso sehen wie wir.

      Liebe Grüße

  2. Sabrina sagt:

    Ich habe noch kein Kind und in Produktion ist auch noch keins^^. Ich weiss aber jetzt schon, dass ich 2 Tage arbeiten werde und die restliche Zeit mit meinen Kiddies verbringen werde. Wieso? Mein Beruf ist mir einfach sehr wichtig und macht Spass. Als Lehrerin habe ich den Vorteil, dass Teilzeitpensen die Norm sind.

  3. Inga sagt:

    Liebe Laura
    Ein sehr schön geschriebener Beitrag! Ich vertrete die selbe Meinung wie du, nur dass ich leider keine andere Wahl habe schon im 2Jahr Arbeiten zu gehen, denn ich konnte nicht den Beginn für die Ausbildung um mehr Jahre verschieben.

    Das Bild der Gesellschaft bleibt das gleiche und wie man es auch macht, es gibt immer was auszusetzen.
    Und die Sache mit den Staat habe ich noch nie so gesehen aber auch in diesem Punkt hast du völlig recht. Da wird man sozusagen unter Druck gesetzt.

    Liebste Grüße
    Inga ❤️

  4. Judith sagt:

    Es ist verrückt, wie unterschiedlich unsere Meinungen doch immer sind und wie sehr ich dich unbekannterweise doch ins Herz erschlossen habe.

    Johanna ist ja in etwa so alt wie Aric und ich habe vor ihrer Geburt nach einem neuen Job Ausschau gehalten. Dann kam sie und ich war erst einmal anderweitig beschäftigt. Nichts desto trotz hatte ich weiterhin den Traum beruflich das zu machen, was ich liebe.

    Ich bewundere jede Mutter, die sich voll und ganz auf ihr Kind konzentriert. Ich muss ehrlich sagen, dass ich das nicht kann. Ich liebe sie, aber das alleiniger Mutter-sein erfüllt mich persönlich nicht. Und da ich dank Papa die Möglichkeit habe, werde ich wieder in Vollzeit arbeiten. Allerdings dieses Mal in meinem Traumjob mit flexiblem Arbeitszeit-Modell, home-Office und einer Tagesmutter, die nur eine ganz kleine Gruppe von Kindern betreut. Das ist mein persönliches perfektes Modell… Wie du schon schreibst niemand weiß besser was Aric braucht als du, denn du bist seine Mutter. Ich weiß für meine Erbse allerdings auch, dass sie unheimlichen Spaß in einer Betreuung hat. Woher? Weil wir das natürlich getestet haben.

    Ich finde auch, dass man Müttern mehr Auswahl-Möglichkeiten stellen sollte. Keiner kann besser sagen welches Modell für die Familie passt als die Mutter selbst, aber man sollte Fremdbetreuung auch nicht per se verteufeln.

    1. Laura sagt:

      „Es ist verrückt, wie unterschiedlich unsere Meinungen doch immer sind und wie sehr ich dich unbekannterweise doch ins Herz erschlossen habe.“ Das kann ich – was ich wirklich eigenartig finde – 100% unterschreiben!

      Ich glaube ich bin irgendwann einmal auf Dein Xing Profil gestoßen und soweit ich mich erinnern kann, hattest Du auch einen Job im Einzelhandel? Also nah an dem was ich gemacht habe: Handelsassisent bei H&M und später Filialleitung und Ausbildern. Ich habe diesen Job (dummerweise dachte ich, dass man mit Mode zu tun hat – was leider aber null stimmt) gehasst. Für mich ist mein Blog nebenbei ein ‚Job‘ (auch wenn ich nur wenige Stunden am Tag Zeit investiere), ohne den ich manchmal auch verrückten werden würde. Deswegen verstehe ich, dass man einen Ausgleich braucht. Dein Konzept finde ich super, auch wenn ich nicht der Fan von Fremdbetreuung bin. Aber ihr lebt auch ein ganz anderes Modell. Mal zur Tagesmutter, mal die Mama die im Home Office Zeit für die Kleine hat und ein Papa der da ist. Ich finde eher dieses: Ich gehe Vollzeit los, Kind in die Krippe, morgens kurz sehen, abends kurz sehen und am Wochenende abgeben (da man ja ein Paar ist), fürchterlich. Leider kenne ich von dieser Sorte so unglaublich viele Menschen. Menschen die ihre Belange weit vor ihr Kind stellen aber auch Mütter die so gerne zu Hause bleiben würden und es einfach nicht können. Man muss einfach eine Wahl haben und die haben einfach zu wenig Personen.

