Einschlafstillen: Ein natürliches Ritual für Mutter und Baby

Laura / 31.12.2018          

Seit ungefähr dreieinhalb Jahren, mit einer kleinen Unterbrechung, stille ich meine beiden Söhne insgesamt. Der große Sommerjunge hat sich mit 23 Monaten abgestillt, der kleine Winterjunge ist mit seinen 11 Monaten noch weit vom Abstillen entfernt. Wir sind Einschlafstiller.

Was ist Einschlafstillen?

In der Schwangerschaft mit meinem Sommerjungen war mir gar nicht wirklich bewusst was Stillen wirklich bedeutet. Ich wollte stillen aber wie das alles genau abläuft wusste ich natürlich nicht. Der Anfang war schwierig: Das Stillen war schwierig, das Schlafen war schwierig, allgemein die Mutterschaft ist einfach anders als man es sich vorstellt. Man denkt man legt das kleine müde Baby ins Bett und es schläft nach wenigen Minuten seelenruhig ein. So ist es in den meisten Fällen nicht. Der Großteil der Babys möchte nach den 9 Monaten im Bauch immer noch der eigenen Mutter nah sein – Ihren Herzschlag spüren, sie riechen und atmen hören.

So kam es, dass mein Baby ab der ersten Nacht zu Hause, jeden Tag neben mir einschlief. Immer in meinen Armen und immer an meiner Brust. Ich wusste in den ersten Monaten nicht einmal, dass es das Wort Einschlafstillen überhaupt gibt. Das Kind hat Hunger, man liegt zusammen eingekuschelt im Bett, man stillt sein Baby und es schläft ein. Für mich damals eine logische Konsequenz.

Nach Beikoststart wird nach und nach weniger gestillt. Beikoststart heißt jedoch nicht automatisch abzustillen – Jedoch stillt ein Baby meist nicht mehr aufgrund von Hunger und Durst. Babys nutzen das Stillen zum Beruhigen, zum Kuscheln, um Schmerzen zu lindern oder um einzuschlafen.

Kurz gesagt: Einschlafstillen ist das Stillen, welches direkt zum Schlafen führt. Meist nuckeln die Babys im Schlaf weiter um sich zu beruhigen, Geborgenheit zu spüren und sich sicher zu fühlen.

Familienbett und Einschlafstillen: Die perfekte Kombination

Einschlafstillen kann man überall – Meist passiert es jedoch auf dem Sofa oder im Bett. Wir lieben das Familienbett zum Einschlafen – Mittags und natürlich am Abend. Nirgends kann ein Kind besser abschalten und zur Ruhe kommen. Das Familienbett bietet sich aufgrund der Logistik am Besten zum Einschlafen an. Das Baby muss nicht von A nach B getragen werden und wacht wohlmöglich noch auf. Insgesamt ist der Schlaf im Familienbett einfach entspannter und sicherer.

Einschlafstillen im Familienbett ist außerdem sehr bequem. Wir Mütter können direkt mit einschlafen und nach einigen Wochen bemerken wir das nächtliche Stillen nicht einmal mehr. Wir können das Baby im Schlaf andocken lassen und es stillen.

Einschlafstillen rächt sich

Oftmals wird Einschlafstillen schlecht geredet. Kinder könnten sich nicht mehr lösen, nicht mehr auf eine andere Art einschlafen und wachen stündlich auf, da sie trinken wollen.

Natürlich sind Kinder durch ihre Erziehung unterschiedlich. Ein Kind, welches von Anfang an das Elternbett und das dazugehörige Stillen kennt, nimmt sich das was es braucht: Es will Nähe, es will im Schlaf stillen (besonders wenn die Zähnchen wachsen) und es verlangt diese Enge mehrmals die Nacht.

Einschlafstillen verzieht unsere Kinder nicht und ich kann Euch beruhigen: Wir stillen nicht bis in die Grundschule unsere Kinder in den Schlaf. Unsere Kinder werden sich das Einschlafstillen so lange nehmen, wie sie es brauchen. Diese Zeitspanne ist sehr unterschiedlich.

Denkt aber daran: Warum sollte ein Kind nachts mit Schnuller einschlafen dürfen, die Brust ist jedoch tabu? Sinn ergibt das leider nicht, der Schnuller wird aber von der Gesellschaft akzeptiert und als Normalität erachtet. Unsere Brust ist das Original und der Zufluchtsort für unsere Kleinsten.

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4 Gedanken zu „Einschlafstillen: Ein natürliches Ritual für Mutter und Baby“

  1. Julia Rücklinger sagt:

    Danke für diese tolle Beschreibung. Ich bin auf insta zu dir gestoßen. Und dass genau zu ‚meiner richtigen‘ Zeit. Ich habe eine 11 Monate alte Tochter und stille. Ich hatte auch nicht wirklich Ahnung bzw Erwartungen an das Stillen. Aber meine Tochter zeigt mir genau ihren Weg. Und das ist der Weg des Einschlafstillens. Viele sagen waaaas du stillst noch immer! Dein blog bestätigt mich. Daaanke dafür.
    Ich habe es als mutter schon im gefühl dass es richtig ist. Aber man hört von der eigenen mutter bzw anderen frauen ganz was anderes.

    Ich danke dir dass du deine erfahrung teilst

  2. Katja sagt:

    Toller Beitrag und sympathisch auf den Punkt gebracht.

    Ich habe meinen Sohn bis zum 16. Monat auch in den Schlaf gestillt und bis dahin des öfteren von außerhalb Unverständnis erfahren (… „er gewöhnt sich das Nuckeln so aber an“, „so wird das aber schwer mit dem Alleine-einschlafen“ etc.). Ich habe mich immer ganz gut verteidigen können (schlimm, dass ich das überhaupt tun musste), aber trotzdem hat es mich auch an schlechten Tagen unter Druck gesetzt.

    Mit 16 Monaten habe ich dann beschlossen, es ohne das Stillen zu versuchen, da die Nächte nach dem Zahnen leider sehr unruhig blieben und ich kaum Schlaf erhielt (zwischen halbstündlich und alle 2-3h wach war da alles dabei). Ich fühlte mich einfach nur noch matt und ausgelaugt. Der Zeitpunkt fühlte sich aber richtig an und ich habe mich selbst dazu entschlossen, nicht andere darüber entscheiden lassen. Ich denke auch, jede Mama hat das richtige Bauchgefühl und sollte solange stillen bzw. die Brust anbieten, wie es sich für Mama und Baby gut anfühlt (ob zum Einschlafen, Beruhigen oder oder oder). Ich stimme dir auf jeden Fall voll und ganz zu, dass das etwas ganz natürliches ist 🙂

  3. Marina sagt:

    Wie darf und kann ich dIch kontaktieren! Hab so viele Fragen noch :-)!?
    Ich Stille auch immer noch und gerne ( 19monate)
    Auch zum einschlafen holen wir die brust!

    Liebe grüße

    1. Laura sagt:

      Hallo liebe Marina,

      am Einfachsten über Instagram 🙂

      http://www.instagram.com/trendshock

          

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