Laura / 25.03.2019 / Beauty / Kosmetik / Nachhaltigkeit / Naturkosmetik
      

Festes Shampoo oder Haarseife und Saure Rinse | Unterschiede und Tipps

         

Enthält Affiliate-Links

Vor ein paar Wochen habe ich Euch auf Instagram zu Euren Lieblingshaarprodukten befragt und konnte eine wundervolle Liste der besten Haarseifen und festen Shampoos für Euch erstellen.

Nun möchte ich auf die Basics zu dem Thema eingehen. Weshalb überhaupt wechseln? Was muss ich beachten und wo ist der Unterschied zwischen Haarseife und festem Shampoo?

Die große Umstellung: Weshalb man wechseln sollte

Man fängt immer klein an: 2011 habe ich begonnen den großen und medienwirksamen Marken im Bereich Haarpflege den Rücken zu kehren. Eine tolle Kollegin hat mich damals auf die Idee gebracht, nur noch Produkte OHNE Silikone zu nutzen. Seitdem nutze ich die Produkte von Alverde und bin zufrieden mit ihnen.

Nun habe ich Ende 2018 mir mehr Gedanken über Müllreduzierung und Plastikfrei gemacht. In welchen Bereichen ist es einfach auf Müll zu verzichten? Im Supermarkt nimmt man anstatt dünner Plastiktüten lieber Obst- und Gemüsenetze mit, man benutzt Dosen für die Frischetheke und kauft Milch und Joghurt im Glas. Wo lässt sich noch viel Müll reduzieren? Genau im Badezimmer. So kam ich auf die Idee alle meine Plastikbehälter gegen festes Shampoo oder Haarseife zu tauschen und ein Produkt für alles zu nutzen.

Die Gemeinsamkeiten: Haarseife und festes Shampoo

+ Müllreduzierung

+ praktisch auf Reisen

+ ein Produkt für alles (Shampoo und Duschgel in einem)

+ hält sehr lange: 2-3 mal länger als ihre flüssigen Kollegen

– eventuell langer Findungsprozess des passenden Produkts

– eventuell Wechselwirkung, da sich die Haare an Produkte gewöhnen müssen

Der Unterschied: Haarseife oder festes Shampoo

Lange bin ich davon ausgegangen, dass es gar keinen Unterschied gibt. Vom Weiten sind sich alle Produkte doch ziemlich ähnlich: Sie sehen wie ein Stück Seife aus. Doch hier ist Vorsicht geboten: Je nach Produkt ist die Pflegeroutine unterschiedlich und beeinflusst das Waschergebnis maßgeblich. Damit man keine böse Überraschung erlebt und am Ende unnötig enttäuscht ist sollte man sich gründlich mit den Unterschieden beschäftigen.

Die Haarseife

Wie nutze ich Haarseife?: Ihr könnt die Seife direkt in Eurer Haar streichen (da sie nicht gut schäumt, kann man sie schlecht in den Händen aufschäumen) und spült sie am besten mit kalter saurer Rinse aus.


Wenn ich an eine plastikfreie Shampoo-Alternative denke, kommt mir sofort das Wort „Haarseife“ in den Sinn. Haarseife wird aber nicht wie normales Shampoo in das Haar gerieben und ausgespült. Nein, wer Haarseife nutzt muss ein bisschen tiefer in die Materie tauchen.

Wie der Name „Haarseife“ schon sagt, handelt es sich bei dieser Form von fester Haarpflege um eine gesiedete Seife. Was bedeutet das? Seife besteht aus den Grundzutaten Fett (pflanzlich und tierisch) und Lauge, welche bei der Herstellung miteinander verseifen. Durch Auswahl der Fette und Öle kann man die Rückfettung bestimmen. Um das Produkt ansprechender zu gestalten, können Zutaten wie ätherische Öle, Parfumöle, getrocknete Pflanzenauszüge, Farben oder weitere pflegende Inhaltsstoffe hinzugegeben werden.

Gesiedete Seife muss nach der Herstellung rund 6 Wochen reifen, erst danach ist der Herstellungsprozess abgeschlossen und die Seife nicht mehr ätzend.

Wichtig bei der Benutzung: Haarseife schäumt meist weniger als herkömmliches Shampoo. Aus dem Grund muss man sich Zeit nehmen das Produkt auf dem gesamten Kopf aufzutragen, ansonsten kann die Haarseife das Haar nicht komplett reinigen.

Wichtig: Saure Rinse ist ein Muss

Um ein gutes Wascherresultat zu erlangen, muss man bei Haarseife besonders aufpassen. Der Nachteil von Haarseife ist, dass sie bei hartem (also sehr kalkhaltigem Wasser) sogenannte „Kalkseife“ bilden kann. Kalkseife entsteht, wenn die im Kalk enthaltenen Kalzium- und Magnesiumsalze die Waschleistung der Seife mindern. Diese Kalkseife beschwert das Haar und es kommt einem so vor, als ob die Haare fettig, strähnig, platt und ungewaschen sind. Manche Personen berichten sogar von Schuppen und trockener Kopfhaut.

Wie Ihr dem entgegen wirken könnt? Um die Bildung von Kalkseife in Euren Haaren zu verhindert, müsst Ihr Eure Haare mit „Saurer Rinse“ waschen.

Was ist saure Rinse? Saure Rinse ist eine eine wässrige Lösung aus Wasser und Essig oder Zitronensäure. Diese wirkt darüber hinaus adstringierend, also zusammenziehend. Dies ist wichtig, da das Haar durch den basischen pH-Wert der Seife stärker aufquillt als mit herkömmlichem Shampoo. Die Saure Rinse hilft die Schuppenschicht wieder zu schließen und die Haare glatter und kämmbarer zu machen.

