Die Angst davor, Mutter eines Mädchens zu werden

18. August 2017

Ja, ich habe Angst eine Tochter zu bekommen. Für mich war lange vor meiner ersten Schwangerschaft klar: Ich will eine Tochter. Jungs kamen mir gar nicht in den Sinn. Wozu auch? Ein kleines Mini Me ist doch das Schönste auf der Welt – was kann es da besseres geben? Ende der 19. Schwangerschaftswoche stelle sich heraus, dass ich einen kleinen Jungen erwarten werde. Mein Sohn kam auf die Welt und ich wurde über Nacht zur Jungenmutter. Ich machte mir Gedanken über ein mögliches zweites Kind und innerlich machte sich Angst breit: kann man als Frau überhaupt eine gute Mädchenmutter werden?

 

Hohe Erwartungen

Normalerweise sollte man gar keine Erwartungen an seine eigenen Kinder haben, trotzdem überfallen einen jedesmal Gedanken, wie die Zukunft und mein Kind später einmal werden würden. An A. habe ich gar keine Erwartungen – na klar er soll einen guten Abschluss haben und seinen Traum verwirklichen – mehr wünsche ich mir nicht für ihn. Da ich selbst nicht weiß wie ein Junge fühlt, bin ich besonders herzlich zu ihm: A. wird mit 1 1/2 Jahren noch gestillt? Wenn er es braucht! A. spielt gerne mit Katzen und Barbies? Wenn es ihm gefällt! A. würde am liebsten noch Jahre bei uns im Bett schlafen? Soll er ruhig machen! Da ich nicht weiß und nur erahnen kann, wie ein männliches Wesen sich fühlt, kann ich ihn so gut wie gar nicht mit mir und meinen Wünschen vergleichen. Er wird später nämlich ein Mann und ich bin eine Frau. Ich will ihn und seine Gefühle bestmöglich verstehen, da ich mich einfach nicht in seine Lage versetzen kann.

Aus dem Grund habe ich auch Sorge Mutter einer Tochter zu werden. Wieso? Habe ich vielleicht andere Erwartungen an sie, als an einen Sohn? Darf sie sich in jede Richtung entwickeln, auch wenn ich genau diese Art von Frauen werden sollte, die ich nicht mag und selbst nie so war? Werde ich meinem Mädchen die gleichen Rechte, wie langes Stillen, viele Kuscheleinheiten und Spielzeug ihrer Wahl einräumen? Oder werde ich sie mit mir vergleichen, mit meinem Charakter und meinen Träumen? Fragen die sich in meinem Kopf immer wieder drehen und mir Angst machen. Kann man als Frau überhaupt eine gute Mädchenmutter sein, ohne seine Kindheit und sein Wunschbild einer Frau einfließen zu lassen?

 

Die Schwierigkeit aus alten Mustern zu brechen

Die Angst kommt nicht von ungefähr: Ich denke viele Frauen die Brüder haben kennen diese Ungerechtigkeiten. Jungs  müssen nicht aufräumen, Jungs dürfen länger raus, Jungs dürfen sich alles erlauben – Jungs sind einfach die Prinzen. Ein Muster, aus dem man kaum ausbrechen kann, egal wie unfair die Aussagen auch waren und es heute noch sind. Aber wie soll man sich selbst zurücknehmen, wenn man immer nur das Bild von perfekten Männern sieht und Frauen, die niemals einem männlichen Wesen das Wasser reichen können? Eine große Rolle spielt dabei die unbewusste oder sogar bewusste Konkurrenzhaltung Mütter gegenüber ihren Töchtern.

Es wird schwer und sollte ich Mutter einer Tochter werden, möchte ich mich mit diesem Thema auseinander gesetzt haben. Sie soll sich nicht benachteiligt fühlen, sich als Konkurrenz sehen oder als einen Menschen, der weniger wert ist. Eltern merken dies meist gar nicht, sehen ihre Fehler nicht ein und genau davor habe ich Angst: Würde ich es überhaupt merken, wenn ich meine Tochter schlechter behandle als meinen Sohn?

 

Dagegen steuern

Am besten hat man gar keine Erwartungen an seine Kinder. Wie sie später aussehen werden, wie sie sich entwickeln und in welche Richtung sie gehen werden. Man denkt immer, dass man sich mit einer Tochter mehr identifizieren kann: sie ist mein Kind, mein Fleisch und Blut und dann auch noch weiblich – sozusagen eine Kopie meiner Selbst. Genauso ist es aber nicht. Jeder Mensch fühlt anders und hat andere Träume. Vergleiche zu ziehen und sein Leben auf das seiner Tochter zu projizieren ist der falsche Weg. Aber es ist schwer: Wer will schon, dass die eigene Tochter die selben Fehler begeht wie man selbst?

 

Ich glaube, dass der beste Weg ist, ein Vorbild zu sein und das ganz ohne Erwartungen an seine Kinder. Immer in eine Schublade gesteckt zu werden und sich selbst in einem Menschen zu sehen, macht beide Seiten nur unglücklich. Mädchen müssen nicht ruhig und pflegeleicht sein, genauso wenig wie ein Junge rebellisch und vorlaut sein muss. Man selbst denkt viel zu oft darüber nach, was man im Leben hätte besser machen können und vergleicht sich mit der eigenen Tochter. Leider muss man als Frau heute noch einem Idealbild in der Gesellschaft entsprechen: schlank, intelligent und ruhig. Vielleicht liegt unsere Sorge darin, dass man befürchtet ein Mädchen würde keinen passenden Platz in der Gesellschaft finden. Gerade Mütter von Mädchen müssen eins sein: Selbstbewusst und im Leben angekommen, damit sie die perfekten Lebensbegleiter eines Kindes werden können. Zu wissen, dass Eltern unbewusst von Mädchen mehr verlangen, kann vielleicht dabei Helfen aus einem Mädchen eine starke Frau zu machen.

 

Habt oder hattet Ihr die selben Gedanken? Wie ist es Euch später mit einer Tochter ergangen? Ich freue mich auf Eure Kommentare!

 

 

 

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48 Gedanken zu „Die Angst davor, Mutter eines Mädchens zu werden“

  1. Linni sagt:

    Hallöchen,

    das sind sehr ernste Gedanken, aber ich denke, dass diese bestimmt viele haben. Leider kann ich dir keinen Rat geben. Ich bin noch keine Mutter. Aber ich denke, dass du das bestimmt trotzdem super meistern wirst!

    Viel Erfolg,
    Linni von http://www.linnisleben.de

    1. Laura sagt:

      Hallo liebe Linni,

      danke für Dein Kommentar und danke, dass Du den Beitrag so verstanden hast wie ich ausdrücken wollte. Ich glaube viele Frauen haben die selben Gedanken, was ich super finde. Daran sieht man, dass man sich selbst reflektieren kann.