  5. Katja sagt:

    Ach, ich bewundere dich wirklich, dass dies für dich die richtige Lösung ist. Ich hatte bei meiner ersten Tochter nach 10 Monaten das Gefühl ich reiche ihr nicht mehr aus! Sie war so ehrgeizig und gierig nach anderen Kindern, dass ich sie getrost mit einem Jahr in Betreuung gegeben habe und ich habe es nie bereut! Bei meiner zweiten Tochter ist es anders, hier wollte ich es so machen wie mit nr. 1 und bin mittlerweile am Hadern. Vielleicht werde ich die Zeit der Betreuung etwas verringern. Mal sehen, ein wenig Zeit ist ja noch!
    Liebe Grüße
    Katja

  6. Danke für diesen tollen und ehrlichen Post! Ich habe keine Kinder, aber ich habe die genau gleiche Einstellung wie du und ich denke wir tuen den kleinen Mäusen keinen Gefallen, wenn wir sie so früh weggeben. Meine Mutter war auch berufstätig und ich durfte meine Kindheit zum Glück bei meiner Oma verbringen. Aber mal ganz ehrlich: ich hätte es gerne anders gehabt und habe meine Freundinnen um ihr Hausfrau-Mütter beneidet.

    Ganz liebe Grüße
    Ines

  7. resMENSA sagt:

    Ja, das finde Ich immer unheimlich DISKRIMINIEREND !!
    Das Blag gehört Euch nicht, Ihr lieben Mütter.
    Das gehört sich selbst.
    Ich verstehe ja, daß Ihr euch immer sehr verbunden fühlt.
    Schließlich habt Ihr es ja sehr lange sehr eng bei Euch gehabt.
    Während der Schwangerschaft.

    Ein liebevoller Kuß des Vaters… Ja, bitte!
    Aber Vollbetreuung? Durch einen MANN??
    Kompetent & liebevoll – Geht denn das überhaupt?
    Da doch eindeutig die FRAUEN die Kinder auf die Welt bringen…
    (durch Jungfernzeugung)
    Ja, das geht…
    dazu diese geradezu absurde Vorstellung,
    daß die leibliche Mutter automatisch die beste Betreuung ergibt, da sie ja ihr Kind am Meisten (oder Besten) liebt.
    IRRTUM!
    Nun steinigt mich – LOL – aber das brennt mir immer sehr auf der Seele – Vorurteile, Umgang mit Kindern, Selbstfindung
    Mein Ton ist etwas rauh… aber die meisten Mütter, die Ich kenne, lassen sich für gewöhnlich nicht so leicht EINSCHÜCHTERN…
    und es entspricht sehr den Emotionen, die dieses Thema bei mir weckt.

    Mehr Mütter und mehr Väter sollten sich leichten Herzens für Kinderbetreuung entscheiden können.
    Bin total dafür… 🙂

  8. Jerome sagt:

    In der Schweiz gibts kein Elterngeld. Den Mutterschaftsurlaub (14 Wochen) gibts noch nicht mal 10 Jahre… Väter haben Anspruch auf 1 Tag Urlaub…

    Vielen bleibt leider keine Wahl. Wir haben uns bewusst für die Kita entschieden: https://mamarocks.ch/2017/02/28/kita-kind-stolz-darauf/

    1. Laura sagt:

      Hey Jerome,

      ich persönlich finde 14 Wochen einfach viel zu kurz, da ist das Baby ja wirklich noch sehr sehr klein.

