Habe ich zu wenig Milch? | 7 Tipps, um die Milchmenge zu steigern

29. Oktober 2019

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Jeder Anfang ist schwer – besonders der Stillstart zwischen Mama und Baby. Schnell lässt man sich verunsichern und bekommt auch einige nicht hilfreiche Tipps. Dann gibt es Zeiten, in denen kommt es einem so vor, als ob das Baby nicht wirklich satt wird und die Milch nicht fließt. Habe ich genug Milch? Wird mein Kind satt oder muss ich zufüttern? Warum kommt keine Muttermilch, wenn ich abpumpe?

Genau diese Fragen habe ich mir des Öfteren gestellt.

Persönliche Erfahrungen

Bei meinem ersten Kind war der Stillstart alles andere als schön. Ich habe auf Anraten des Klinikpersonals zugefüttert und nach Plan gestillt. Zum Glück hatte ich Hilfe in der Familie, sodass ich nach kurzer Zeit die Ersatzmilch abgesetzt habe. Meinen Großen habe ich insgesamt 23 Monate gestillt, bis er sich selbstständig abgestillt hat.

Selbst mit der Erfahrung und dem Wissen vom ersten Kind, habe ich bei einem zweiten Stillkind das ein oder andere Mal gedacht, dass meine Milch zu wenig sein könnte. Ich musste mich immer wieder daran erinnern, dass sich mein Körper auf den erhöhten Bedarf des Babys einpendeln muss. Mein Kleiner hat noch nie Ersatzmilch getrunken und wird seit 21 Monaten gestillt.

Hilfe, ich habe zu wenig Milch

Keine Panik, jede Stillende hatte diese Gedanken schon einmal. Jedoch gibt es viele Faktoren, die rein gar nichts mit der Milchmenge zu tun haben.

Folgende Faktoren haben nichts mit Deiner Milchmenge zu tun:

  • Wenn du beim Abpumpen keine Milch gewinnen kannst
  • Dein Baby häufig gestillt werden möchte (Clustern)
  • Dein Kind nur auf Dir liegen möchte
  • Dein Baby nur ganz kurz stillt
  • Dein Kind ganz lange stillen möchte
  • Deine Brüste nicht mehr so fest wie beim Milcheinschuss sind
  • Deine Brüste nicht mehr auslaufen
  • Du kleine Brüste hast

Anzeichen für zu wenig Milch

Es kommt sehr selten vor, dass die Milchproduktion gering ist. Falsche Tipps, wie das Stillen nach Stillplan und nicht nach Bedarf, oder das falsche Anlegen des Babys, können die Aufnahme oder Produktion von Muttermilch erschweren.

Dies sind Anzeichen, dass dein Baby nicht genug Milch bekommt. Sollte eines dieser Anzeichen auf Euch zutreffen: Sucht bitte einen Arzt auf.

  • Dein Baby hat zu wenig nasse oder volle Windeln: Gerade in der Anfangszeit ist man ununterbrochen dabei Windeln zu wechseln. Babys sollten um die fünf bis sechs nasse Windeln pro Tag haben. Wenn Dein Baby viel weniger nasse Windeln hat, bekommt es eventuell zu wenig Milch.
  • Dein Baby nimmt nicht genug zu: Neugeborene verlieren in den ersten paar Tagen 5%-7% ihres Geburtsgewichts. Danach sollten Babys jedoch mindestens 20 bis 30 g täglich an Gewicht zulegen und zwischen Tag 10 bis 14 wieder ihr Geburtsgewicht erreicht haben. Sorgen musst Du dir machen, wenn Dein Baby 10% oder mehr seines Geburtsgewichts verloren oder nach fünf bis sechs Tagen noch kein Gewicht zugenommen hat.
  • Dein Baby dehydriert: Anzeichen einer Dehydrierung sind dunkler Urin, ein trockener Mund, Gelbsucht oder ein lethargisches Baby. Fieber, Durchfall, Erbrechen oder Überhitzung können eine Dehydrierung bei Babys verursachen.