      Liebe Grüße

  2. Lila sagt:

    Ich kann nachvollziehen dass du dir solche Gedanken machst. Meine Geschichte ist nämlich sehr ähnlich. Als Schwester eines kleinen Bruders habe ich sehr genau erlebt das Jungs nicht so viel „müssen“ wie Mädchen. Von mir wurde viel erwartet von ihm kaum etwas. Das hat such bis heute nicht geändert. Als ich dann schwanger wurde wollte ich eigentlich auch erstmal ein Mädchen und bekam aber einen Sohn und war so glücklich mit diesen zuckersüßen kleinen Jungen. Ich hatte auch Schwierigkeiten mir beim zweiten Kind ein Mädchen vorzustellen. Ich hatte Zweifel ob ich ein Mädchen genauso sehr lieben werde wie meinen Sohn und ob ich ihr gerecht werden kann. Und jetzt bin ich Mutter einer Tochter und ich habe keine Erwartungen. Ich wünsche ihr das sie ihr ganzes Leben glücklich ist. Wir müssen uns nicht immer so Verhalten wie wir es gelernt haben. Manchmal machen wir es intuitiv richtig. Ich habe ein ganz anderes Bild von Mädchen als meine Mutter und versuche auch meine Tochter nicht in eine Rolle zu stecken. Sie darf alles sein was sie mag, genau wie ihr Bruder.

    1. Laura sagt:

      Liebe Lila,

      danke für dieses wundervolle Kommentar. Gerade bei dem Text habe ich bemerkt, dass sehr viele Menschen mich komplett falsch verstehen. Deine Geschichte könnte auch meine sein. Man hat regelrecht Angst davor, aus diesem Muster nicht ausbrechen zu können. Möchte man einem kleinen wundervollen Mädchen so eine Bürde aufbinden? Egal wie gut man war, war man denn auch gut genug für die eigene Mutter?

      Danke danke danke für Dein Kommentar und ich glaube, dass Du ein toller Beweis bist, dass man auch eine gute Mädchenmutter sein kann.

      Liebe Grüße

  3. Tilly sagt:

    Liebe Laura,
    ich hatte solche Gedanken in meiner Schwangerschaft nicht, kann mir aber durchaus vorstellen, dass sich viele Mütter damit konfrontiert sehen. Ein absolut nachvollziehbarer Gedankengang, denn leider ist unsere Gesellschaft noch lange nicht so emanzipiert, wie sie es vorgibt. Sonst würden wir ja nicht über Themen wie Frauenquoten etc. sprechen.

    Ich kannte es in meiner Familie auch mit einem Bruder verglichen zu werden. Insbesondere die ältere Generation hat dies sehr aktiv betrieben. Dennoch versuche ich es anders. Ich sehe meine Tochter als Vorbild. Sie liebt so echt, bedingungslos. Sie erwartet nichts und ist bereit so viel zu geben. Genauso möchte auch ich ihr als Mama begegnen.

    Du denkst nach, setzt dich mit deinen Ängsten und Sorgen auseinander, etwas das viele andere sicher nicht tun! Wenn du dir Gedanken darüber machst, ob du einem Mädchen als Mama gerecht werden kannst, wirst du ganz wundervoll sein.

    Liebe Grüße

    1. Laura sagt:

      Liebe Tilly,

      ich finde es so wunderbar was Du schreibst. Wirklich, genauso sehe ich es auch. Es geht primär nicht nur darum, dass ich Angst habe, sondern das viele Mütter sich auch ganz oft mit dem Thema nicht befassen. Und genau diese Mütter haben dann gar nicht den Überblick wie sie vielleicht auf ihre eigenen Mädchen wirken. Ich glaube auch, wenn ich Mutter einer Tochter werden, könnte ich vielleicht in alte Muster fallen. Sie mit mir vergleichen ABER wenn man überhaupt weiß, dass sehr viele Frauen diesen Fehler begehen, geht man ganz anders damit um und überdenkt Handlungen und Wörter.

      Liebe Grüße

  4. Karin Dettlaff sagt:

    Ich habe mir innerlich immer eine Tochter gewünscht und 2015 auch eine bekommen. In ihrem Kinderzimmer sind Puppen und Plüschtiere genauso gerne bespielt wie Duplo, Trecker und das Parkhaus. Sie sieht nach 5 Minuten in der Sandkiste aus wie paniert und legt dann ihre Puppe liebevoll in den Puppenwagen und fährt sie spazieren. Ich war und bin auch kein typisches Rosa-prinzessin-Mädchen…
    Ein Junge würde bei mir genauso erzogen werden.
    Es sind einfach Kinder…

    1. Laura sagt:

      Hallo Karin,

      der Beitrag bezieht sich nicht auf Spielzeug, Glitzer oder Dino. Sondern um ein Mutter-Tochter Verhältnis.

      Liebe Grüße

      1. Lisa sagt:

        Aber genau das drückt sie damit doch aus. Dass ihre Tochter so sein darf wie sie will. Eine Prinzessin und ein Räuber zugleich, um es Mal bildlich zu sagen.
        Ich persönlich kann deine Gedanken nicht nachvollziehen, weil ich nicht glaube und auch selbst nie die Erfahrung gemacht habe, dass es da einen Unterschied gibt, aber wenn es bei dir anders ist, ist es normal, dass du diese Gedanken hegst. Die Erfahrung prägt einen, gibt dir aber auch die Möglichkeit es anders zu machen.

  5. D sagt:

    Ich bin Mami von einem kleinen Mädchen und solche und ähnliche Gedanken sind mir nicht unbekannt. Ich war früher nie sehr beliebt, ein Außenseiter. Meine großen Ängste sind, dass ich mein Kind in genau diese Richtung erziehe oder sogar in die entgegengesetzte.
    Am Besten wäre es, wenn sie eine hilfsbereite, liebenswürdige Person werden würde, die sich auch zu verteidigen weiß. Aber wie, in drei Teufels Namen, schafft man das? Auch ohne sich dabei selber im Weg zu stehen. Ich befürchte das es kein Generalrezept gibt.

    Und leider machen tolle Serien, wie Gilmore Girls, uns diese Gedankengänge nicht gerade erträglicher. Denn so ein tolles Mutter/Tochter Verhältnis wie bei den beiden kann man sich doch nur wünschen.

    ?

    P.s.: Ich würde nicht sagen, dass du Erwartungen an eine Tochter hast. Du hast einfach gute Wünsche und Träume. Und die hat doch jeder, egal ob Mädchen-oder Jungenmama

    1. Laura sagt:

      Hallo liebe D,

      danke für Deinen Beitrag. Genau, auch einer dieser Punkte ist nicht nur das Mutter-Tochter Verhältnis sondern auch die Stellung die man selbst in der Gesellschaft hat oder hatte. Ich denke, dass man besser erziehen kann, wenn man sich diesem Bild, welches man von einer Tochter hat, bewusst ist.

      Liebe Grüße

  6. Emma sagt:

    Ein sehr schöner Blogeintrag. Ich denke, dass bereits das Bewusstsein, dass Jungen & Mädchen unterschiedlich behandelt werden dabei helfen kann, eine ausgeglichenere Erziehung anzustreben. Dazu gibt es mässig Literatur & Studien (Pädagogik, Erziehungswissenschaften, Gender Studies). Je mehr man stereotype Strukturen erkennt, desto besser kann der eigene Umgang damit reflektiert werden.

