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Tipps & Tricks zum Stillen | Mein Erfahrungsbericht & nützliches Stillzubehör

         

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Wenn mir jemand in der Schwangerschaft meines ersten Kindes. erzählt hätte, dass ich mal länger als sechs, zwölf oder achtzehn Monate stillen würde, hätte ich dieser Person kein Wort geglaubt. Am Ende hat meine feste Überzeugung, dass Stillen nur Nahrungsaufnahme ist, gekippt und ich habe meinen Sohn selbst über das Ende unserer Stillbeziehung entscheiden lassen. Daraus wurden dann 23 Monate Stillzeit. Leider war unser Anfang alles andere als einfach und schön. So viele Dinge hätte ich gerne im Vorfeld gewusst und sie eingesetzt – besondere Tipps oder auch welches Zubehör das beste ist. Aus dem Grund will ich Euch meine ganz persönlichen Stilltipps nahe legen. Meine Erfahrungen spielen hier eine sehr große Rolle, natürlich nimmt jeder Mensch eine Stillbeziehung anders wahr.

 

Meine persönlichen Stilltipps

Geburtsplanung

Fangen wir bei der Geburtsplanung an. Ja, man kann und sollte eine Geburt planen – direkt im Krankenhaus mit der zuständigen Hebamme. Natürlich kann man keine Geburt eins zu eins planen, aber man sollte seine Wünsche äußern. Wenn Ihr ein stillfreundliches Krankenhaus in unmittelbarer Nähe habt – nutzt dieses. Geht im schlimmsten Fall davon aus, dass die Damen (von denen Ihr Hilfe erwartet) meist nicht viel von der Materie wissen. Sei es im Geburtsvorbereitungskurs oder später direkt nach der Geburt im Krankenhaus Wochenbett.

Drei Dinge sind besonders wichtig, wenn Ihr die Vorstellung im Krankenhaus habt:

Das Baby soll direkt nach der Geburt angelegt werden

Oftmals höre ich von Müttern, dass sie gar keine Hilfe beim Anlegen bekommen haben oder dies erst Stunden später gemacht haben. Das Baby sollte so früh wie möglich an die Brust. Wieso? Umso früher kommt es mit dem wichtigen Kolostrum in Berührung, es kommt Euch sehr nah und regt auch gleichzeitig die Milchproduktion an. Wartet nicht und nehmt das Baby direkt an die Brust.

Das Baby soll keinen Schnuller bekommen

Wer kennt es nicht, diese süßen Babys, die mit ihrem Schnuller im Kinderwagen liegen und vor sich hin saugen. Ein Schnuller hat einen Vorteil: er beruhigt das Baby. Aber wem ist denn ein Schnuller nachempfunden? Genau, einer Brustwarze. Kurz gesagt, ist der Schnuller nur eine Kopie einer Mutterbrust. Also könnt Ihr dem Kind zum Nuckeln auch einfach das natürlichste der Welt zur Verfügung stellen: Euch. Der große Nachteil an Schnullern ist außerdem die Saugverwirrung. Dieser Fall tritt nicht bei jedem Baby auf, ist aber trotzdem weit verbreitet. Das Baby verlernt durch das Saugen an dem Schnuller, das natürliche Saugen an der Brust. Außerdem könnte man, in der selben Zeit, das Baby an die Brust legen und diese für die weitere Milchproduktion stimulieren. Wer auf einen Schnuller verzichtet hat nicht das Risiko einer Saugverwirrung, regt die Milchbildung an und gibt seinem Kind, durch das Nuckeln an der Mutter, noch mehr Körperkontakt.

Das Baby soll nicht zugefüttert werden (Pre-Milch)

Kurz nach der Geburt haben wir Frauen noch keinen direkten Milcheinschuss. Mehr als das wichtige Kolostrum haben wir noch nicht in unseren Brüsten. Oftmals wird dann die Abnahme des Babys und das nicht sofortige Einschießen der Milch damit verbunden, einem Baby Pre-Milch zu geben. Das Baby nimmt natürlich nach der Geburt ab, da eine Mutter gar nicht in so kurzer Zeit Milch produzieren kann. Die Natur hat es so vorgesehen, dass unsere Babys mit dieser wenigen Muttermilch am Anfang überleben. Aus dem Grund besteht gar keine Sorge, solange die Muttermilch innerhalb der ersten drei bis fünf Tage einschießt. Milch wird nämlich nur durch einen Vorgang gebildet: Durch das Saugen des Babys, an der Brust der Mutter. Sollte dieser Kreislauf aufgrund vom Zufüttern unterbrochen werden, so kann natürlich keine neue Milch produziert werden. Diesen Zustand nennt man Zufütterungsfalle. Natürlich kann es zu Situationen kommen, wo es am Anfang sehr schwer ist zu Stillen. Jedoch sollte man nicht auf künstliche Sauger zurück greifen, sondern andere stillfreundliche Möglichkeiten in Betracht ziehen.