7 Tipps um die Milchmenge zu steigern

1. Das Zauberwort: Anlegen und Entspannung

Die Milchproduktion ist abhängig davon, wie hoch die Nachfrage ist. Ihr solltet nach Bedarf stillen und auf keinen Fall nach Zeitplan. Sobald die Brust leer getrunken wurde, wird an das Gehirn ein Signal gesendet, welches den Körper dazu aufruft neue Milch zu produzieren.

Je mehr Milch von der Brust abgetrunken wird, desto mehr wird dem Körper signalisiert, dass die Produktion gesteigert werden muss. Das Saugen des Babys zwischen 10-12 mal innerhalb 24 Stunden hilft dabei die Milchproduktion anhand des Bedarfs Eures Kindes einzustellen (also knapp alle 2-3 Stunden). . Wenn Eurer Baby nur kurz trinkt, müsst Ihr es dafür öfter anlegen.

Geratet nicht in die Zufütterungsfalle: Viele Frauen greifen zur Ersatzmilch, sobald sie das Gefühl haben weniger Milch zu produzieren. Da das Baby dann nicht an der Brust saugt, wird die Produktion von Milch reduziert. Zufüttern ist der erste Schritt zum Abstillen.

Mein Baby will ununterbrochen an die Brust

2. Richtiges Anlegen

Nur durch richtiges Anlegen können die Brüste richtig leer getrunken werden. Die Milchproduktion kann nur richtig in Gang gebracht werden, wenn die Brüste ausreichend leer sind. Wichtig ist, dass das Baby nicht nur die Brustwarze, sondern die Warze mit dem Warzenhof im Mund hat und einen kleinen Fischmund beim Trinken macht.

3. Entspannung für Mutter und Baby

Solltet Ihr einige Schwierigkeiten haben, empfiehlt es sich Haut an Haut, mehrere Tage im Bett für das Stillen einzuplanen. Ihr sollt Euch besser kennenlernen, kuscheln, stillen und viel schlafen – Bis Ihr Euch auf Eure Bedürfnisse eingestellt habt.

Entspannt Euch und lasst Euch nicht stressen. Der Stress und die Unsicherheit lassen sich schnell auf das Baby übertragen. Solltet Ihr zu sehr verkrampfen und in Stress geraten, kann der Milchspendereflex blockiert werden.

4. Die richtige Ernährung

Wusstet Ihr, dass die Milchmenge sinkt, wenn ihr eine Kalorienzufuhr von unter 1500 Kalorien zu Euch nehmt? Ihr sollt nicht für zwei Personen essen, aber nehmt genügend Nahrung und Flüssigkeit zu Euch, damit Eurer Körper gut arbeiten kann.

Lebensmitteln wie Anis, Basilikum, Bockshornklee, Brennnessel, Dill, Fenchel, Gartenraute, Kümmel, Majoran und Zitronenverbenenblättern wird eine milchbildende Wirkung zugeschrieben. Dazu gehören auch Gries, Reis, Kartoffelprodukte, Gerste, Hafer und Malz (z.B. als Malzbier).

5. Brustmassage

Die Milch fließt besser, wenn die Brust vor dem Stillen erwärmt wird. Das kann man durch eine warme Dusche oder eine Rotlichtlampe erreichen. Auch Theromopads von Philips Avent sind super hilfreich, da diese kühl und erwärmt auf die Brust gelegt werden können.

Danach solltet Ihr die Brust 1-2 Minuten lang mit eingeölten Händen massieren. Dazu setze Dich etwas vornübergebeugt hin, legst eine Hand oben auf die Brust, die andere Hand unter die Brust. Dann „rolle“ die Brust sanft in den Händen hin- und her.