    Abschließend noch eine Anmerkung: Triggerwarnungen sind richtig & wichtig, sollten aber Schlagworte der eventuell sensiblen Inhalte beinhalten – sie dienen ja dazu, dass Individuen bestimmte Inhalte vermeiden können, wenn diese negative Auswirkungen auf die seelische Verfassung haben könnten. Deshalb muss aber dabei stehen, was an dem Text triggern könnte.

    1. Laura sagt:

      Hey Emma,

      Danke für Deinen wertvollen Beitrag! Ich glaube viele Menschen verstehen den Text leider komplett falsch. Hier geht es nicht um Wunschgeschlechter, sondern das viele Frauen mit ihren Töchtern in Konkurrenz stehen. Ganz oft sehen beide Seiten es einfach nicht oder wollen es nicht wahr haben.

      Das mit der Triggerwarnung werde ich überarbeiten. Vielen Lieben Dank!

  7. Julia sagt:

    Ich muss sagen, dass mir diese Gedanken noch nie gekommen sind! … ich bin Mutter… habe eine Tochter und seit 8 Monaten auch einen Sohn. Beides sind meine Kinder… es gibt keinen Unterschied zwischen ihnen … meine Tochter ist zwar ein Mädchen und trägt auch mal rosa und Kleider… trotzdem glaube ich, dass ich sie einfach eher als Kind erziehe … Sie darf im Dreck wühlen, Autos und Puppen haben, wild und frech und laut sein, sie legt sich mit großen Jungs an, ist mutig, mag basteln und Musik, will sich mal als Prinzessin, mal als Pirat verkleiden. Ich verstehe, was du meinst und deinen text, den du geschrieben hast, und muss im Nachhinein eher an die erziehung meines Sohnes denken …. darf er alles, was seine Schwester darf? Was werde ich sagen, wenn er auch als Prinzessin zum Fasching gehen will, wenn er auch lange Haare tragen will? Ich kann mich glücklich schätzen, dass meine Mama mich und meinen Bruder wirklich gleich „erzogen“ hat, einfach wie kinder!… sie legte auch immer wert auf gleichberechtigung! Aber die Gesellschaft „zwingt“ uns doch eher zu einer Mädchen/ Jungen Erziehung – man muss sich ja nur mal die ganzen Gender-artikel ansehen …. ich hoffe, dass ich den „mut“ haben werde meinem Sohn alle Freiheiten einzuräumen, genauso wie wir es jetzt schon bei seiner Schwester handhaben! wie ist das bei dir als jungsmama …. düfte aric lange Haare oder auch mal ein Kleid tragen, wenn er es wollte ? Wie würdest du ihn bestärken, wenn er von anderen fürs babie spielen ausgelacht wird ? Das sind fragen die mir (auch durch deinen text) erneut in den kopf kommen. Liebe Grüße und alles gute für deine Schwangerschaft. Julia

    1. Laura sagt:

      Hallo liebe Julia,

      in meinem Text geht es auf gar keinen Fall um Spielzeug. Mein Sohn spielt mit Barbies und Puppen und hat einen pinken Kinderwagen. Es geht nicht um ein Genderding. Es geht viel mehr um die Mutter-Tocher-Beziehung. Sobald ein Baby zu einem Mädchen wird, wird sie einfach anders wahrgenommen. Auch von der eigenen Mutter. Wie soll meine Tochter in der Gesellschaft sein? Was soll sie besser machen als ich selbst? Diese Fragen sind wichtig. Vielleicht kennst Du nicht nicht viele Frauen, die zu Hause anders behandelt wurden, weil viele über dieses Thema nicht gerne reden. Ich kenne sehr viele davon und möchte auf dieses Missstand aufmerksam machen.

      Liebe Grüße

  8. Daniela sagt:

    Spannende Gedanken.
    Ich kann sie teilweise nachvollziehen, obwohl ich 2fache Mädchenmama bin.

    Habe auch schon dazu geschrieben…. http://diekleinebotin.at/2016/09/05/was-ich-meinen-toechtern-mit-auf-den-weg-geben-will/

    Alles Liebe!
    Daniela

    1. Laura sagt:

      Danke für die schönen Text 🙂

  9. MARI DALOR sagt:

    Gendering ist ein großes Thema. Viel wichtiger ist doch, unsere Kinder unabhängig von ihrem Geschlecht als Kinder und nicht Mädchen oder Jungen zu erziehen.
    Wer als Elternteil reflektiert mit (unbewusstem) Rollendenken umgeht und sein Kind vor der Schublade bewahrt, schenkt ihm die Freiheit sich zu entfalten.
    Warum lautet der Titel: „Die Angst davor, Mutter eines Mädchens zu werden“? Spielt hier nicht schon von vornherein Klischeedenken mit rein? Gerade bei Jungen wird oftmals gesagt, dass sie das schon irgendwie schaffen und Mädchen werden behütet. Das belastet die einen (oder motiviert sie) und schwächt die anderen (oder schenkt Vertrauen. Auf jeden Fall kann nicht von Gleichberechtigung in der Erziehung gesprochen werden.

    1. Laura sagt:

      Hey,

      nein, hier spielen Erfahrungen den Text wider und keine Erwartungen meinerseits. Ich kenne sehr viele Frauen die die selbe Angst teilen. Anscheinend setzen sich viele Mütter mit dem Thema (leider) nicht auseinander.

      Liebe Grüße

    2. Emma sagt:

      „Viel wichtiger ist doch, unsere Kinder unabhängig von ihrem Geschlecht als Kinder und nicht Mädchen oder Jungen zu erziehen.“
      Es wäre so so schön, wenn das Realität wäre. Aber du sprichst es ja selbst an – viele Stereotype sind werden unbewusst gelebt. Es gibt Studien, denen zufolge Schwangere unterschiedlich mit ihrem Ungeborenen (!) reden, je nachdem, ob es ein Junge oder Mädchen wird. Es ist meiner Ansicht nach in unserer Gesellschaft nahezu unmöglich, Kinder vom Geschlecht unabhängig zu erziehen. Je mehr aber am gleichen Strang ziehen und diese Rollenzuschreibungen durch ein Sichtbarmachen auch verhindern können, desto besser. Aber wirklich unabhängig bzw frei davon zu erziehen/erzogen zu werden ist sicherlich schwierig.

  10. Chrissy sagt:

    Liebe Laura,
    Ich kann zu 100% deine Gedanken unterschreiben. Ich habe mir damals auch ein Mädchen gewünscht, dann beim ‚Outing‘ bäääm… ein Junge. Jetzt kann ich mir das als Mädchenmama teilweise nicht vorstellen. Man handelt unbewusst doch anders bei Mädchen und traut denen manchmal nicht soviel zu. Ganz oft bei Freunden schon erlebt. Ich glaube auch das der „Konkurrenzgedanke“ um die Liebe zum Papa nicht zu vergessen ist. Mädchen sehen Mamas manchmal auch als Konkurrenz.. da muss man später auch aufpassen.
    Auch das der Papa mit einsetzen der Pubertät nicht plötzlich aufhört seine Tochter mal zu umarmen, sie wertzuschätzen. Man ist in der Phase nicht Frau und nicht Mädchen. (Thema: fühl dich wohl in seinem Körper, egal ob du dünn bist oder dick).
    By the way: mein Sohn ist mir nicht nur optisch sehr ähnlich sondern auch in jeglicher hinsicht. Was ich in der Schwangerschaft nie für möglich gehalten hätte. ?
    Liebe Grüße!!

