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Laura / 25.12.2016 / Family / RUND UMS STILLEN / Stillen / STILLGESCHICHTEN
      

Meine Stillgeschichte und wieso man niemals aufgeben sollte

         

In meinem Bekannten- und Freundeskreis gibt es nur noch eine einzige Mutter die, so wie ich, ihr sechs Monate altes Baby immer noch stillt. Leider beobachte ich diesen Trend immer mehr und meistens sind nicht immer die Mütter selbst daran Schuld. Die Gesellschaft verunsichert einen von Tag zu Tag mehr – entweder Freunde, Familie, Bekannte, Facebook und sogar Instagram. Dieser Beitrag soll keine Anleitung sein, wie man am besten stillt – es ist bloß meine Meinung, eine Meinung unter vielen. Aber vielleicht hilft es nur einer einzigen Mutter ihr Kind stillen zu können. Auch wenn immer mehr der Virus namens ‚Ich-kann-nicht-stillen‘ oder in einer späteren Form als ‚Ich-habe-nicht-mehr-genug-Milch‘ sich ausbreitet.

 

Verunsicherung über Dritte

‚Ich bin ja mal gespannt ob du stillen kannst‘ – ehrlich gesagt weiß ich nicht, wie oft ich diesen Satz in meiner Schwangerschaft gehört habe. Man wird von vornherein verunsichert, denn die Freundin einer Freundin, deren Cousine konnte es nicht und alle deine Bekannten und Freunde kennen noch mindestens zwanzig weitere Personen denen es nicht möglich war sein Baby zu stillen. Als ob das ein neuer Trend wäre – nicht stillen zu können. So kam es mir wirklich manchmal vor. Versteht mich nicht falsch: natürlich gibt es viele Mütter die es wirklich nicht können, aber die Anzahl derer die es sich einfach machen wollen oder denken sie könnten es nicht, übersteigt die wirklichen ’nicht Könner‘ bei weitem.

 

Schmerzen beim Stillen

Knapp dreißig Minuten nach Arics Geburt sagte die Hebamme zu mir, ich soll ihn erst einmal zehn Minuten an die eine Brust legen und dann wechseln. Es hat perfekt geklappt – natürlich waren seine ersten Schlücke noch zaghaft, nicht vergleichbar mit seinem heutigen Trinkverhalten. In dem Moment dachte ich – puh und deswegen rasten alle so aus? War doch alles ganz easy. Alle zwei Stunden aufstehen und anlegen, das wird doch kein Problem sein. Direkt am nächsten Tag dachte ich, meine Brüste würden absterben.

Die Schmerzen waren unglaublich – wieso zum Teufel warnt einen eigentlich kein Mensch vor diesen Schmerzen? Aus dem Krankenhausbett habe ich meinen Mann zur Apotheke geschickt: ‚Besorg irgendwie Brustwarzencreme – ich halte das nicht aus.‘ Man muss jedoch beachten, welche Brustwarzencreme man sich besorgt. Nur eine Creme mit aufgereinigten Lanolin schafft Abhilfe (in dem Fall von der Firma Lansinoh).

 

Die Zufütterungsfalle

Aric war nicht von Anfang an ein guter Trinker, es war wirklich ein langer und beschwerlicher Weg. Jeden Morgen wurde Aric von den Schwestern abgeholt zum Umziehen, wickeln und wiegen. Am zweiten Tag haben wir eine Schwester vor der Morgenroutine gerufen – Aric hatte noch hunger aber es kam einfach nicht genug Milch. Sie nahm ihn mit und wir sind eingeschlafen. Was wir nicht wussten: in dieser Zeit wurde, ohne unseres Wissens, Aric mit Pre-Milch gefüttert und mit einem Schnuller beruhigt. Zu dem Zeitpunkt habe ich nicht wirklich darüber nachgedacht: wir sind ja im Krankenhaus – die Damen und Herren wissen doch am besten Bescheid, nicht wahr?

Damit fing das Unheil an. Am Tag der Abreise sollten wir zur Stillprobe antreten: eine Stillprobe? Was ist das? Das Baby wird vor und nach dem Stillen gewogen, also kann man genau dokumentieren was das Baby an Milch zu sich genommen hat. ‚Frau Niemeyer, 20ml sind viel zu wenig! Sie müssen zu füttern.‘ Ein Schlag ins Gesicht: also bin ich doch eine  von diesen Frauen die nicht in der Lage sind ihre Babys zu stillen. Wie selbstverständlich haben die anderen Paare und wir am Tag der Abreise noch drei fertige Flaschen Premilch von den Schwestern bekommen. ‚Damit überstehen sie die ersten Tage, 40ml sollte er alle drei bis vier Stunden zu sich nehmen.‘

 

Das Zauberwort ist: Anlegen.

