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Selbstständig Abstillen | Mein Sohn hat sich nach 23 Monaten von alleine abgestillt

         

Es ist so weit: Ich stille nicht mehr. Eigentlich wollte ich nie, dass es dazu kommt. Natürlich war mir klar, ich werde meinen kleinen Sohn nicht für immer stillen aber der Gedanken daran hat mich immer so unglaublich traurig gemacht. Wie es nun dazu kam und ob wir alles wieder genauso machen würden? Heute im Blog.

 

Wie alles anfing

Stillen war für mich nie wichtig, auch wenn ich wusste, dass meine Mutter meine Geschwister und mich mindestens 1 1/2 Jahre bis 2 1/2 Jahre gestillt hat. Trotzdem lag es immer in weiter ferner, selbst als ich schwanger wurde. Stillen? Meine Güte, muss das sein? Ein Kind nur von sich abhängig machen und immer an seiner Brust hängen zu haben? Sechs Monate würde ich bestimmt schaffen, dann reicht es aber auch. Aus sechs Monaten wurden neun, aus neun wurden zwölf, aus zwölf wurden achtzehn. Ein Ende war für mich nie in Sicht, warum auch? Aric braucht seine geliebte „Natzi“ und hat jede Sekunde beim Stillen genossen.

 

Nicht alles war schön

Stillen ist neben großer Liebe und Nahrung, vor allem eins: Anstrengend und stressig, besonders am Anfang. Erst einmal dazu zu kommen wirklich stillen zu können ist ein Wunder. Ich habe meine gesamte Hoffnung auf Hebammen und Schwestern gesetzt, diese Damen müssen ja wissen wie es richtig geht. Leider falsch gedacht, genau diese Hoffnung hat mir fast die Stillbeziehung zu meinem Sohn geraubt. Genau wie es dem Großteil aller Mütter passiert und die dann aufgrund dieser falschen und unzureichenden Hilfe scheitern. Wenn man diese schwere Anfangszeit überstehen will, kämpft man mit Schmerzen, kurzen Nächten und Selbstzweifeln. Als Stillende steht man immer unter Beobachtung: Zufüttern, zu viel Milch, zu wenig Milch, zu kurz gestillt, zu lang gestillt, in der Öffentlichkeit stillen oder nicht. Ununterbrochen muss man sich rechtfertigen. Ich hatte wirklich immer Glück, denn in der Öffentlichkeit wurde ich nie angesprochen, in meiner Familie wurde sich dazu auch nicht geäußert und alle meine Freunde, ob Kinder oder nicht, streben die selbe bedürfnisorientierte Erziehung an.

 

Stillen ist für mich immer noch magisch

Oftmals lese ich, dass Stillen für viele Frauen nur Nahrungsaufnahme ist und könnte den Kopf schütteln. Wenn ich daran denke wie das Stillen Arics und meine Beziehung gefestigt hat, uns einander näher gebracht hat und unsere Liebe besiegt halt – unglaublich. Egal wie schwer es war, wie anstrengend oder vielleicht sogar nervig – ich konnte Aric immer das geben was er brauchte. Liebe, Geborgenheit, ein enges Band, Trost, Nahrung, Schlaf, Beruhigung – einfach alles und das ganz nah an mir. Hatte er Angst oder hat sich wehgetan, kam er an die Brust und alles war verflogen. War er krank und konnte nichts essen – meine Muttermilch konnte uns über diese schwere Zeit retten. Ich habe jede Sekunde genossen.

 

Wie alles endete

Eins war für mich immer klar: Aric entscheidet wann unsere Beziehung zu Ende geht. Ich persönlich hätte auch die gesamte Schwangerschaft durchgestillt und habe mich sogar über Tandemstillen informiert. Kurz bevor ich schwanger wurde, hat Aric seine nächtliche durchstill-Routine verändert. Plötzlich benötigte er seine Muttermilch nicht mehr im Schlaf und konnte gut durchschlafen. Von heut auf morgen war Durchschlafen kein Problem mehr. Jedoch merkte ich zu dem Zeitpunkt schon, dass die Milch weniger wurde. Ist ja klar, wenn niemand saugt, wird keine neue Milch produziert. An ein paar Abenden musste noch Einschlafstillen praktiziert werden und besonders morgens konnte er nicht auf die „Natzi“ verzichten. Dies lief aber immer mehr aus. Dann kam zum ersten Mal der Tag, an dem er gar nicht an der Brust war. Dies ist knapp zwei Wochen her. Danach gab es dann immer mal wieder Tage an denen er probieren wollte und dann war es vorbei, einfach so.

 

Ich würde alles wieder genauso machen

Ich habe mir Abstillen immer ganz anders vorgestellt. Meckern, Trotz und viele Tränen. Bei uns war es einfach toll – er hat entschieden wann er dafür reif ist ohne Muttermilch den Tag zu überstehen. Ich habe es immer als perfekt angesehen, wenn sich das Kind von alleine ab dem zweiten Geburtstag abstillt und genauso ist es gekommen und das von ganz alleine. Es war die schönste Zeit und ich bin mehr als froh, dass ich vor kurzem noch Muttermilchschmuck für diese magische Zeit habe anfertigen lassen. Ich werde mich immer mit ganz viel Liebe an diese Zeit erinnern.