    1. Laura sagt:

      Liebe Chrissy,

      wirklich eins zu eins meine Gedanken. Danke für Dein Kommentar <3

  11. Melanie sagt:

    Ich bin seit acht Jahren Mädchen-Mama und habe solche Gedanken noch nie gehabt. Zwar kann ich verstehen, was dich bewegt, aber dennoch sind sie mir völlig fremd. Was sicher nicht daran liegt, dass ich mich selbst nicht reflektiere – GERADE weil ich eine furchtbare Kindheit hatte (ich bin auch eine große Schwester eines kleinen „Prinzen“-Bruders und habe dazu viel schlimmes erlebt. Dinge die ich auf keinen Fall bei meiner Tochter wiederholen wollte!) war ein reflektieren wichtig.
    Ich habe allerdings noch nie einen Konkurrenz-Gefühl erlebt. Warum sollte ich in Konkurrenz zu meiner Tochter stehen? Wir sind doch zwei ganz eigenständige und unterschiedliche Menschen und Persönlichkeiten. Sie wird ihren Weg gehen und es wird natürlich ein anderer Weg sein, als meiner. Alles, was ich als Mutter (und wir als Eltern) tun können, sind ein gutes Vorbild zu sein. Indem wir z.B. eine gleichberechtigte Ehe führen, indem wir offen über alles sprechen, indem wir liebevoll und respektvoll miteinander umgehen. Wir ernten, was wir säen. Hätte ich noch einen Jungen bekommen, würde ich bewusst versuchen, ihn genauso zu erziehen und um Gerechtigkeit bemüht sein, weil ich weiß, wie furchtbar es ist, als Geschwister mit zweierlei Maß gemessen zu werden. Aber das ist Theorie. Jedoch hätte ich keine Bedenken oder Ängste.

  12. Horst sagt:

    Hallo Laura!

    Deine Meinung und dein „gefühltes Problem“ kann dir keine(r) abstreiten – ist halt bei dir so.

    Für mich ist das alles an den Haaren herbeigezogen. Und wenn ich dann in einem Kommentar noch etwas lese wie „leider ist unsere Gesellschaft noch lange nicht so emanzipiert, wie sie es vorgibt“, frage ich mich schon, worum es hier eigentlich geht.

    Auch schräg: jeder, der deiner Meinung ist, erhält sinngemäß eine Antwort wie „danke für deinen wundervollen Kommentar“ und wer nicht deiner Meinung ist, hat scheinbar deinen Text nicht verstanden.

    Sorry, dass ich für dich (vermutlich) keinen wundervollen Kommentar schreibe, aber als Vater zweier Kinder, die nun 19 und 21 sind und beide – Sohn und Tochter – selbstbewusst im Leben stehen, kann ich hier kein Gender-Problem sehen und auch meine Frau hat beide Kinder mit den gleichen Regeln erzogen. Beide mussten aufräumen, brav Zähne putzen etc.. Und ob man als blau angezogenes Mädchen mit Autos zum spielen am Ende selbstsicherer im Leben steht, als ein „dem Klischee entsprechendes, rosa und mit Puppen spielenden Mädchen“´- diese Frage kann ich dir für unsere Kinder beantworten: unsere Tochter ist ausgesprochen selbstbewusst.

    Mache als kein Problem, wo keines ist! Erziehe deine Kinder konsequent und leben ihnen Werte vor, dann ist am Ende alles gut. Egal ob rosa Mädchen mit Puppen oder blauer Junge mit Baggern – versprochen!

    Have fun
    Horst

    1. Laura sagt:

      Hey,

      es gibt Themen, da gibt es einfach keine Meinung. Entweder hat man es selbst so erlebt oder nicht. Hat doch gar nichts mit Deiner Meinung oder die Meinung eines anderen zu tun. Viele bemerken es auch niemals und werden es auch nie. Wenn man den Text auf Spielzeug münzt, ja dann hat man den Artikel beim besten Willen einfach nicht verstanden.

      Liebe Grüße

    2. Laura sagt:

      Außerdem möchte ich noch etwas anfügen. Ich finde es immer wieder befremdlich, dass jemand als Kommentar schreibt „Für mich ist das alles an den Haaren herbeigezogen.“ finde ich das mehr als frech. Ich stelle den Vergleich mal mit einem Thema der etwas härter ist. Vergewaltigung und Schläge in der Kindheit. Stellen Sie sich vor, dass ich schreibe, dass das wirklich oft in einer Familie vorkommt (WAS SO IST UND TOTGESCHWIEGEN WIRD!) und dann kommt: Für mich ist das alles an den Haaren herbeigezogen.

      Wie kann man denn sagen, dass etwas gelogen oder falsch ist, nur weil man es selbst nicht erlebt hat? Oder es verdrängt? Verstehe die Aussage dahinter nicht. Hier geht es doch ganz klar NICHT um Spielzeug, sondern darum, dass einige Mütter UNBEWUSST oder sogar bewusst ihre Töchter schlecht behandeln, egal ob es einen Bruder gibt oder nicht. Wenn dann wirklich kommt: ich kenne niemanden dem sowas passiert ist. Sorry, ich jedoch sehr sehr viele. Vielleicht sprechen Ihre Freunde nicht offen über das Thema, weil es vielen peinlich ist oder sie es einfach wirklich verdrängt haben. Oder wenn Mütter meinen, dass sie nie die Gedanken hatten. Okay, also wenn man die Gedanken sich nie gemacht hat, ist man dann automatisch eine gute Mädchenmutter? Für mich nicht.

      Liebe Grüße

  13. Jenny sagt:

    Hallo,

    Ich habe eine kleine Tochter und kann deine Bedenken gar nicht teilen.
    Ich gebe meiner Tochter das, was sie braucht und Versuche die in ihren Wünschen und Interessen zu unterstützen. Momentan muss alles pink sein-in 3 Monaten hat sie vielleicht eine andere Idee.
    Ich sehe nicht das Geschlecht, sondern den Menschen und damit bin ich bisher gut gefahren.
    Wie gesagt, ich finde solche Gedanken völlig überflüssig und liebe sie so wie sie eben ist.
    Sollte sie noch ein Brüderchen bekommen werde ich es dort ebenso tun.
    LG jenny

  14. Stefanie sagt:

    Hallo,
    Sehr toller Artikel der die Konfliktsituation bestens auf den Punkt bringt. Bin selbst Mutter von zwei Töchtern (20 & 6 Jahre alt) und erlebe den Erwartungskonflikt momentan täglich weil meine Große grade eine Spätpubertierphase hat, harmlos aber nervig.
    Auch ich bin eine große Schwester und bis heute steht mein kleiner Bruder auf einem Podest, aber ich habe erlebt das man Muster aufbrechen kann.
    Die Erkenntnis ist der erste Schritt!!!!!