Zu Hause angekommen wurde erst einmal das gesamte Internet zu diesem Thema durch gelesen. Ich konnte es nicht auf mir sitzen lassen: ich kann und ich werde richtig stillen! Zu füttern war für mich keine Option. Ich wollte einfach nicht aufgeben. Ein Wort das mir immer wieder auffiel war ‚Saugverwirrung‘ – Babys sollten vor der sechsten Lebenswoche KEINEN Schnuller und KEINE Flasche bekommen. Es wird für sie nämlich zu schwer an der Brust zu nuckeln und der ganze Stillvorgang war mit schreien verbunden. Stillen ist nämlich für Babys ein richtiger Kraftakt. Beim Fläschchen trinken hingegen läuft die Milch wie von selbst in den Mund. Der erste Punkt der den Weg zum Stillen noch beschwerlicher gemacht hat.

Ein weiterer Punkt ist diese Unsicherheit. Natürlich kann eine frisch gebackene Mutter keine richtige Milch produzieren, es dauert. Manchmal dauert es einen Tag, manchmal zwei und manchmal sogar drei bis vier. Für mich habe ich nach einem Tag zu Hause zu füttern entschieden: DAS WARS. Man lässt sich einfach zu sehr verunsichern und das sogar von Personen von denen man meint, sie wüssten es besser. Ich habe komplett auf mich und meine Familie gehört – man muss einfach ein paar Tage warten, das Baby wird nicht verhungern. Das Zauberwort ist: Anlegen – und das immer und immer wieder. Wenn es sein muss alle zwei Stunden. Sobald die Milch dann fließt, kommen aber neue Probleme. Ich bin ein klarer Gegner von fest eingeplanten Stillpausen – Stillen sollte man nach Bedürfnis des Kindes.

 

Falsche Tipps von allen Seiten

Als Aric knapp sechs Wochen alt war mussten wir zum Kinderkardiologen. Als er im Behandungszimmer motzig wurde habe ich ihm die Brust gegeben. Der Kinderarzt meinte zu mir, ich soll mich lieber um mich selbst kümmern. Ein Baby muss lernen, dass es nicht immer bekommt was es will. Ich war schockiert – mal wieder ein Fall in dem die Person die es besser wissen müsste absoluten Quatsch erzählt. Na klar, ein sechs Wochen altes Baby muss lernen, dass es nur alle drei Stunden essen darf.

 

Dein Körper braucht Zeit

Wenn du dann doch stillen kannst, dann wirst du diesen Satz öfter hören: ‚Mal sehen wie lange du noch stillen kannst‘. Denn wenn man das ‚große Glück‘ hat stillen zu können, muss man bedenken: lange kann das doch nicht anhalten, nicht wahr? Von heut auf morgen ist die Milch komplett weg, wie durch Zauberhand. Das Problem ist ganz einfach: ein Baby wächst, ein Baby brauch mehr Milch und Dein Körper braucht Zeit diese Umstellung zu verstehen. Natürlich weint das Baby dann. Es braucht viel mehr Milch als vorher und es hat Hunger und Du kannst es ihm in dem Zeitpunkt einfach nicht das Geben was es braucht.

Viele machen es sich dann einfach und geben dann die Flasche – dabei kann man weiter stillen. Und wieder fällt mein Lieblingswort: Anlegen! Die Milchproduktion muss erst einmal angeregt werden – die Brust produziert nach den Bedürfnissen des Kindes und sobald es mehr will, braucht der Körper ein kleines bisschen Zeit sich daran zu gewöhnen. Es war wirklich anstrengend. Es waren Schmerzen und es war mit schlaflosen Nächten verbunden aber es hat sich gelohnt. Aric ist nun sechs Monate alt und meine Milchproduktion ist extrem heruntergefahren, da er nun seit drei Monaten Brei bekommt. Denn zu füttern ist der erste Schritt zum Abstillen! Ich werde schlussendlich ihn entscheiden lassen, wann unsere Stillbeziehung beendet wird. Wenn er es braucht, dann braucht er es eben – meine persönliche Grenze setze ich auf 3 Jahre hoch.

 

Für mich hat stillen etwas Magisches.

