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Laura / 11.10.2016 / Best Of / Erziehung / Familienleben / Family / UNSER ALLTAG
      

Die neue Generation Väter – Eine Liebeserklärung

         

Gefühle zeigen? Nie und nimmer! So sind Männer meist, aber wer kann es ihnen verübeln? Mit Sätzen wie „Richtige Männer weinen nicht!“ wurden viele Jungs schon früh darauf getrimmt, in der Öffentlichkeit keine Emotionen zu zeigen. Doch es hat sich etwas geändert: Die Jungs von damals sind heute Männer und selbst Väter. Ganz anders als damals zeigen sie heute gern Gefühle und verbringen ihre Zeit am liebsten mit der Familie. Heute haben wir es mit der wohl besten Generation Väter zu tun, die es jemals gab. Wie ich darauf komme? Ich verrate es Euch!

Der Wandel vom Mann zum Vater

Man kann sich vor der Geburt des eigenen Kindes gar nicht vorstellen, wie man sein wird, weder als Mutter noch als Vater. Man hat ein Bild vor Augen, wie man gerne sein möchte. Das Besondere bei der Geburt eines Kindes und beim Aufziehen eines so kleinen Wesens? Man wirft seine gesamten Vorstellungen über Bord und sieht plötzlich alles komplett anders. Man beginnt die Dinge aus der Sicht eines Kindes zu sehen. Besser gesagt, wir durchleben unsere Kindheit noch einmal und bemerken erst jetzt, was wir gebraucht und uns vielleicht mehr von unseren Eltern gewünscht hätten. Frei von dem Zwang, dass ein Junge anders behandelt werden müsste als ein Mädchen. Frei von dem Gedanken: Jungs werden einmal Männer und benötigen eine spezielle Erziehung. Jedoch entwickeln sie sich zu viel besseren Männern, wenn sie mit Liebe und Verstand erzogen werden und das nicht nur mütterlicherseits. Nun ist ein Kind da und alles andere wird klar in den Schatten gestellt: Parties und Überstunden gehören der Vergangenheit an und der Papa will jede freie Minute mit seiner Familie verbringen. Verantwortung wird übernommen und man kann sich kein Leben mehr ohne das kleine Wesen vorstellen.

Die Vergangenheit

Väter gehen arbeiten, Mütter bleiben zu Hause. Früher war die Mutter größtenteils allein für die Erziehung des Kindes verantwortlich. Der Vater hingegen verließ früh morgens das Haus und kam erst spät von der Arbeit heim. Meist so spät, dass die Kinder schon lange im Bett schliefen. Schulaufgaben, Sorgen und Nöte, Mittag- und Abendessen und Vorlesen hatten bereits die Mütter erledigt. Männer waren leider in den meisten Fällen nur Wochenendväter, mit denen die Kinder eine schöne Zeit an Samstagen und Sonntagen verbrachten – mehr aber auch nicht. Sie hatten nur eine Aufgabe: Die Familie zu ernähren und ein autoritäres Vorbild ihrer Nachkommen zu sein. Falsch gedacht, denn Väter wollen immer mehr Zeit mit ihren Sprösslingen verbringen.

 

Die neue Rollenverteilung

Und heute? Sie sind sozusagen „Superhelden“. Neben der Arbeit, helfen sie noch im Haushalt und sind ein wichtiger Teil der emotionalen Bindung für ihr Kind. Nicht nur die Mutter tröstet, kuschelt und liest vor! Nein, Väter sind gleichwertige Partner in der Erziehung ihrer Kinder geworden. Meiner Meinung nach genauso liebevoll wie eine Mutter, manchmal vielleicht sogar ein Stückchen mehr. Sie wechseln Windeln, stehen auf, um die Flasche zu geben, baden ihre Kinder und kuscheln mit ihnen. Egal, ob Sohn oder Tochter. Ganz ohne Druck und ohne Drang in einer Geschlechterrolle werden die Kinder dieser Superväter erzogen. Heute steht nicht mehr die direkte Erziehung im Vordergrund, sondern Liebe und Zeit. Denn diese besondere Zeit können wir nur einmal miterleben und zusehen wie unsere Babies zu selbstständigen Menschen werden. Dadurch, dass auch die Rolle der Frau in der Gesellschaft eine Veränderung erlebte und sie nun zurück in den Beruf gehen kann und will, können Männer ohne großen Druck wieder mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen.