      Stolz darauf sein Kind in die Kita zu geben kann ich ehrlich nicht nachvollziehen. Für mich ist die Kita nur ein Ort, damit Kinder schon die ersten Freunde für den Schulanfang finden – nicht mehr und nicht weniger.

      Liebe Grüße

      1. Mama mal 3 sagt:

        Ich glaube eh, dass man da nochmals unterscheiden muss weil die Kita in DE eher wie der Kindergarten ab 4 in der CH aufgebaut ist…

  9. Mama mal 3 sagt:

    Ich finde es immer „herzig“, wie die Deutschen über dieses Thema diskutieren, ob mit 1 oder 3 Jahren oder, oder… in der Schweiz erwarten eine werdende Mutter genau 16 Wochen Karenz und die sind NACH der Geburt (davor arbeiten also die meisten bis Termin). Und wenn man wieder in den alten Job zurück will oder muss, dann nach 16 Wochen. Ich finde es eine Sauerei! 6 Monate fände ich das Minimum, dann ist wenigstens die Vollstillzeit von 6 Monaten garantiert. Viele Frauen müssen also zum stressigen Job auch noch in den Pausen abpumpen, oft auf der Toilette. Oder sich das Kind zum Stillen bringen. Oder eben langsam abstillen. Väter haben gar kein Recht darauf, mehr als 1 Tag zuhause zu bleiben. Viele nehmen dann Urlaub, aber mehr als 2 Wochen liegen kaum drin bei 4 Wochen Jahresurlaub. Katastrophe! Eltern- oder Betreuungsgeld gab es NIE in der Schweiz. Die Kita-Preise richten sich nach dem Lohn der Eltern und sind meist dermassen hoch, dass unterm Strich bei den wenigsten viel übrig bleibt, wenn überhaupt. Das Finanzielle ist also nicht mal der Grund, um wieder zu arbeiten, sondern eher das „Drin bleiben“ oder die „Abwechslung“, der „Selbstwert“, vielleicht die gesellschaftliche Erwartung…
    Dennoch gibt es natürlich 100 verschiedene Modelle zwischen Grosseltern, Reduktion der väterlichen Arbeitszeit für gemeinschaftliches Betreuuen, Nannys, Tagesmütter, Nachbarn, Freundinnen, etc. Für zuhause bleibende Kinder gibt es ab 3 Jahren Spielgruppen, die so 2-3h dauern, 1-2x die Woche. Und ab 4 Jahren beginnt die Schulpflicht. Spätestens dann treten in der Schweiz die Kinder also in den Kindergarten ein, der 2 Jahre dauert. Danach kommt die Primarschule.

    1. Laura sagt:

      Ganz ehrlich? Ich finde das hört sich so schrecklich an. Das ist wirklich familienfeindlich!

      Das mit der Schulpflicht ab 4 wusste ich gar nicht – also wenn ich das alles lese, könnte ich NIEMALS in der Schweiz wohnen. Für mich hört sich das schon fast wie ein Alptraum an.

      Liebe Grüße und Danke für den Einblick <3

      1. Mama mal 3 sagt:

        Ja, da sind wir regelrecht rückständig… bis da mal eine gescheite Lösung gefunden wird… da mahlen die Mühlen einfach viel zu langsam. Natürlich muss man individuell schauen. Es gibt kulante Chefs, die mit sich reden lassen… Unternehmen, die mehr Urlaub geben. Aber das sind wenige Ausnahmen…
        Für Väter läuft immerhin gerade eine Initiative, aber ob die angenommen wird: http://www.vaterschaftsurlaub.ch/initiative …?