Stillen hat nicht nur mit Nahrungsaufnahme zu tun. Aric braucht die Brust, wenn er gerade frisch geimpft wurde, wenn er aufgeregt ist, wenn er sich alleine fühlt, wenn er Schmerzen hat und wenn er mir einfach nah sein will – seine Mama spüren will. Für mich hat stillen etwas Magisches. Vielleicht hört sich das etwas abgedroschen an aber dieser Moment wo dein Baby dir in die Augen schaut, sich an dich ankuschelt, dich anlächelt und dann friedlich einschläft – es ist einfach so wundervoll. Wenn ich jetzt schon über das Abstillen nachdenke werde ich etwas sentimental – man kommt seinem Kind einfach mental so nah, ein unbeschreibliches Gefühl.

‚Du wirst nicht Mutter wenn du das Kind bekommst, sondern wenn du dein Kind stillst – niemals kannst du einem Baby mit einer Flasche so nah kommen, wie du es beim Stillen tust‘ Diese Aussage hat einmal eine Freundin von mir gemacht, die beide Seiten kennt. Erst Flasche, dann Stillen. Zum Glück habe ich nie beide Seiten kennenlernen müssen. Natürlich tut einem dieser Satz Frauen weh, die nicht das Glück haben stillen zu können. Leider wird es immer mehr zum Trend nicht zu stillen und sehr oft wird diese Ausrede ‚ich kann nicht stillen‘ genutzt. Natürlich gibt es Frauen die es nicht können! Das würde ich niemals bestreiten aber man darf nicht vergessen: Stillen ist ein langer Weg.

Man hat Schmerzen, man leidet an Schlaflosigkeit und man ist oftmals mit seinen Nerven am Ende. Aber sich herauszureden, nur damit man wieder Alkohol trinken kann, damit man das Baby auch mal seinem Mann, der Familie oder Freunden aufdrücken kann (da man ein Stillbaby nicht einfach so weggeben kann), dass der Mann auch mal das Fläschchen macht und nicht nur die Mutter sich um die Nahrungsaufnahme des Babys kümmern muss und das man länger schlafen kann (Muttermilch hält nicht so lange an wie Premilch) ist in meinen Augen nicht vertretbar.

 

Geduld ist neben anlegen das aller Wichtigste.

Lasst Euch bloß nicht von all zu schlauen Bekannten, Freunden oder Familienmitgliedern aufzwängen, dass ihr nicht stillen könnt. Gebt einem Neugeborenen keine Flasche und keinen Schnuller, die Saugverwirrung verschlimmert alles noch mehr. Viele machen es sich damit einfach – Schnuller rein, Mund zu. Trotzdem sind das nicht automatisch ruhigeren Kinder! Sagt schon im Krankenhaus den Schwestern Bescheid, wie ihr das Handhaben wollt: Fremde haben nicht darüber zu entscheiden wie ihr eure Babys zu ernähren habt. Sollte ich zum zweiten Mal schwanger werden, werde ich mir so eine Frechheit nicht nochmal gefallen lassen. Geduld ist neben anlegen das aller Wichtigste, dann wird es klappen. Seien wir mal ehrlich: wenn so viele Frauen nicht stillen könnten wie es gesagt wird, dann hätte die menschliche Rasse niemals überleben können.

Das einzige was Du wirklich für das Stillen benötigst sind gute Spucktücher und Stilleinlagen. Ich habe wirklich jede Marke (außer die ganz teuren von aden+anais) getestet und bin ein Riesenfan von den Lässig Produkten. Für den Preis haben sie einfach die aller beste Qualität. Die für mich besten Stilleinlagen sind von Lansinoh, die gab es bei mir auch im Krankenhaus.

 

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24 Gedanken zu „Meine Stillgeschichte und wieso man niemals aufgeben sollte“

  1. Corinna sagt:

    Ich gebe dir voll und ganz recht – es ist ein harter weg 😉
    Meinen großen habe ich 1 jahr gestillt – anfangs offene brustwarzen, 3 mal brustentzündung mit 40 Fieber und das war alles echt schmerzhaft!
    Ich hatte damals aber Glück und einen Hausarzt der sehr auf das stillen bedacht ist das ich trotz brustentzündung nicht abstillen musste!

    Die ersten 3 Monate sind hart aber dann wird es leichter 🙂
    Mein kleiner ist jetzt fast 14 Monate und wird noch gestillt!