    1. Laura sagt:

      Hallo liebe Stefanie,

      Danke für Dein Kommentar! Ich finde es so toll, dass Du es geschafft hast. Es ist bestimmt sehr schwierig und genau aus dem Grund habe ich diesen Text geschrieben. Man macht sich einfach viele Gedanken, wie man es besser machen könnte. Schade, dass viele Frauen sich diesen Konflikt gar nicht erst vorstellen können (oder vielleicht sogar wollen?) – ein Thema das leider immer noch totgeschwiegen oder als Humbug angesehen wird.

      Liebe Grüße

  15. Clair sagt:

    Servus,
    in gewisser Weise kann ich die Gefühle, die beschrieben würden, nachvollziehen. Ich bin selber Mutter eines Sohnes und einer Tochter.
    Nur denke ich, das es bei uns der große Altersunterschied von 12 Jahren ist, der mich zweifeln ließ, ob ich eine Mädchen-Mama werden kann.
    12 Jahre Junge- das prägt. Das Leben ist auf den Prinzen eingestellt.
    Ich konnte mir in der Schwangerschaft schwer vorstellen, wie es mit einer Tochter sein würde und wünschte mir einen zweiten Sohn.
    Aber als die kleine in meinem Arm lag, waren alle Bedenken weg.
    DAS IST MEIN KIND. MEIN BABY. MEIN FLEISCH UND BLUT.
    Klein, schutzbedürftig und so wunderschön anzusehen. Und das allein zählt seit dem. Mutterliebe ( und auch Vaterliebe) ist nicht geschlechtsabhänig. Sie kommt aus dem Herzen. Und da ist es egal, ob das Kind mit Puppen oder Treckern spielt.

  16. Sunny sagt:

    Liebe Laura,

    ich habe Deinen Artikel mehrmals gelesen und denke, dass Du einen wichtigen Punkt ansprichst: Gleichberechtigung.
    Ich würde da auch ohne Erwartungen an das Kind herangehen und z.B. Dinge wie haushaltliche Aufgaben oder Erlaubnisse-Verbote gleichermaßen handhaben, egal, welchen Geschlechts das Kind ist.
    Ich habe in meiner Kindheit ungleich mehr geholfen, als mein Bruder und es ging einfach durch, wenn er sich verweigerte. Bei meinem Sohn mache ich es so, dass auch er schon Aufgaben übernehmen muss, egal, welcher Natur. Wenn es gilt, den Tisch abzuwischen, dann muss er das eben auch machen 😉 Da gibt es sicher gute Wege, das aufzuteilen. Entweder als Tagesplan oder einfach spontan und gerecht.

    Viel habe ich aber über das Mädchenmütter-Bild und das Mütterbild nachgedacht, nachdem ich Deinen Artikel gelesen habe. Du sagst, dass Du dafür bist, dass Mädchen ein selbstbewusstes Bild vermittelt werden soll. Das teile ich auch total. Aber was für mich schwer zusammenpasst ist folgendes: Einerseits sollen Mädchen dieselben Chancen haben, wie Jungen. Dazu gehört aber auch Beruf und Ausbildung. Andererseits hast Du bisher sehr stark dafür plädiert, dass kleine Kinder lange zu Hause bei der Mutter bleiben sollen etc. Das beißt sich in der heutigen modernen Gesellschaft leider. Ohne Bereitschaft, früh wieder einzusteigen sind Frauen, die nicht zu Haus arbeiten können, häufig schnell abgehängt und in die Rolle gedrängt, die Du Dir für ein Mädchen nicht wünschst.
    Mich interessiert, wie das für Dich zusammenpasst. Klar, kann frau selbstbewusst zu Hause bleiben und dafür einstehen, aus freien Stücken ihr Kind Vollzeit zu erziehen. Aber ist es nicht auch eine Stärke, wenn Frauen den Mumm haben, zu sagen: Ich suche eine kompetente Betreuung für mein Kind und nehme mir das Recht heraus, ich zu sein und in dem Beruf zu arbeiten, den ich gewählt habe, weil er Freude bereitet? Ich vermeide dabei das negativ belegte Wort FREMDbetreuung absichtlich, denn eine gewohnte, liebevolle und vertrauenswürdige Person ist niemand fremdes für ein Kind.

    Ich denke, dass es vor allem wichtig ist, konsequente Gleichbehandlung zu leben. Dazu gehört für mich auch, dass Familie mit unterschiedlichen Rollen klar kommt. Meiner eigenen Tochter würde ich vorleben, dass es wichtig ist, auch auf eigenen Beinen stehen zu können. Viele Frauen machen sich, sobald sie eine Familie haben vom Mann abhängig und wenn der als Verdiener ausfällt sind sie wirklich aufgeschmissen, da die Last der Haushaltsführung auf ihnen lag, sie aber keine Rentenansprüche oder eigenen Lohn erwirtschaftet haben. Übernimmt eine Frau Verantwortung und geht arbeiten, tut was für ihre Rente und lebt ihrer Tochter eine gleichberechtigte Rolle in der Gesellschaft vor, die sie nicht allein an den Haushalt bindet, wird das im Diskurs oft gleich gesetzt mit „Rabenmutter“. Wenn ich eine Tochter habe, soll sie wissen, dass sie stark ist, mit Männern gleichwertig und unabhängig. Was, sie daraus macht, ist ihre Entscheidung. Aber dass Mütterbild und Mädchenbild zusammenhängen ist für mich eine klare Sache.

    Liebe Grüße
    Sunny

  17. Julia sagt:

    Hallo ich kann dir aus meiner Erfahrung ( bald zweifache Mädchen Mama) sagen, dass ich darüber ja noch nie nachgedacht habe. Ja sogar eher mir sorgen machen würde wenn ich einen Jungen bekäme wie ich ihm denn im Leben helfen soll. Ich kann da doch gar nicht mit empfinden. Wobei bei meiner Tochter weiß ich ja worum sich das Frausein dreht 😉 ich käme aber nie auf die Idee dass ich für einen Jungen vielleicht weniger Liebe hätte oder gar Mitgefühl bei dem schwächeren Geschlecht hahah 😉 scherz x
    Also ich finde Liebe kommt tief aus einem drin und wie lange man stillt oder die Kinder im Bett zusammen mit einem schlafen hat definitiv nichts mit deren Geschlecht zu tun sondern wie man selbst eingestellt ist und wie sich die Gemeinsame Beziehung entwickelt.
    Liebe Grüße Julia