Der Wandel macht sich besonders bei der Elternzeit bemerkbar – vor der Einführung des Elterngeldes 2006 waren nur knapp 3,5% der Väter in Elternzeit. Seitdem steigt die Zahl der Väter in Elternzeit kontinuierlich. Im Jahr 2014 nahmen 34,2% aller Väter von Neugeborenen Elterngeld in Anspruch – also rund 244.000 Männer, die mit ihren Kindern die Zeit genießen wollten. (Quelle: Statistisches Bundesamt)  

Unsere persönliche Geschichte

Der Vater meines Sohnes konnte, auf Grund seiner Selbstständigkeit, leider keine Elternzeit nehmen. Jedoch hat er seine Arbeitszeiten so gelegt, dass wir jeden Abend zusammen Abendessen und ins Bett gehen können. Unsere Familie steht an erster Stelle. Die beiden gehen zusammen einkaufen, er badet ihn und zieht ihn an, er könnte stundenlang mit ihm Lego spielen und ihm die Welt erklären. Unser Kind ist in ihn vernarrt – sobald sein Vater das Haus betritt, rennt er zu ihm und kann ihn nicht mehr loslassen. Leider ist es nicht in allen Familien so und genau deswegen bin ich umso stolzer und glücklicher, dass wir für ihn das Wichtigste sind. Meistens ist er sogar ein ganzes Stück feinfühliger als ich und noch kuschliger – obwohl ich dachte, dass das gar nicht möglich sei. Er hatte sogar vor mir unserem Sohn zum ersten Mal die Windeln gewechselt und ihn umgezogen – etwas, was ich mir zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht zugetraut hätte. Nichts bringt mein Herz mehr zum Strahlen als die beiden zusammen zu sehen.

Da frage ich mich, was aus diesen Söhnen werden soll, die von solchen Supervätern erzogen werden? Wahrscheinlich eine Generation von noch besseren Vätern. Obwohl ich glaube, dass es ziemlich schwer sein dürfte, diese zu übertrumpfen.

Ich bin ein Fan der neuen Generation Väter – und Ihr?

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10 Gedanken zu „Die neue Generation Väter – Eine Liebeserklärung“

  1. Janina sagt:

    Ich auch, total! Ich bin begeistert, dass dich immer mehr Männer trauen, Gefühle gegenüber ihrer Familie zu zeigen und das nach auch nach außen hin so zu äußern. Mein Mann ist da auch richtig klasse und ich bin froh, dass ich ihn habe! Als Mann und als Papa meiner Kinder 🙂
    Liebe Grüße! Janina

    1. Laura sagt:

      Liebe Janina <3

      Es ist toll oder? Ich bin so froh, dass ein großer Teil der Männer sich so verändert hat. Diese alte Sichtweise ist nur noch selten vertreten und darüber können wir Mütter sehr stolz sein <3

  2. Ich finde das ja als Mann auch gut, dass mehr Väter für ihre Familien da sind und eine gleichberechtigte Aufgabenverteilung zwischen Mama und Papa herrscht. Jetzt stoße ich mich aber doch ein bisschen an dem Begriff Superväter. Also ich fühle mich nicht als Supervater, obwohl meine Vaterschaft sicher ziemlich exakt auf deine Beschreibung zutreffen würde. Supervater klingt aber so riesig, so unerfüllbar. Als wäre das gar nicht zu schaffen und eine riesige Aufgabe.
    Dabei machen wir, diese Superväter, ja nur ganz normale Dinge. Aufräumen, Windeln wechseln, für das Kind da sein. Sicherlich jetzt nicht in allen Familien eine Selbstverständlichkeit, aber eben auch nicht so Supermanmäßig, oder?

    1. Laura sagt:

      Hallo Christopher,

      meiner Meinung nach doch. Ich finde, dass Väter damals komplett anders waren und (viele) Väter von heute selbstverständlich helfen und sich kümmern. Wenn man es im Kontext zu früher sind, hat sich einfach grundlegend etwas verändert.