    Und die kommentare dazu sind mir egal – es geht niemanden etwas an 😉 ich stille so lange wie es für uns passt 🙂

    Lg Corinna

  2. Charlotte sagt:

    Ich habe es auch nicht leicht mit dem Stillen. Ich habe es leider versäumt im Krankenhaus anzufangen mit Stillen. Das ging alles nicht so richtig voran. Ich hab meine kleine Maus nun 2 Monate bei mir und hatte schon 3 Brustentzündungen, davon musste ich 2 mal Antibiotika nehmen und dann noch 3 Milchstaus extra. Meine Milch reicht derzeit auch nicht zum voll Stillen aber ich bin dran. Dank des Calma Saugers von Meleda haben wir nicht mit einer Saugverwirrung zu kämpfen.
    An alle zweifelnden Mamas: haltet durch! Kämpft dafür, es lohnt sich!
    LG Charlotte

    1. Zhunami sagt:

      Und lasst euch nicht erzählen, dass es schlimm wäre, wenn ihr es nicht schafft. Man ist nicht automatisch eine bessere Mutter, wenn man stillt oder eine schlechtere, wenn man es nicht macht. Jeder will sich doch so gut es geht um sein Kind kümmern, und jeder findet dafür seinen eigenen Weg. Das muss völlig in Ordnung sein!

      1. Laura sagt:

        Was heißt denn nicht schafft? Was muss man denn da nicht schaffen? Verstehe die Aussage nicht. Entweder man kann es nicht (1% der Frauen), man will es aus unerklärlichen Gründen nicht oder ist zu faul ODER man wurde falsch Beraten.

  3. Nina sagt:

    Oh my God,du sprichst mir aus der Seele war auch bereits in der SS verunsichert,da die Leute im Umfeld alle meinten so in die Richtung „stillen wird überbewertet“ oder jetzt mein Sohn (4Monate) „was du stillst noch hast du noch soviel Milch“

    Ähhhhm ja und auch mein Zauberwort Anlegen anlegen anlegen

    Anfangs im KH war es ein großes Problem,mein kleiner hatte mehr gespielt als getrunken aber für mich war Pre Milch auch keine Option hab dann anfangs Milch abgepumpt und nebenbei noch am anlegen gefeilt,ja bei manchen Babys dauert es eben bis sie schnallen wie sie an das Liquid Gold rankommen.

    Heute bin ich froh das ich weiß was ich will und nie an mir und meinem Sohn gezweifelt hab,wir sind jetzt ein so eingespieltes Team 🙂

  4. Claudia sagt:

    Als unser Großer (inzwischen 3) geboren wurde, hatte ich auch sehr wenig Milch und er war oft verzweifelt und schrie-meine Hebamme riet mir zum zufüttern. Ich war am Boden zerstört und dachte: „mein Körper schafft es nicht mal, mein Kind zu ernähren “ Ich fühlte mich schrecklich.. Aber als ich nach ein paar Tagen mit ihm allein war und wir Ruhe hatten, habe ich ihn einfach angelegt und siehe da: er trank! Und mit der Zeit klappte es immer besser 🙂 Ich habe viel Malzbier getrunken und meine Mama hat mir sogar Stillkugeln zur Steigerung der Milchproduktion gemacht, sodass ich ihn 10 Monate fast voll gestillt habe, bis er dann von selbst „fertig“ war.
    Unser Kleiner (wird im Mai 2) wird Nachts immer noch gestillt und da er gerade wieder zahnt will er auch tagsüber wieder.. Inzwischen mag ich aber so langsam nicht mehr-seit seiner Geburt schlafe ich nämlich nur noch links oder rechts und ich finde, er ist jetzt alt genug.
    Ich habe auch das Gefühl, dass „nicht stillen können“ gerade groß in Mode ist-was ich so schade finde! Stillen bringt dich deinem Baby so nah wie sonst kaum etwas-ich wünschte nur, junge Mütter würden mehr auf ihre Instinkte und ich Bauchgefühl hören… Ich habe die anderen einfach reden lassen-und empfehle das allen Frauen und ihren Babys <3

  5. Sonja Janda sagt:

    Hallo Laura!

    Ich habe deinen Blog auf http://www.brigitte-mom.de gefunden. Toller Blog!

    Ich habe eine 14 Monate alte Tochter. Ich habe sie bis zum 9. oder 10. Lebensmonat gestillt. Der Anfang war sehr schwer, weil ich entzündete Brustwarzen hatte. So wie du schreibst, das Beste zum Abheilen ist Luft. Das hat auch mir am Besten geholfen.

    Meine Tochter schläft, seit sie sich abgestillt hat, besser in der Nacht. Zuerst ist sie sehr, sehr oft aufgewacht in der Nacht, um an die Brust zu kommen. Das war natürlich sehr, sehr anstrengend.

    Ich würde mich sehr über einen Besuch von dir auf meinem Blog freuen!

    lg Sonja

  6. Janina sagt:

    Das hast du wirklich wundervoll geschrieben!!!! Absolut meine Gedanken in Worte gefasst !!!! Ich bin zu 100% deiner Meinung.