        Ich habe jeweils 8 Monate abgewartet und dann meine Kinder langsam bei Tagesmutter/Kita für das Minimum (2 halbe Tage) eingewöhnt. Für mich war das wichtig weil ich ansonsten keine verlässliche Betreuung habe, also schon ein Friseurbesuch wäre schwierig zu organisieren gewesen. Da ich freischaffend und mehrheitlich von zuhause aus arbeite (als Journalistin und Trageberaterin), war es für mich einfach gut, diese zwei halbe Tage für Termine fix angeben zu können. Die 8 Monate mussten sein, weil meine Kinder eher länger Vollzeit gestillt wurden. Nach 8 Monaten kamen sie gut mit Beikost aus während ich weg war und wurden ansonsten gestillt – das war mir wichtig. Bei der Kita hier im Ort habe ich ein gutes Gefühl, meine Mittlere ging sehr gerne hin (wäre sogar noch öfter hin gegangen, als sie etwa 4 Jahre alt war forderte sie das sogar, aber ich musste natürlich ablehnen). Der Grosse hatte eher Mühe aber zwei halbe Tage fand ich vertretbar… mehr könnten wir uns auch gar nicht leisten. Ein halber Tag kostet mich glaubs CHF 74.- (ohne Mittagessen). Als Freischaffende bekomme ich auch nicht wie Angestellte einen Anteil an die Krankenkassenprämien, die hier enorm teuer sind. Mein Mann verdient zum Glück etwas mehr, aber dennoch kommen wir gerade so aus mit Haus, Auto und nun 3 Kindern…

      2. Laura sagt:

        Das mit dem zwei Tagen kann ich verstehen, Du brauchst ja feste Tage die Du zusichern kannst. Aber diese Preise sind doch utopisch – dann geht man doch am Ende nur arbeiten, damit man sein Kind in eine Betreuung geben kann.
        Die Schulpflicht ab 4 Jahren habe ich mir schon wie einen Kindergarten vorgestellt. Aber ich finde es schon echt früh „gezwungenermaßen“ schon los zu müssen.

        Ich finde es wirklich schrecklich, dass es keinerlei Hilfe in der Schweiz gibt. Dieses eine Jahr Elterngeld finde ich in Deutschland schon wirklich wenig – es kann doch nicht im Sinn des Staates sein, dass man sein Kind nicht selbst betreuen kann.

        Liebe Grüße

      3. Mama mal 3 sagt:

        Die Schweiz ist leider kein Sozialstaat. Die Wirtschaft ist wichtiger… überall heisst es, dass man Frauen nicht so gut ausgebildet hat damit sie nachher „zuhause hocken“. Das ist ja gut und recht und jede wie sie mag (ich würde nicht wollen), aber das selbe gilt halt automatisch auch für den Mann. Es sind erst wenige, die tatsächlich reduzieren (wollen oder überhaupt können, die Arbeitgeber sehen das nicht gern), um dann auch mal zuhause die Betreuung zu übernehmen. Wenn man es (halbwegs fair) aufteilt, gut. Aber beide Kinder tagtäglich Vollzeit in der Kita damit die Eltern arbeiten können (das wäre für die Wirtschaft offenbar das Ideal!), finde ich auch furchtbar.

      4. Laura sagt:

        Ich finde jeder sollte das doch selbst entscheiden und nicht der Staadt. Ich habe auch ein Abitur und eine ziemlich gute Ausbildung (Studium habe ich damals abgebrochen) – aber ich sehe mein Leben ganz anders. Unsere Kinder sind ja nur einmal so klein, da bleibe ich gerne länger zu Hause. Für immer wäre es mir auch zu langweilig, aber diese wichtigen Jahre sollten mehr Unterstützung erfahren.

        Mein Mann konnte leider keine Elternzeit nehmen, da er Selbstständig ist. Aber in meinem Bekanntenkreis gibt es auch die ein oder andere Familie, in der sich der Vater auch keine Elternzeit erlauben konnte – das Unternehmen hätte ihm danach eine schlechtere Stelle gegeben.

  10. Bianka Puls sagt:

    Danke für den Beitrag, du sprichst mir aus der Seele.

    Es ist echt unglaublich was man sich alles anhören muss, wenn die Kinder zu hause bleiben. Hier kommt Vorallem von Familie und Freunde fad die Kinder doch eeeeendlich mal in den kiga/Krippe gehören.
    Mein großer (3) war tatsächlich mit 11Monaten in der Krippe, einfach weil ich dachte das es so muss. Alle anderen gingen ja auch. Er fand es super, ich litt erheblich. Mein Job machte mir keinen Spaß, ich war unkonzentriert usw… Zum Glück, wie ich mittlerweile finde:), wurde mir nach dem ersten Winter gekündigt, weil ich so oft wg Krankheit vom Kind u hause bleiben musste und einfach zeitlich unflexibel war.