 

 

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Nach Bedarf und nicht nach Plan Stillen

Gerade wenn es um das Stillen geht, werden einem viele verschiedene Mythen begegnen. Ein Ratschlag der Damen in Krankenhaus war, dass ich meinen Sohn nur alle vier Stunden anlegen soll und er soll jeweils an jeder Brust nur 15 Minuten trinken. Selbst als er danach vor Hunger geweint hat, wurde uns erklärt, dass dieses Verhalten darauf zurückzuführen ist, dass er gerne kuscheln möchte. Kurz darauf wurde unserem Kind, ohne unser Wissen, eine Flasche mit Pre-Milch verabreicht und der Schnuller gegeben.

Bitte Stillt nach Bedarf – sobald das Kind seinen Kopf hin und her bewegt und nach einer Brust sucht, wenn das Kind unruhig wird, wenn das Kind weint: Fast immer bedeutet dies Hunger. Gerade am Anfang könnt Ihr gar nicht genug anlegen – jedes Saugen regt die Milchproduktion an und das Kind fühlt sich an der Brust geborgen. Lasst das Kind, so lange wie es die Brust braucht, auch an ihr trinken. Hört auf keinen Fall auf einen Stillrhytmus und eine bestimmte Dauer. Auch am Anfang haben Babys Wachstumsschübe und es könnte zum Clustern (Baby saugt und trinkt ohne Pause) kommen. Es nimmt Nahrung auf und beruhigt sich gleichzeitig.

 

Helfer in der Stillzeit

Still-BHs

(Zum Beispiel von Carriwell)

Schon in der Schwangerschaft habe ich mir Still-BHs zugelegt, denn die Brust bereitet sich langsam auf ihre Aufgabe vor und wächst natürlich. Während der Schwangerschaft und der Stillzeit ist die Brust sehr empfindlich und benötigt weiche BHs, welche trotzdem die Form wahren. Gar nicht so einfach den passenden Still-BH zu finden. Für mich kam kein BH mit Bügeln und Fütterung in Frage. Es soll nicht kneifen und nicht zu eng sein. Ich habe viele Marken ausprobiert und bin am Ende bei Carriwell hängen geblieben.

Carriwell hat hochqualitative BHs im Sortiment, perfekt abgestimmt auf die Mutterbrust. Selbst die BHs mit Spitze sehen toll aus und lassen sich sehr bequem tragen. Das Schöne: Ihn gibt es in allen Größen und man muss auch bei größeren Brüsten nicht lange suchen. Der GelWire Still-BH ersetz sogar die harten Bügel und formt die Brust perfekt.

Stilleinlagen

(Zum Beispiel aus Faservliesstoff von Lansinoh oder aus Baumwolle oder Baumwolle-Seidengemisch von ALANA )

Manchmal kam der Milcheinschuss und das Austreten von Milch schneller und unerwarteter als gedacht. Es musste am Anfang nur mein oder sogar ein fremdes Baby schreien und zack, sah man einen großen Milchfleck, auf dem Oberteil. Deshalb sollte man, zu Beginn der Stillzeit, unbedingt Stilleinlagen tragen. Im Krankenhaus gab es bei uns die Einlagen von Lansinoh. Von diesen bin ich immer noch sehr begeistert. Dieses Mal teste ich jedoch auch die waschbaren Einlagen von ALANA.