Wie nutze ich saure Rinse richtig?

Saure Rinse kann in verschiedenen Mischverhältnissen über das Haar gegeben werden. Je nach härte des Wassers wird das Mischverhältnis angepasst. Bei leicht hartem Wasser würde ich 2 Esslöffel Apfelessig oder Zitronensaft auf einen Liter Wasser vermischen. Sollte Eurer Wasser härter sein, würde ich das Mischverhältnis anpassen – Probiert Euch einfach aus.

Saure Rinse muss nicht ausgewaschen werden, da sie nach dem Trocknen keinen Eigengeruch mehr hat und das Haar pflegt. Sie spült nicht nur Seifenreste aus den Haaren, sondern ersetzt nebenbei auch eine Spülung. Solltet Ihr Euch jedoch unwohl fühlen, könnt Ihr den Essig auch wieder aus den Haaren waschen.

Meine Erfahrungen mit Haarseife

Bis jetzt konnte ich noch keine Erfahrungen sammeln, da mir die anschließende Pflege mit der sauren Rinse zu aufwendig erscheint – Ihr wisst zwei kleine Kinder. Trotzdem werde ich auch dies Art der Haarpflege testen und Euch berichten.

Vorteile und Nachteile von Haarseifen

+ wenige Inhaltsstoffe

+ Naturnah und ursprünglich

– saure Rinse zum Nachspülen notwendig

Das feste Shampoo

Wie nutze ich festes Shampoo? Ihr könnt das feste Shampoo direkt in Eurer Haar streichen oder in den Händen aufschäumen.


Beim festen Shampoo, auch Shampoo Bar genannt, handelt es sich um ein herkömmliches Shampoo, welchem das Wasser entzogen wurde. Die Inhaltsstoffe sind also genau die selben und es schäumt genauso gut wie bei seinem flüssigen Konkurrenten.

Feste Shampoos nutzen Tenside anstatt wie Ihre Konkurrenten, die Haarseifen, Natronlauge. Diese Tenside bauen auf Zucker- oder Kokosbasis oder Sodium Lauryl Sulfat (SLS), bzw. Sodium Laureth Sulfat (SLES). Weitere Inhaltsstoffe sind pflegende Fette, Öle, Farben und Duftstoffe.

Die Herstellung benötigt nur ein paar Tage, da das Shampoo nicht gesiedet und getrocknet wird und nicht reifen muss. Festes Shampoo wird zusammengerührt und gepresst.

Saure Rinse ist aufgrund der Zusammensetzung und des anderen pH-Wertes nicht notwendig.

Meine Erfahrungen:

Zur Zeit nutze ich den Duschbrocken und bin begeistert. Zweimal fahre ich mit den Brocken über meine Haare, verteile den Schaum in meinen Haaren und auf meinem gesamtem Körper – Das war’s!

Vorteile und Nachteile von festem Shampoo

+ benötigt keine saure Rinse

– enthalten oft Tenside

Welches Produkt ist besser: Haarseife oder festes Shampoo?

Zuerst: Nutzt das Produkt, welches Euch am besten gefällt. Womit fühlt Ihr Euch am besten, welches Produkt passt gut in Eurer Leben und womit könnt Ihr Euch identifizieren?

Der Großteil der Menschen entscheidet sich für Haarseifen, da diese sehr wenige Inhaltsstoffe beinhalten und sehr ursprünglich sind. Haarseifen werden seit Jahrtausenden hergestellt und sind der Natur am Nächsten. Jedoch muss man bei der Nutzung von Haarseife beachten, dass man etwas mehr Zeit und Aufwand für das anschließende Ausspülen mit saurer Rinse einplanen muss. Außerdem kann die Umstellung auf Haarseife eine Weile dauern – Das kommt auf Euren Haut- und Haartyp an und darauf welche Produkte Ihr vorher genutzt habt.

Wer in erster Linie Müll sparen und wenig Aufwand betreiben will, ist beim festen Shampoo an der richtigen Stelle. Hier könnt Ihr Eure Haare herkömmlich waschen und ausspülen – Eine saure Rinse ist nicht von Nöten. Ein vermeintlicher Nachteil ist jedoch, dass herkömmliche Shampoos Tenside. meist SLS oder SLES, verwenden. Diese gelten als „scharf“ und werden von empfindlichen Personen gemieden. Einige Hersteller verzichten jedoch auf Tenside.

Da Haar und Kopfhaut bei der Verwendung eines festen Shampoos nur mit dem Schaum in Berührung kommen, anstatt wie bei flüssigen Shampoos unverdünnt direkt auf die Kopfhaut, wird das Irritationspotential gesenkt.

Wie verstaut man feste Pflege?

Beide Produkte sollten trocken und sauber gelagert werden, da sie sonst matschig und brüchig werden.

Im Badezimmer könnt Ihr eine normale Seifenschale nutzen. Achtet jedoch darauf, dass diese tiefe Rillen und Löcher hat, damit die Haarseife oder das feste Shampoo gut durchtrocknen können. Wir nutzen im Badezimmer einen Schwammhalter mit Saugnapf. Perfekt um schnell und bequem die Produkte nutzen zu können.

Für unterwegs bietet sich eine Frischhaltebox oder eine kleine Metalldose an. Achtet darauf, dass die feste Pflege komplett trocken ist.

Jetzt seid Ihr dran!

Nutzt Ihr festes Shampoo oder Haarseife? Oder nutzt Ihr lieber die Methode mit Roggenmehl oder Lavaerde? Ein weiterer Trend ist auch die Wäsche mit No Poo, also komplett ohne Pflege zu waschen und nur Wasser zu nutzen.

Habt Ihr weitere Tipps oder Anregungen und wie sind Eure Erfahrungen zu dem Thema?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

          

|