    Vor einem Jahr kam schon unsere Lütte und mit ihr nahm ich den großen aus der Betreuung.. Ich wollte meine Kinder einfach bei mir haben. Fand es für ihn auch unfair das das Baby und ich zu hause sind und er nicht.

    Und was soll ich sagen….. Es ist sehr anstrengend, nervenaufreibend, ich existiere nur noch für die Kinder, der Haushalt sieht oft aus wie ein Schlachtfeld…. ABER ich liiiebe es 🙂

    Im nächsten Jahr werden wir dann entscheiden ob die Lütte dann mit 3 schon in den kiga kommt oder noch zu hause bleibt. Der große freut sich aber schon auf sein letzten Jahr vor der Schule im kiga,damit e seine Mitschüler kennenlernt

  11. Margit sagt:

    Vor meiner Schwangerschaft war mir mein Job total wichtig! Ich hab immer gern und viel gearbeitet! Dann wurde ich Mutter! Mein kleiner Stern ist jetzt 19 Monate alt und wird mit zwei Jahren in die Krabbelstube gehen (Kindergrippe in Österreich). Unabhängig davon, dass ich ab März wieder arbeiten gehen muss, finde ich es bereichernd für Phil einer Kindergruppe anzugehören. Da ich mir aber der Bindungstheorie sehr bewusst bin – ich bin Pädagogin – ist es mir wichtig, dass Phil zu Beginn lediglich an drei Tagen und nur bis Mittag außerhalb unserer Familie betreut wird. Ich schließe eine Aufstockung nicht aus, aber ich möchte zuerst schauen, wie es ihm mit diesen neuen Eindrücken und Erfahrungen geht. Gott sei Dank kann meine restliche Arbeitszeit mit Kinderbetreuung innerhalb der Familie abgedeckt werden…
    Wenn ich frei entscheiden könnte u nicht durch äußere Umstände wieder arbeiten gehen müsste, würde ich gerne noch länger bei meinem Schatz zu Hause bleiben! Dies ändert aber nichts an meiner Einstellung, dass ich eine zeitlich angemessene externe Kinderbetreuung als förderlich sehe.

    Wenn ich deinen Text richtig verstehe scheinen die gesetzlichen Bestimmungen in Österreich anders zu sein: Wir haben bis zum zweiten Geburtstag unserer Kinder Anspruch auf einen gleichwertigen Arbeitsplatz und Anspruch auf Elternteilzeit wenn man eine gewisse Zeit bei einer Firma war, dass heißt, dass man gesetzlich Anspruch hat eine Teilzeitstelle zu bekommen!