  18. Isa sagt:

    Ich verstehe, was du meinst, aus meiner Tochter-Erfahrung heraus. Meine Eltern haben uns gleich erzogen, wir durften spielen, womit wir wollten und unsere Eltern waren tolerant und vorurteilsfrei. Dennoch hatte ich immer das Gefühl, dass an mich andere Anforderungen gestellt wurden als an meinen großen Bruder. Ich hatte das Gefühl, dass ich alles tun müsste, damit sich niemand Sorgen machen muss, dass ich mich schnell um mich selbst kümmern muss. Und irgendwie ist das bis heute auch so geblieben. Als meine Großeltern starben, war es ganz selbstverständlich, dass ich sofort informiert wurde, egal wo ich gerade war. Bei meinem Bruder wurden Vorkehrungen getroffen, dass er danach nicht noch Auto fahren muss oder nicht alleine ist – und das, obwohl alle sagen, das ich die sensiblere bin. Ich muss mir alle Sorgen anhören und soll bei der Pflege der verbliebenen Großeltern helfen, weil mein Bruder so viel zu tun hat (normaler 40h Job, kleine Wohnung), während ich (selbstständig, 60h Woche, Altbau in Sanierung, chronisch erkrankt) das ja noch irgendwie unterbringen könnte.
    Das Problem ist nicht die bewusste Erziehung, sondern irgendwelche unterbewussteb Anforderungen. Meine Mutter klagt übrigens darüber, dass sie genau das Problem auch hatte, also großer Bruder ist der Prinz und sie musste sich immer kümmern. Sie hat erst in einer Therapie gemerkt, dass sie dieses Verhaltensmuster an mich weitergegeben hat. Eine Tatsache, die ich schon als Kind erkannt habe.
    Ich erwarte aktuell mein erstes Kind und wir stehen kurz vor dem Outing. Tatsächlich habe ich keine Präferenz und habe keine Angst, dieses Verhalten an meine (eventuelle) Tochter weiterzugeben. Diese Sorge habe ich schon vor Jahren verloren, als mir bewusst wurde, wie reflektiert ich mit mir selbst und meinen Eigenarten umgehe. Vielleicht ist die Reflektion der eigenen Persönlichkeit ein wichtiger Aspekt, vielleicht trifft mich die Sorge auch erst, wenn es akut ist, aber ich bin da eigentlich ziemlich entspannt. Wer mein Kind sein wird, das werden so viele Faktoren entscheiden, die ich und die ich nicht beeinflussen kann. Und ich freue mich drauf, gemeinsam mit ihm oder ihr seine/ihre Persönlichkeit zu entdecken ❤

    1. Laura sagt:

      Hallo Isa,

      herzlichen Glückwunsch zur Schwangerschaft. Weißt Du bereits was Du erwartest?

      Ich kenne genau das wovon Du berichtest. Ich kann mich dort eins zu eins wiederfinden und es ist wirklich traurig, dass es viele von uns gibt. Ich glaube, wenn man sich mit dem Thema auseinander gesetzt hat, ist der erste Schritt getan. Zu wissen, dass man Unterbewusst sein Kind anders behandeln könnte, lässt einem sofort die Alarmglocken klingeln. Ich wette, Du wirst eine tolle Mutter <3

      Liebe Grüße

  19. Elke Klein sagt:

    Liebe Laura,
    Ich kann deine Gedanken, Sorgen und Ängste gut verstehen. Ich bin Mutter eines Sohnes und einer Tochter, die inzwischen beide schon groß sind (24 und 22).
    Das ich überhaupt Mutter geworden bin, grenzte an ein kleines Wunder, da ich in meiner eigenen Kindheit eben nicht „normale“ Erfahrungen gemacht habe. Auch bin ich noch in einer Generation aufgewachsen, wo große Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen gemacht wurden. Ich selbst bin mit 6 Brüdern und 2 Schwestern aufgewachsen und die Mädchen waren „selbstverständlich “ für alles zuständig-was mit versorgen, verstehen und sich in eigenen Bedürfnissen zurücknehmen zu tun hatte.
    Ich wünschte mir ein gesundes Kind und machte mir in der ersten Schwangerschaft keine Gedanken über das Junge/Mädchen- Ding ! Ich war nur überaus glücklich, überhaupt Mama werden zu dürfen!!!
    Aber als meine Tochter geboren wurde, bekam ich plötzlich eine für mich absurde Angst!!! Ich hatte zu der Zeit schon eine jahrelange Therapie hinter mir, ich denke das zwischen den Zeilen zu lesen ist warum!!!
    Meine größte Sorge und Angst war, „würde ich es schaffen, mein Mädchen zu beschützen und es gleichzeitig selbstbewusst und gleichberechtigt zu begleiten?!? Ich wusste auch nicht, wie man so etwas macht …
    Aber: Mein Mädchen hat mir gezeigt wo es lang gehen sollte☺! Ich habe nur darauf geachtet, dass beide Kinder immer gleich behandelt wurden. Wie ich heute im Nachhinein von meinen Kindern höre, war und ist es nach wie vor „das Größte “ was ich tun konnte. Sie lieben sich und unterstützen sich gegenseitig. Meine Tochter war leider? kein Mädchen mit rosa Kleidchen und die Puppen wurden so neu wie gekauft, weiter verschenkt. Aber sie ist heute eine selbstbewusste und starke junge Frau, die 2 Jahre bei der Bundeswehr Dienst geleistet hat, deren größtes Hobby das Fußballspielen ist und die inzwischen Mathematik studiert und – es liebt, mit mir shoppen zu gehen, Tee zu trinken und stundenlang zu quatschen! Ausser das shoppen gehen , mache ich das gleiche mit meinem Sohn!
    Fazit: Dein kleines Mädchen wird dir zeigen wo es lang geht – höre,sehe und fühle was „SIE“ braucht!!! Und: egal wieviel Kinder du hast und egal ob Junge oder Mädchen, sei einfach immer nur gerecht!
    Liebe Grüße und viel Freude beim Begleiten Eurer Kinder?

    1. Laura sagt:

      Hallo Elke,

      ich habe gerade Tränen in den Augen als ich Deinen Text lese. „würde ich es schaffen, mein Mädchen zu beschützen und es gleichzeitig selbstbewusst und gleichberechtigt zu begleiten?“ Genau das frage ich mich auch. Ich habe mir schon viele Nächte darüber den Kopf zerbrochen und finde es immer ganz schrecklich, dass keiner sich mit dem Thema auseinander setzt. Ich glaube, dass genau die Mütter, die so schlimm zu ihren Töchtern sind, die ganze Situation gar nicht überblicken. Du wusstest wie Du auf keinen Fall sein darfst und hast Deinen Kindern das Beste mitgegeben. Ich bin gespannt, ob ich auch noch einmal eine Tochter in den Armen halten werde – bei uns macht sich der zweite Junge auf den Weg <3

      Liebe Grüße

  20. Trine sagt:

    Liebe Laura,

    vielen Dank für Deine ehrlichen Gedanken!

    Ich selbst habe ein schlechtes Verhältnis zu meiner Mutter – fühlte mich seit jeher unverstanden, ungeliebt, im Weg, 5. Rad am Wagen. Daher hatte ich tatsächlich Angst, mein erstes Kind (bei dem ich noch so gar keine Ahnung von Kindern und Mutter-sein habe) könnte ein Mädchen werden und mich überfordern. Ich wünschte mir sehnlichst einen Jungen.

    Ich bin vor etwa einem Jahr Mama eines Jungen geworden (1. Kind) und hatte schon während der Schwangerschaft Gedanken wie „Wenn es ein Mädchen wird, kann ich ihr gerecht werden? Kann der Papa Zugang zu ihr finden?“ uvm. Aber ebenso dachte ich „Wird ein Junge Spaß haben mit mir zu Weihnachten Plätzchen zu backen? Werde ich neben Papa die 2. Geige spielen, weil mein Sohn Fußball mögen muss als Junge und ich Fußball hasse?“.