6. Abpumpen mit einer elektrischen Milchpumpe

Das Pumpen mit einer elektrischen Milchpumpe ist perfekt zum Nachpumpen. Weshalb Nachpumpen? Wie wir gelernt haben, wird dem Gehirn erst nach vollständiger Entleerung signalisiert, dass neue Milch produziert werden muss. Sollte ein Baby also nicht komplett austrinken, wird auch nicht groß neue Milch produziert. Eine Muttermilchpumpe kann außerdem einen Milchspendereflex auslösen. Wichtig ist auch hier: Nicht die Dauer des Abpumpens ist ausschlaggebend, sondern die Häufigkeit auf den Tag verteilt.

Besonders empfiehlt sich eine Doppelpumpe, denn mit einer Doppelpumpe könnt Ihr beide Brüste gleichzeitig abpumpen. Beide Brüste werden also gleichermaßen entleert und können neue Milch produzieren. Ein weiterer Vorteil: Ihr spart viel Zeit.

Meine erste Wahl: Die Philips Avent Komfort-Doppelmilchpumpe

Philips Avent hat eine ganz besondere Doppelmilchpumpe im Sortiment. Wir nutzen die Pumpe aus vielen verschiedenen Gründen. Das Design der Pumpe ist einzigartig, denn beim Pumpen fließt die Milch auch in aufrechter Haltung in die Flasche und man muss sich nicht extra nach vorne lehnen. Durch das entspanntere Sitzen wird der Milchfluss sehr erleichtert.

Die Milchpumpe hat außerdem weiche Massagekissen, welche sich um die Brust legen. Das Gewebe der Kissen erzeugt ein wärmendes Gefühl auf der Haut und regt den Milchfluss an. Nebenbei werden mit der Pumpe die Saugbewegungen des Babys imitiert und dadurch der Milchspendereflex angeregt.

Sobald die Pumpe eingeschaltet wird, startet der Stimulationsmodus. Dieser Modus regt den Milchfluss sanft an und bereitet die Brust auf das Abpumpen vor. Insgesamt gibt es drei Abpumpeinstellungen – für jeden Geschmack so wie es am angenehmsten ist.

Da die Muttermilch direkt in einem Fläschchen aufgenommen wird, kann diese direkt zum Einsatz kommen. Es ist kein extra umfüllen nötig.

Die Die Philips Avent Komfort-Doppelmilchpumpe arbeitet leise und lässt sich einfach schnell säubern.

Beim Abpumpen kommt wenig bis keine Milch

Wichtig ist: Die Menge der abgepumpten Milch sagt nichts über die tatsächliche Milchproduktion aus. Beim Stillen gewinnt das Baby mehr Milch aus der Brust als durch das Pumpen. Weshalb? Der Grund ist der fehlende Milchflussreflex. Dieser wird durch die Stimulation der Brustwarze ausgelöst. Dieser Reflex kann auch durch die Stimme des Babys oder ein Bild ausgelöst werden

Um mehr Milch beim Abpumpen zu gewinnen, solltet Ihr Euch viel Entspannung und Zeit gönnen. Eile und Stress können den Milchfluss beeinträchtigen. Eine warme Dusche, eine Rotlichtlampe, ein Waschlappen oder eine Philips Avent Thermogeleinlage, sowie eine Brustmassage können den Milchfluss anregen. Die größte Milchmenge bekommt Ihr direkt nach dem Stillen aus der Brust.

7. Hol Dir professionelle Hilfe

Sollten alle Tipps nicht helfen, kontaktiert bitte eine Hebamme, einen Arzt oder eine Stillberaterin. Oftmals findet Ihr diese schon in größeren Facebookgruppen, Ihr wendet Euch direkt an den Berufsverband Deutscher Laktationsberaterinnen IBCLC e.V. oder an die La Leche Liga.


Wie war das bei Euch? Hattet Ihr auch anfängliche Probleme und dachtet des Öfteren, dass Eure Milch nicht reichen würde?

Welche Tipps haben Euch am besten geholfen?

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