  12. Judith Friedmann sagt:

    Liebe Laura,
    mal wieder sprichst du mir aus der Seele! Auch wenn der Artikel schon ein paar Monate alt ist und ich ihn erst jetzt gelesen habe, habe ich absolut die gleiche Meinung zu dem Thema wie du! Meine kleine Maus war noch nicht mal auf dem Weg und ich wusste: wenn ich einmal Kinder haben werde, dann werden die nicht vor ihrem 3. Geburtstag in den Kindergarten gehen. Das hat für mich genau die gleichen Gründe, die auch du genannt hast + dass es bei mir damals (ich bin 1993 geboren und komme aus dem Schwarzwald, aus Obersasbach bei Sasbachwalden) sogar gar nicht erlaubt war sein Kind in den Kindergarten zu geben bevor es 3 Jahre alt war. Und das aus so vielen guten Gründen, die ich absolut unterschreiben kann! Und noch ein + wenn ich schon 3 Jahre Elternzeit vom Staat bekomme, warum sollte ich die dann nicht nehmen? Ich bin nämlich auch der Meinung, dass die Betreuung durch die eigene Mutter die beste ist und tausend mal besser ist als jede Form von Fremdbetreuung. Und zu dem Thema: soziale Kontakte also dass meine Tochter Freunde findet kann ich nur sagen dass ich wöchentlich so oft mit vielen anderen Mamis und Kindern treffe dass das Freunde finden wirklivh nicht zu kurz kommt!
    Ich muss dir auch zustimmen dass es mit dem einen Jahr Elterngeld echt unverschämt ist! Natürlich besteht die Option auf Elterngeld Plus was 2 Jahre Elterngeld bedeutet, jedoch aber auch dadurch monatlich nur halb so viel Elterngeld wie bei dem einjährigen Modell. Zum Glück bekommen wir finanzielle Unterstützung vom Staat also vom Jobcenter, dem Sozialamt und der Wohngeldstelle. Das finde ich echt super. Und das Kindergeld ja noch das ja jedem Kind zusteht.
    Mit unserem Arbeitsplätzen haben wir echt Glück: mein Partner und ich sind beide Gesundheits- und Krankenpfleger und arbeiten im selben KH. Wir haben beide einen unbefristeten Arbeitsvertrag direkt nach der Ausbildung dort erhalten. D.h. ich bekomme auf jeden Fall meinen Arbeitsplatz wieder den ich vor der Schwangerschaft auch schon dort hatte und mein Freund auch, egal ob ich jetzt nach 1 Jahr oder mach 3 Jahren zurück komme oder sogar noch später (falls ein 2. Kind in der Elternzeit kommen sollte). Da mein Freund und Papa unserer süßen Lea auch gerne Elternzeit nehmen will haben wir uns darauf geeinigt dass ich 2 Jahre Elternzeit mache und er danach 1 Jahr macht und danach erst kommt Lea in den Kindergarten 🙂 und keinen Tag früher 🙂 so haben wir auch mit all unseren Anträgen auch den Antrag auf einen Kindergarten Platz gestellt: auf Juni 2019 (Lea ist im Juni 2016 geboren). Jetzt ist meine Tochter 16 Monate alt und ich stille sie noch und hab jetzt schon Angst und weiche Knie wenn ich allein daran denke dass ich nach ihrem 2. Geburtstag wieder arbeiten gehen werde. Aber ich weiß ja dass sie bei Papa in guten Händen und bester Betreuung ist. Vor der Zeit nach ihrem 3. Geburtstag hab ich noch mehr Angst, aber ich bin ein optimistischer Mensch und glaube dass alles gut laufen wird und zum Glück ist bis dahin noch viel Zeit und ich werde jede Sekunde davon mit meinem kleinen Schatz genießen! <3 <3 <3

    1. Motherheart sagt:

      Oh wie toll, sowas lesen zu dürfen.
      Wir haben uns komplett gegen die Fremderziehung entschieden.
      Mein Mann verdient gut und hat dazu noch super Arbeitszeiten.Er ist täglich um 14:30 Uhr Zuhause.Fängt aber um 05:00 uhr morgens an.

      Unsere Töchter haben nur 14 Monate altersunterschied und schon nach der Geburt meiner ersten Tochter war mir klar, das Fremderziehung für mich nicht in Frage kommt.
      Wir haben die Wahl und somkt die richtige Entscheidung getroffen.
      Meine Große ist ab nächstes Jahr schon ein Schulkind und meine Kleine, folgt ein Jahr später.
      Es war und ist manchmal hart…aber wir genießen es trotzdem.
      Am schlimmsten waren für mich immer diese wirklich unterirdischen und Hasserfüllten Kommentare anderer Mütter.
      Und immer dieses Vorurteil, das Kinder, die keinen Kindergarten besuchen, sozial verwahrlost sind.
      Ja,sie haben nicht jeden vormittag mindestens 14 andere Kinder um sich herum.
      Aber als ausgleich haben wir von Anfang an Kurse besucht, in denen sie mit anderen Kindern spielen können.
      Das machen wir auch heute noch so!
      Meine zwei sind toll und vorallem gut erzogen.
      Bei Kigakinder kann ich sowas leider nicht immer behaupten.
      Da habe ich oft das Gefühl, das sie immer sofort auf Krawall aus sind.Alles muss verteidigt werden.
      Eine Erzieherin kann soviele Kinder einfach nicht erziehen.Ihnen Werte und Anstand richtig beibringen.
      Ich finde das Kindergärten einfach nur Sammelorte sind,in den eine Erzieherin über viel zu viele Kinder ein Auge halten muss, bis die Eltern eintreffen.