    Mittlerweile denke ich darüber ganz anders. Ob ich eine gute Mutter bin, ein gutes Verhältnis zu meinem Kind habe und mich einfühlen kann oder nicht liegt natürlich nicht am Geschlecht des Kindes, sondern an mir selbst. Denn mein Sohn ist kein Ebenbild meines Mannes und auch eine Tochter wäre kein Ebenbild von mir mit den gleichen Bedürfnissen und Charakterzügen wie wir sie haben/hatten. Es gibt Mädchen, die keine Freude am Backen haben und dafür Jungs, die sich gerne im Plätzchen verzieren üben. So oder so, muss ich darauf eingehen als Mutter (und auch als Vater) und das ist was zählt. Das ist was unsere Kinder stark macht für die Zukunft. Egal ob Mädchen oder Junge, sondern abhängig von der Persönlichkeit des Kindes (und die ist geschlechtsunabhängig).

    Das einzige, was ich tatsächlich „vermisse“: ich nähe keine Röckchen und Kleider für meinen Sohn 😉 das mache ich nun für eine Freundin, die 2 Mädels hat 🙂

    Alles Gute für euch!

    1. Laura sagt:

      Hey Trine,

      danke für Dein Kommentar. Ich denke, dass der beste Schritt ist, zu wissen wie man sich als Mädchen gefühlt hat/fühlt. Ich bin gespannt, ob ich irgendwann noch eine Tochter bekommen sollte und ich denke, dass mir diese Fehler nicht passieren werden.

      LG

  21. Steff sagt:

    Hallo,
    Ich bin seit drei Jahren glückliche Mutter einer Tochter. Ich bin sicher dass ich sie unbewusst versucht habe in eine Richtung zu drängen. Aber auf keinen Fall habe ich versucht sie zu mir selbst zu machen. Würdest du sie kennen wäre dir klar dass sie das niemals zugelassen hätte. Interessiert ihre Mutter sich keinen deut für Kleider, Schmuck, Schminke, Tant, meine Tochter hat bereits mit 1,5 Jahren Streitgespräche mit mir darüber geführt. Und ich hatte meine Schwierigkeiten dafür Verständnis aufzubringen. Ich habe schnell verstanden das Kind hat seinen eigenen Kopf. Und irgendwie hat mich das so sehr interessiert, dass ich oft nur beobachte was daraus wird. Wir lassen sie viele Sachen selbst entscheiden ohne Einfluss zu nehmen. Sie ist eher ein Windhose als ein Blümchen, eher Atombombe als Täubchen, eher Krieger als Denker. Sie ist so ganz anders als ich, sie ist eben sowas von SIE. Und ich bin dankbar und wahnsinnig glücklich ihre Bekanntschaft machen zu dürfen.

  22. Sabrina sagt:

    Hallo Laura,

    ich bin die Älteste von 4 Kindern. 3 Mädchen und der jüngste ist ein Prinz. Das Thema Gleichberechtigung, war bei uns ein totales Fremdwort. Ich muss noch hinzufügen, dass es nicht nur vom Geschlecht abhängig war. Als Älteste hatte ich immer weniger Freiheiten und musste mir alles erkämpfen. Sobald ich etwas durfte, durften es auch meine Geschwister, unabhängig vom Alter und Geschlecht. Es wurde Ihnen oft auch Sachen gewährt, die mir bis dahin nicht erlaubt waren. Ich war im ständigen Konkurrenzkampf mit meiner Mutter und meiner Schwester. Mein Bruder der 10 Jahre jünger ist, genießt mittlerweile Freiheiten, die ich als ungesund erachte.
    Meine Mutter musste ihre 4 älteren und jüngeren Brüder bedienen. Genau das Selbe erwartete sie von mir. Ich war nunmal die Älteste und musste mich „aufopfern“ dies wurde dann auch von meinen Geschwistern erwartet.
    Seit Juni bin ich selbst Mama einer wundervollen Tochter geworden. Schon während der Schwangerschaft, war das Geschlecht in den Familien ein großes Thema und es wurde ein Junge ERWARTET. Ich persönlich wollte noch nicht mal das Geschlecht wissen und mich überraschen lassen. Es kam dann doch anders, unsere Kleine präsentierte sich ziemlich eindeutig 😉 und wir wurden neugierig. Man kann sich auch die „Enttäuschung“ gewisser Familien Mitgliedern vorstellen, dass wir ein Mädchen erwarteten.
    Ich kann deine Gedanken vollkommen verstehen und meiner Meinung nach, macht es dich zu einer guten Mädchen Mutter, allein nur wenn du dir darüber Gedanken machst und dich mit dieser Problematik auseinander setzt. Denn viele Mütter kennen das Problem nicht oder wollen es nicht erkennen. Du möchtest aber dass dein Kind sich frei entfalten kann ohne sie mit deinen Erwartungen zu beeinflussen und das ist in meinen Augen das Beste was man seinem Kind wünschen kann. Das es einem nicht immer so gelingen kann, ist normal denn wir sind keine gefühllosen Roboter sondern Menschen. Denn lässt man seinen Jungen beim nächsten Fasching als Prinzessin in den Kindergarten gehen? Oder schlägt man etwas anderes vor um ihm vor dem Gehänsel zu schützen? Auch als Jungen Mama gibt es hier Erwartungen. Ich selbst möchte nur eine Erwartung an mein Kind haben: Es soll glücklich sein. Man muss als Mädchen Mama mit seinem Umfeld kämpfen und nicht mit sich selbst und/oder der eigenen Tochter.
    Ich bin noch eine ganz junge Mama und noch nicht so erfahren. Jedoch denke ich, dass ich darauf ein besonderes Auge haben werde, da ich es selbst erleben durfte und vielleicht macht es mich deswegen zu einer sensibleren Mädchen Mama. Mein Wunsch ist es meinen Kindern Werte zu übermitteln und gegenseitigen Respekt zu haben. Respekt unabhängig UND AUCH abhängig vom Geschlecht. Sei es bei Geschwistern, Klassenkameraden oder Freunden. Das andere Geschlecht zu respektieren ohne sich unterstellen zu müssen. Das Selbe auch vorleben und Regeln konsequent durchzuziehen (z.B. der Junge darf nicht länger draußen bleiben, weil er ein Junge ist. Er muss um die selbe Uhrzeit daheim sein wie seine Schwester als sie im selben Alter war). Eine Schwester ist nicht minderwertiger weil sie ein Mädchen ist und ein Junge ist nicht der Prinz im Haus, weil er nunmal jünger UND/ODER ein Junge ist. Das müssen nicht nur die Eltern verstehen sondern man sollte auch die Kinder dafür sensibilisieren. Der Rest erübrigt sich dann von alleine und was andere für Erwartungen haben, sollte uns nicht beeinflussen wie wir unsere Kinder erziehen. Genauso wenig Angst zu haben dem Kind nicht gerecht zu werden.