 

Stillkissen

(Zum Beispiel von Theraline)

Nichts geht über ein weiches und komfortables Stillkissen, bereits in der Schwangerschaft. Irgendwann kann man nämlich nicht mehr auf dem Bauch oder auf dem Rücken schlafen. Vor allem in der späteren Schwangerschaft ist sogar das seitliche liegen schon fast anstrengend. Ich kann aus dem Grund viel besser mit einem Stillkissen schlafen. Stillkissen sind besonders am Anfang sehr praktisch, da man noch nicht so genau weiß, wie man das Baby am besten an- und hinlegt. Das Baby ist sehr klein und lässt sich perfekt zum Stillen auf das Kissen positionieren. Ein Stillkissen lässt nämlich viele verschiedene Stillpositionen zu, die ohne nicht möglich wären. Irgendwann braucht Ihr das Kissen nicht mehr, da die Handgriffe  immer routinierter werden und das Baby auch immer größer wird, doch am Anfang würde ich es auf keinen Fall missen wollen.

Entschieden haben wir uns dieses Mal wieder für zwei Modelle von Theraline. Einmal das große Standard Stillkissen, welches ich mit ins Bett nehmen werde. Direkt für die Schwangerschaft und später um Nachts einfach etwas mehr Halt beim Sitzen und Stillen zu haben. Das zweite Modell, welches bei uns eingezogen ist, ist der Stillmond. Er kommt mit im Wohnzimmer zum Einsatz, so dass ich immer eine Hilfe zum Stillen im direkten Umfeld habe.

 

Brustwarzensalbe aus Lanolin 

(Zum Beispiel von Lansinoh)

Zu Beginn einer Stillbeziehung kann das Stillen ganz schön wehtun. Ein Grund für viele Frauen das Stillen nicht weiter zu verfolgen. Manche empfinden den Milcheinschuss und die wunden Brustwarzen sogar schmerzvoller als die Geburt. Das kann ich selbst nicht bestätigen aber die Schmerzen waren trotzdem sehr stark. Ich hatte sogar mit Schorf auf den Brustwarzen zu kämpfen. Hier eignet sich hervorragend Lanolin, kurz gesagt Wollwachs. Sie wird neben empfindlichen Brustwarzen auch bei trockenen Lippen, empfindlicher, rissiger, rauher und gereizter Haut verwendet.

Ich werde wieder die Lanolin Brustwarzensalbe von Lansinoh nutzen. Sie ist hypoallergen, ungebleicht und frei von Zusatzstoffen wie Konservierungsmitteln, Wasser, Paraffin, Parfüm, Farbstoffen oder Antioxidationsmitteln. Von ÖKO-TEST wurde die Brustwarzensalbe Lansinoh® HPA® Lanolin mit „sehr gut“bewertet.

Kompressen

(Zum Beispiel von Multi-Mam)

Sollte die Nanolinsalbe nicht mehr helfen, kommen die Muli-Mam Kompressen zum Einsatz. Sie sind der Hit, wenn es um entzündete, schmerzende und rissige Brustwarzen geht. Die Brustkompressen sind aus Baumwolle und einem bio-aktiv Gel. Besonders gut helfen sie, wenn sie im Kühlschrank gelagert und kalt eingesetzt werden. Sie kühlen dann super und lindern die Schmerzen sofort. Die Kompressen blockieren viele schädliche Bakterien, auf natürliche Weise. Der rein pflanzliche 2QR-Komplex verhindert, dass die Bakterien überhaupt erst auf der Haut anhaften können.

 

Mulltücher

(Zum Beispiel von Lässig oder aden+anais)

Zu Beginn weiß man oft nicht, ob man ein Baby hat, welches viel spuckt. Man sollte sich trotzdem einen kleinen Vorrat an Spucktüchern anlegen. Unser erstes Kind war ein richtiges Paradebeispiel – wir hatten einen unglaublichen Verbrauch an Mulltüchern. Wir haben damals jede Marke durchgetestet und waren mit dem Großteil leider gar nicht zu frieden. Viele Mulltücher sind schnell sehr dünn und werden kratzig. Aus dem Grund kommen bei uns nur noch Tücher von Lässig und aden+anais ins Haus. Meiner Meinung nach die qualitativ hochwertigsten Tücher, die ich bis jetzt kennenlernen durfte. Schöne Prints, tolle Qualität und super weich. Sie saugen jede Flüssigkeit einfach klasse auf.

 

Windeltasche

(Zum Beispiel von Lässig)

Am Anfang dachte ich, dass eine Windeltasche gar nicht sein muss. Meine normalen Taschen müssen ja vollkommen ausreichen. Ich wurde eines Besseren belehrt – Wickeltaschen sind einfach viel praktischer. Wickeltaschen haben viel mehr Stauraum und Fächer um alles wichtige unterzubringen und auch schnell wieder zu finden.