      Viele sehen das ja so wie Du, man sollte Väter nicht in den Himmel heben und sie vergöttern. Frauen machen genau die selben Dinge Tag ein und Tag aus seit Jahren. Aber ich kann nur von meinem Mann sprechen: er ist manchmal 12 Stunden unterwegs und setzt sich abends trotzdem mit seinem Sohn zusammen und kümmert sich. Für mich nicht selbstverständlich.

      Liebe Grüße

      1. Ich habe darüber nachgedacht und denke, dass ich gar nicht schlecht finde, dass du die „neuen“ Väter Superpapas nennst. Was mich vielmehr stört, ist, dass es so um sich greift. Wie ein Trend. Papas, die sich auch um ihre Kinder kümmern, sind so supertoll! So wie Superman. Ich fände es aber viel schöner, wenn das normal wäre. Dann würde es auch keiner so nennen. Denn nur, wenn es normal ist, dann bleibt das auch so. Trends gehen vorbei, ich finde aber, dass alle Männer jede Aufgabe genauso machen können sollten, wie es Frauen auch tun. Ich warte wohl nur auf diesen Moment, ab dem es normal und nicht mehr super ist.

  3. Mamamulle sagt:

    Jaaaa… ich wir haben hier auch so einen Superheldenpapa. Doof nur, dass da draußen immer noch so Oldschool-Papas rumlaufen, die denken „die Frau gehört an den Herd“. Das finde ich so panne…

    Liebe Grüße vom Mamamulle-Blog =)

    1. Laura sagt:

      Da haben wir echt Glück <3

  4. Anna Kasten sagt:

    Also ich finde bei diesem Thema muss noch sehr viel passieren und wir sind noch lange nicht in der Gleichberechtigung angekommen. Die Väter machen heute mehr als früher, aber der Bärenanteil wird (muss) trotzdem von den Frauen übernommen (werden). Schaut euch doch mal die Prozentzahlen an von Müttern oder Vätern, die vormittags alleine mit den ganz kleinen rumlaufen oder nachmittags auf den Spielplätzen sind. Väter sind da immer noch die Ausnahme und eher da, wenn auch die Mütter zugegen sind. Die Zahlen zu den Elternzeiten muss man sich präziser anschauen. 80 % der Väter, die Elternzeit nehmen, machen nämlich nur 2 Monate Pause, in der dann meistens alle zusammen in den Urlaub fahren und sie wieder nicht alleine verantwortlich sind für die Kinder und sehen wie anstrengend der Alltag mit ihnen sein kann. Also bitte weiterkämpfen als so zu tun, dass alles ganz super ist, dass sie uns ein bisschen unterstützen und bei den Frauen trotzdem die Doppelbelastung hängenbleibt!

    1. Laura sagt:

      Hey Anna,
      da hast Du recht, aaaaaber losgelöst von der Elternzeit – zum Beispiel mein Mann konnte sich keine Elternzeit erlauben, da er Selbstständig ist. Meist verdienen Männer auch viel mehr als die Frauen und wenn ich ganz ehrlich bin: ich wäre nicht arbeiten gegangen, wenn mein Mann mit Elternzeit zu Hause sitzt. 1. Weil mein Kind bis heute noch gestillt wird 2. Weil ich mein Kind nicht vor dem dritten Geburtstag fremdbetreuen lasse 3. Weil ich nur den Bruchteil meines Mannes verdienen würde.

      Trotzdem finde ich die Väter heute anders. Sie nehmen sich diese zwei Monate Elternzeit viel häufiger und sie haben eine ganz andere Bindung zu ihren Kindern als die Generation unserer Väter zu uns.

      Liebe Grüße

  5. Dirk sagt:

    Sehr schöner Beitrag!
    Da werde ich als Papa von zwei Mädels ja fast ein wenig rot 😉
    Wie diese neuen Papas so leben, kann man sich live gerne mal in meinem Blog ansehen.

    Liebe Grüße und weiter so viele schöne Gedanken
    Dirk

          

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