Ich würde immer wieder so entscheiden, denn Eure Kinder wissen am allerbesten was sie brauchen – bei manchen reicht ein Jahr, bei meinem zwei und bei anderen wiederum drei Jahre. Besser hätte ich mir das Abstillen niemals vorstellen können. Nun haben wir das Stillen durch Kuscheln ersetzt – am liebsten würde der kleine Mann manchmal in mich reinkriechen. Genießen tue ich jede Sekunde davon, wer weiß wie lange unsere kleinen Wirbelwinde noch Interesse dran haben? Traurig macht mich das Abstillen trotzdem, diese Verbundenheit ist einfach unglaublich und ich habe es geliebt Aric zu nah zu sein. Wenn ich darüber nachdenke kommen mir fast die Tränen. Ich bin mehr als froh, dass ich diese wunderschöne Zeit mit meinem Sohn teilen durfte und freue mich jetzt schon wieder auf die nächste Stillbeziehung die in sechs Monaten auf mich wartet.

 

Bei der lieben Daniela von diekleinebotin.de findet Ihr außerdem einen wundervollen Beitrag über das selbstständige Abstillen am 32. Monat – Kinder sind einfach so wundervoll unterschiedlich!

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8 Gedanken zu „Selbstständig Abstillen | Mein Sohn hat sich nach 23 Monaten von alleine abgestillt“

  1. Annina sagt:

    Liebe Laura,
    Ich kann gut nachvollziehen, dass du auch traurig bist, dass diese besondere und magische Zeit vorbei ist. Einerseits „warte“ ich auch schon darauf, dass K (sie ist jetzt 20 Monate) sich abstillt, andererseits wird es sicher komisch sein, wenn unserer Stillbeziehung zu Ende ist.
    Ich wünsche dir alles Gute für die weitere Schwangerschaft.
    Liebe Grüße annina

    1. Laura sagt:

      Hallo liebe Annina,

      ja es ist wirklich etwas komisch. Manchmal habe ich auch darum gebeten, dass er endlich aufhört zu stillen. Jetzt ist es aber ein wirklich eigenartiges Gefühl. Dafür kuscheln wir jetzt noch mehr und intensiver. Hach, Kinder sind toll <3

  2. Laura sagt:

    Da muss ich dir doch gleich meinen absoluten Respekt aussprechen. Das sanfteste Abstillen ist das Abstillen, das vom Kind ausgeht. Ich finde es toll, dass du hier ein Zeichen für das Stillen gesetzt hast und du hast sicherlich ganz viele Mamas inspiriert und dazu ermutigt, trotz Schwierigkeiten das Stillen nicht aufzugeben. PS: Im Abschnitt „Stillen ist für mich immer noch magisch“ hat sich ein kleiner Rechtschreibfehler eingeschlichen. Statt besiegt halt meintest du bestimmt besiegelt hat.
    Viele Grüße

    1. Laura sagt:

      Hallo Laura,

      danke für Dein Feedback. Ja, ich habe so oft auch überlegt einfach abzustillen. Ich hatte wirklich eine Zeit, da war gar nicht an Schlaf zu denken. Dann hört man von allen Seiten, dass alle Kinder schon durchschlafen und einfach abends Schmelzflocken bekommen etc. Ganz ehrlich: klar hatte ich die Gedanken im Kopf aber ich hätte es nie durchziehen können. Ich wüsste nicht mal wie ich mit abstillen hätte anfangen soll – einfach so die Brust verwehren? Aric wäre damit niemals klar gekommen.

      Danke für den gefundenen Fehler – werde gleich mal berichtigen.

      Liebe Grüße

  3. Daniela sagt:

    Danke Dir, liebe Laura!
    Ja, es ist faszinierend, wie unterschiedlich sie sind. Meine Große wollte ja nach 10 Monaten nicht mehr wirklich stillen.
    Alles Liebe Dir und Deiner Family!
    Daniela

    1. Laura sagt:

      Liebe Daniela,

      dass ist wirklich so unglaublich, aber da sieht man wie unterschiedlich unsere Babys sind. Ich bin so gespannt, wie es mit meinem zweiten Wunder wird.

      Liebe Grüße

  4. Antje sagt:

    Ein ganz toller Artikel.Mein großer Sohn (jetzt 12 Jahre) hat sich damals mit 11 Monaten allein abgestillt. Er hat im Alter von 9Monaten damit begonnen und mit 11 Monaten war es vorbei. Ganz ohne Tränen seinerseits 😉
    Mein Kleiner (jetzt fast 11Monate) denkt noch nicht daran. Er hat sich tagsüber zwar komplett eingeschränkt, außer vor dem Mittagschlaf, aber am Abend und Nachts geht nichts ohne, obwohl er auch schon zu Abend ist. Manchmal nerven die Kommentare der Verwandtschaft, besonders der Mütter schon ganz schön, aber was solls. Da er Nachts so schlecht schläft haben mir schon viele zum abstillen geraten, ob es helfen würde keine Ahnung. Ist mir auch egal.

    1. Laura sagt:

      Hallo Antje,

      danke für Dein Feedback. Ich kann mir kaum vorstellen, dass das Abstillen in der Nacht hilft. Meine Freundin hat mit 6 Monaten abgestillt und musste bis zum 23. Monat jede Nacht eine Flasche Pre anrühren 😉

      Hör bloß nicht auf andere, sondern nur auf Dich und Dein Kind, dann wirst Du den richtigen Weg gehen <3

          

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