Nach einem Reinfall mit einer Wickeltasche einer Drogeriekette bin ich auf Lässig gestoßen. Viele Fächer, hohe Qualität, toller Tragekomfort und das wichtigste: Sie sehen sogar noch toll aus. Inbegriffen ist tolles Zubehör wie zum Beispiel eine Wickelunterlage, Kinderwagenhaken, eine isolierte Fläschchentasche und vieles mehr. Zur Zeit nutzen wir den Wickelrucksack Glam Goldie Backpack in rosa von Lässig und sind mehr als zufrieden. Der Rucksack ist etwas fester und stabiler und wird uns beim zweiten Kind noch begleiten.

 

Babytrage

(Zum Beispiel von Fidella oder Limas)

Viele Mamas schwören auf das Stillen in einer Trage. Das Baby ist beruhigt und kann nebenbei in Ruhe trinken. Ganz nah an der Mama. Viele Babys brauchen diese extreme Nähe durch das Tragen und ihnen reicht nicht nur das an der Mutter liegen. Praktisch: Nebenbei kann die Mama dann noch den Hausalt erledigen und das Baby kann trinken und schlafen gleichzeitig.

Meine beiden Kuscheltragen für den Anfang sind ganz klar Fidella oder Limas. Aus weichem Tragetuchstoff und zum selbst binden. Der Stoff ist angenehmer für die Kleinen, als der einer Systemtrage und durch das Binden kann man den Körperkontakt individuell anpassen. Bei Minibabys würde ich auf Systemtragen verzichten und diese eventuell für die Zukunft einplanen.

 

Erst Kaufen wenn nötig

Ich habe aus eigener Erfahrung gemerkt, dass ich mir Stillhütchen und die Milchpumpe hätte sparen können. Die Stillhütchen habe ich selbst bei meinen Anfangsschwierigkeiten nicht benötigt und habe sie nach ein paar Monaten entsorgt. Jedoch plant eine Milchpumpe ein, wenn Ihr vorhabt Eure Babys in Muttermilch zu baden oder später Muttermilchschmuck anfertigen zu lassen.

 

Holt Euch gegebenenfalls Hilfe

Bitte denkt immer daran: Knapp 5% der Frauen können wirklich nicht stillen und haben zu wenig Milch, der Rest wird oftmals einfach nur falsch beraten. Außerdem kann es dazu kommen, dass zu wenig Milch produziert wird. Gründe dafür ist eine Geburt mit medizinischer Hilfe, eine Trennung von Mama und Baby direkt nach der Geburt, Stress und Müdigkeit, Milchstau oder auch eine hormonelles Ungleichgewicht. Auch Babys können aus anatomischen Gründen nicht stillen – zum Beispiel ein zu kurzes Zungenbändchen. Carriwell stellt einen kostenlosen und wundervollen Stillbegleiter auf Ihrer Website zur Verfügung. Hier findet Ihr noch weitere wirklich gut zusammengefasste Tipps.

 

Hilfe bekommt Ihr an folgenden Anlaufstellen:

Wenn Ihr nicht mehr weiter wisst, könnt Ihr Euch Hilfe durch Stillberaterinnen suchen. Oftmals findet Ihr diese schon in größeren Facebookgruppen, Ihr wendet Euch direkt an den Berufsverband Deutscher Laktationsberaterinnen IBCLC e.V. oder an die La Leche Liga.

 

Was sind Eure ultimativen Stilltipps, die Ihr gerne vorher gewusst hättet? Lasst es mich wissen!

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3 Gedanken zu „Tipps & Tricks zum Stillen | Mein Erfahrungsbericht & nützliches Stillzubehör“

    1. Laura sagt:

      Vielen lieben Dank für Deine Links <3

  1. Ursula sagt:

    Super Artikel, Bravo! Leider sind nicht mal alle Hebammen auf dem Stand von Stillen nach Bedarf. Es gibt auch eine sehr gute Facebook Gruppe mit La Leche Liga und IBCLC Stillberaterinnen. Zu finden unter Stillen Schweiz. Eine Plaudergruppe ist auch vorhanden, mit vielen Mamis die bedürfnisorientiert erziehen.
    Auch das Artgerecht Buch ist zu empfehlen.
    Ich stille übrigens seit knapp 18mt.

          

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