      Aber ich habe diese Meinung eigentlich immer für mich behalten, weil jeder so leben soll, wie er es am besten für sich und seine Familie findet.
      Nur kommt man irgendwann an einem Punkt an, an dem einen der Kragen platzt!
      Das ist dann einmal passiert und ich meine Kinder mit dem Kind einer anderen Mutter verglichen.
      Meine stehen ihren Altersgenossen in nichts nach!
      Seitdem,stell ich auf durchzug und lächle nur vor mich hin,wenn der Ki dergarten irgendwo thematisiert wird und ich im Mittelpunkt der Mutterherde stehe.
      Ich habe keine Kinder bekommen, um sie wegzugeben und schon gar nicht, wenn ich es nicht aus finanzieller Sicht muss.
      Ich bin Vollzeitmama und habe einen harten aber auch schönen Job.Meine Familie!

  13. Sarah sagt:

    Ich bin ganz ehrlich. Ich finde diesen Text schrecklich. Und das hängt nicht unbedingt damit zusammen, dass ich nicht deiner Meinung bin. Ich finde du näherst dich diesem emotionalen Thema mit der gleichen gefühlslosigkeit, mit welcher die im Text zitierten Mütter deine Situation bewerten. Zum einen wird sich über die Standard Kommentare von arbeitenden Mütter gegenüber Homeworking Mums beschwert, um dann ebenso ohne Feingefühl die Standardfloskeln zu zitieren.ich möchte dazu anmerken: es gibt mehr als nur finanzielle Gründe um wieder arbeiten zu gehen. Z. B. Der pure Spaß an der Arbeit. Und trotzdem möchte ich behaupten, gibt es im Leben jeder arbeitenden Mutti Tage an denen Sie lieber mit den Kindern zu Hause Zeit verbringen möchte. Wichtig ist, das man sich am Ende des Tages als Familie wohl fühlt. Es ist unbestritten, dass beide Modelle nicht immer einfach sind.

    1. Laura sagt:

      Natürlich darfst Du ihn schrecklich finden, aber jeder hat eine andere Meinung dazu. Gehen wir mal von dem finanziellen Aspekt weg und sagen, eine Frau will lieber nach einen Jahr wieder arbeiten gehen, weil es ihr Spaß macht. Ganz ehrlich? Man lebt nur einmal und wenn einem der Job so viel mehr Spaß macht, als seinem Nachwuchs in den ersten drei Jahre beizustehen (ES SIND DIE DREI WICHTIGSTEN JAHRE IM LEBEN EINES MENSCHEN), dann habe ich da einfach kein Verständnis für. Du kannst es ja gerne so machen wie Du es möchtest, genauso wie viele andere Frauen. Mir gehts darum, dass vielleicht ein paar Mütter, die noch nicht entschieden haben wo es hingehen könnte, meinen Weg einschlagen. Am Ende muss man sich dann im klaren sein welche Ansprüche man an sich selbst hat. Meine sind gegenüber meinen Kindern gewaltig.