  23. Julia sagt:

    Hallo Laura,
    Ich war sehr überrascht, als ich über deinen post stolperte. Mir geht es tatsächlich auch so, dass ich sehr große Angst davor habe ein Mädchen zu bekommen. Ich habe bereits ein Kind und war gottfroh, dass es ein Junge geworden ist. Wie einige bereits geschrieben haben, liegt es wohl an den individuellen Erfahrungen während der eigenen Kindheit. Bei uns in der Familie ist weniger Gendering das Problem, als eher das Verhältnis zwischen Mutter und Tochter. Ich selbst habe ein sehr schlechtes Verhältnis zu meiner Mutter und diese wiederum zu ihrer. Meine Oma hatte wiederum ein schwieriges zu ihrer. Ich habe so große Angst ein Mädchen zu bekommen, das ich nicht verstehe und das so komplett anders denkt und ist, dass ich es vorziehen würde lieber einem zweiten Jungen zu bekommen, obwohl auch ich mir insgeheim ein Mädchen wünsche. Meine Mutter hat mir offen gesagt, dass ich ihre Erwartungen nicht erfülle und ich für sie eine Enttäuschung bin, während sie mich gleichzeitig um viele Dinge beneidet. Meine Großmutter hat zwei Töchter und konnte zu der einen Tochter ein gutes Verhältnis aufbauen und zu der anderen (meiner Mutter) nie einen Zugang finden. Ich habe deswegen auch Angst, dass ich meinen Kind nicht gerecht werden kann, so sehr ich es versuche und es wie ich sich missverstanden fühlt und ein Leben lang unter dem Mutter-Tochter-Verhältnis leidet.

  24. Jenensis sagt:

    Ich bin Mutter von einer vierjährigen Tochter. Sie ist ganz anders als ich. Wir verstehen uns gut und ich bin ihre Nummer eins. Papa kommt da nicht ran. Trotzdem habe ich Angst um unser Verhältnis. Ich selbst habe ein ganz belastetes Verhältnis zu meiner Mutter und ich habe oft Zweifel ob Mütter und Töchter überhaupt eine reine Beziehung haben können. Ich hoffe das sehr für mich und meine Kleine. Bei meinen Sohn mache ich mir da in der Tat weniger Sorgen. Das liegt sicher ein ganzes Stück daran, dass ich mich in die männliche Gefühlswelt so wenig eindenken kann. Aber auch daran dass ich das Gefühl habe, dass Männer mit ihrem Emotionen pragmatischer umgehen. Nichtsdestotrotz wünsche ich mir, dass er zu mir kommt und redet wenn es richtig brenzlig ist …. wohlwissen das über Gefühle reden, keine Männerstärke ist.

  25. Katharina Middendorf sagt:

    Hallo Laura,
    Ich habe mir sehr intetessiert deinen Artikel durchgelesen und darüber nachgedacht. Ich muss ehrlich sagen ich habe mir nie Gedanken darüber gemacht ob ich an eine Tochter andere Erwartungen hätte als an einen Sohn. Eher wenn ich so Nachdenken im Gegenteil
    Ich empfindlich unsere Gesellschaft zur Zeit sehr Männer feindlich. Mädchen werden gefördert, Gleichberechtigung ist ein großes Thema und auch wenn es den Girlsday nicht mehr gibt, habe ich immer das Gefühl das es für Mädchen mehr Möglichkeiten gibt bzw. sie an vielen Stellen positiv bestärkt werden und Jungs nicht.
    Ich bin Mutter einer Tochter und ich wünsche mir eigentlich nur das sie mal eine selbstbewusste Frau wird. Ich habe eher Sorgen wenn das Zweite Kind ein Junge wird ob ich ihn so unterstützen kann wie er es bräuchte. Ob ich seine Probleme verstehen kann…

    Lg Kathi

    1. Laura sagt:

      Hey Katharina,

      da muss ich Dir Recht geben – in der Gesellschaft werden Männer zur Zeit wirklich schlecht dargestellt. Da mache ich mir manchmal auch Sorgen in welche Richtung das in Zukunft gehen könnte. Bei einem Mädchen bin ich mit mir selbst am Hadern. Ich habe Angst, dass ich ungerecht werden könnte und das macht mir Angst. Mal sehen was die Zukunft bringt, vielleicht könnte es hier noch ein drittes Kind geben…

      Liebe Grüße
      Laura

  26. Julia sagt:

    Hallo, bin gerade zum ersten Mal auf deinen Blog gestoßen… ich kann deine Gedanken nachvollziehen, waren für mich selbst aber nie ein Thema! Ich bin Einzelkind und das wird meine Tochter wahrscheinlich auch bleiben. Was mich stark gemacht hat und was etwas unendlich kostbares ist, ist die Beziehung zu meiner Mutter. Und ich wünsche mir, dass ich das meiner Tochter auch geben kann . Das ist die Erwartung , die ich an mich als Mutter habe. Mein Kind Lieben, Halt geben, Verstehen, Beschützen, Da sein, es selbstständig werden lassen… jenseits von Genderfragen oder Konformitäten.

    1. Laura sagt:

      Hallo Julia,

      vielen lieben Dank für Dein Kommentar. Ich wünsche Dir, dass es genauso kommt. Ein gute Beziehung zur eigenen Mutter ist viel wert <3

  27. Lisa sagt:

    Hallo,

    ich habe eine 20 Monate und 3 Monate alte Tochter.

    Ich muss ehrlich gestehen, dass mir die Gedanken, die du dir gemacht hast, noch nie gekommen sind. Allerdings hast du mich zum Nachdenken angeregt.

    In meiner Familie gab es diesen Unterschied zwischen Tochter und Sohn nicht. Alle wurden gleichermaßen behandelt (liegt aber eventuell auch daran, dass ich selbst 7 Geschwister habe, da musste einfach jeder mit anpacken). Also meine Mutter hat nie versucht uns in irgendwelche Rollen zu zwängen, die für uns einfach nichts waren, nur weil es Ihre Wunsch wäre.

    Meine große Tochter hat schon sehr viele Sachen für sich selbst herausgefunden, die eigenartigerweise in dieses typische Mädchen/Frauenbild passen (Beispiel: Lieblingsfarben: rot/pink). Mein Mann und ich erziehen unsere Kinder zu selbstständigen und selbstbewussten Menschen. Mein Mann macht auch die Wäsche und hilft im Haushalt, gleichermaßen wie ich auch Rasen mähe.

    Ich erwarte von meine Töchtern nur, dass sie für sich selbst einstehen und Entscheidungen treffen, die für sie richtig und vertretbar sind. Einen Sohn hätte ich ganz sicher genauso erzogen. Aber das mag auch daher kommen, dass bei meiner Familie nie ein Unterschied gemacht wurde.

  28. Jana sagt:

    Ich bin Mädchen Mutter und liebe es! Ich kann es mir nicht anders vorstellen. Ich kann mit ihnen viel unternehmen und weiß was Mädchen mögen. Ich würde selbstverständlich auch wenn ich Söhne hätte die gleiche liebe fühlen allerdings denke ich das der Papa da besser aufgestellt ist da er weiß was jungen mögen.

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