  14. Ilo sagt:

    Wie wahr…
    Als ich auf meine Arbeit von Anfang an klar stellte, dass ich auf jeden Fall zwei Jahre Elternzeit nehme, das dritte behalte ich mir vor (es war mir zu peinlich sofort drei zu nehmen, weil die Blicke so verurteilend waren) wurden mir sofort alles negative aufgezählt.
    Auf der Karriereleiter komme ich dann nicht mehr so schnell vorwärts, so eine lange Auszeit, da ist man raus aus dem Thema.
    Als ich dann nach kurzer Zeit wieder (gewollt) schnwänze wurde (auch das habe ich nie mitgeteilt, weil viele das als Schande ansehen), waren die Kommentare und Blicke schon fast unerträglich.
    Doch wozu bringe ich dann Kinder zur Welt.
    Ich will und wollte immer das ich meine Werte mit auf den Weg geben kann.
    Die Erzieher/innen geben meinen Kindern vielleicht etwaskt auf den Weg, was ich gar nicht so sehr und unterstütze.
    Da es bei uns auch finanziell gut aussieht (kein Luxus, aber wir leben gut) kam es für mich und meinen Mann nie anders in Frage, als das ich (nicht weil ich die Frau hin und er der Mann, sondern weil es in meinem Beruf eben leichter zu vereinbaren war) zu Hause bleibe.
    Trotzdem verstehe ich die Fälle, wo es finanziell nicht anders geht und werde auch nie darüber urteilen.
    Doch für uns war es der einzig richtige Weg.

    1. Laura sagt:

      Hallo meine Liebe,

      es ist schon traurig, dass man als Frau negativ bewertet wird, weil man sich für die „Erziehung“ der Kinder entscheidet.

      Für mich persönlich war es auch der richtige Weg und ich kann sagen, dass ich es jeder Mama so raten würde.

      LG

  15. Kitty sagt:

    Ich glaube egal wie rum man es macht, es ist immer falsch.
    Ich kenne wirklich viele Mütter, die mit ihren Kindern 3 Jahre zuhause geblieben sind und auch welche die schon das Kind mit 1 einem Jahr oder sogar noch früher durch andere bereut werden .
    Und die eine Gruppe verurteilt meistens die andere Gruppe.
    Ich hatte mein Kind mit 2,5 bei einer Tagesmutter untergebracht und später kam es in den Kindergarten und nachmittags war er nochmal bei der Tagesmutter, weil einfach meine Arbeitszeiten nicht abgedeckt wurden.
    Und ich hab oft mir Kommentare anhören müssen, dass ich eine schlechte Mutter wäre. Vor allem von Frauen, die gar keine Kinder hatten. „Wenn ich kinder habe, werde ich sie selbst bereuen “ Ende der Geschichte ist, die meisten von ihnen haben ihr Kind schon viel früher in fremdbetreuung abgegeben.
    Es soll jetzt niemanden verurteilen.
    Ich hätte es damals anders gemacht, wären meine Lebensumstände anders gewesen, bei mir gab es damals leider keine Alternative.
    Aber um so wichtiger ist es doch, dass die heutige Frau eine Wahl hat, wie lange sie zu Hause bleiben möchte oder auch nicht.
    Oder ob sogar der Papa zu Hause sein möchte oder nicht. Jedes paar soll ihre Entscheidung treffen, so wie es für alle Beteiligten passt und alle zufrieden sind.
    Wir als Eltern sollten aufhören andere Eltern zu verurteilen

    Es freut mich sehr, dass ihr eine Lösung gefunden habt und ich wünsche euch eine tolle familienzeit

  16. Lana sagt:

    Danke für den tollen Beitrag! Du sprichst mir aus der Seele.
    Ich kann mich noch gut an die Blicke meiner Kollegen erinnern, als ich sagte, dass ich drei Jahre Elternzeit beantragen werde. Und jetzt, wo mein Kind auf der Welt ist, kann ich sagen: es war die richtige Entscheidung! Ich könnte für kein Geld der Welt meinen kleinen Schatz so früh irgendwo abgeben.
    Finanzielle Einbußen haben wir natürlich, jedoch sag ich immer Wo ein Wille, da ein Weg. Alles ist machbar. Von mir aus brauche ich ein paar Jahre nicht in den Urlaub. Dafür habe ich Zeit mit meinem Kind.
    Ich finde es traurig, dass es in unserer Gesellschaft normal geworden ist, seine Kinder so früh abzugeben.
    Mal sehen, was diese frühe Fremdbetreuung für Folgen für die Kinder haben wird, wenn sie älter sind.

          

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