    Mein Kleiner ist jetzt 6 Monate alt und ich werde ihn weiter stillen. Oft wird man gefragt: „Stillst du etwa noch?!“ JA DAS TU ICH und ich tu es mit Liebe und Leidenschaft. Nichts beruhigt meinen Kleinen so sehr wie abends neben mir an der Brust einzuschlafen. Er braucht diese Nähe und ich genieße sie jede Sekunde. Mit dem Anlegen hast du vollkommen Recht!!! Eine Zeit lang kam bei mir auch zu wenig und ich war kurz davor aufzugeben, doch dann wollte ich es unbedingt und habe ihn auf anraten meiner Hebamme jede Stunde angelegt. Es war zwar ein nervlicher Akt aber dafür hat es seitdem wunderbar geklappt.

    Man sollte die Leute einfach reden lassen. Ich bin Mutter geworden um auch alle Facetten der Liebe zu seinem Kind zu entdecken und ihm all das zu geben was er braucht und dazu gehört das Stillen ♡

    1. Laura sagt:

      Hallo Janina,

      ich finde es krass, dass man ernsthaft gefragt wird, ob man noch stillt. Aric ist jetzt 10 Monate alt und ich wüsste manchmal gar nicht, was ich ohne das Stillen machen würde. Man wird leider viel zu oft falsch beraten. Egal wen ich frage, jedesmal gab es kaum Hilfe beim ersten Stillen und zufüttern wird sogar vom Arzt empfohlen. UNGLAUBLICH. Es muss sich unbedingt in dieser Hinsicht viel ändern.

      Liebe Grüße

  7. Anja sagt:

    Toller Bericht! Und ich stimme dir absolut zu. Leider wurde ich auch von vielen Seiten verunsichert, auch aus der Familie. Ich habe mich nicht beirren lassen und nun ist mein Sohn schon 21 Monate und wir Stillen immer noch. Für viele ein absolutes Wunder. Aber für mich auch unverständlich, da doch die Nachfrage das Angebot bestimmt. Und gerade jetzt wo er wenig isst und krank ist, bin ich froh dass er weiterhin gut trinkt. Auch ich hatte harte Zeiten, war oft verzweifelt, aber das kämpfen lohnt. Viele geben einfach zu schnell auf. Flasche ist dann oft einfacher, so denkt man.

    1. Laura sagt:

      Hallo Anja,

      ich weiß genau was Du meinst. Bei mir traut sich keiner etwas zu sagen aus der Familie etc 😉 Aber ich sehe ihre Blicke. Aber solange es uns und unseren Kindern gut geht kann doch gar nichts falsch dran sein? Ich habe selbst von Ärzten schon oft gehört, dass ich abstillen soll. Sowas macht mich besonderes traurig.

      Einmal war ich aber mit ihm bei einem Vertretungsarzt. Er hatte Halsschmerzen und konnte nicht essen und zum ersten Mal wurde ich richtig gelobt für unser Stillverhältnis. Es gibt sie, die Menschen die einen bei soetwas unterstützen, es sind leider aber nicht gerade viele.

      Danke für Deinen Beitrag <3

  8. Sara sagt:

    Ein wirklich wahrer und toller Beitrag.
    Sechs von zehn Mamas aus meinem Vorbereitungskurs hatten sich von Anfang an gegen das Stille entschieden. Ich war wirklich geschockt und fragte die ein oder andere, was sie zu dieser Entscheidung bewegt, denn für mich stand nie zu Debatte, nicht stillen zu wollen, da es das natürlichste auf der Welt ist und das Beste für das Kind. Die Häufigste Antwort, die ich bekam, war: „Dann bin ich unabhängiger.“
    Wow, das fand ich hart. Denn ich konnte mir nicht vorstellen mein Baby direkt an jemanden abgeben zu wollen, um ins Kino oder sonst wo hin zu gehen.
    Unser Weg zum Stillen war anstrengend und kompliziert aber ich hab mich trotz blutiger Brustwarzen, plötzlich ausbleibender Milch aufgrund von Stress und einem ständig einschlafenden Kind, mit Pumpe, Stillhütchen, Zufüttern und einer wundervollen Hebamme, die Zähne zusammen gebissen und immer weiter versucht. Ich wollte nicht aufgeben. Für uns Beide, für das Besondere zwischen meinem Sohn und mir.
    Er ist heute 12 Wochen alt und seit 6 Wochen stille ich voll. Ohne jegliches Hilfsmittel und mit jeder Menge Stolz. Stolz darauf, dass ich nicht aufgegeben habe. Es ist das tollste Gefühl der Welt.

    1. Laura sagt:

      Liebe Sarah,

      vielen lieben Dank für Dein Kommentar! Ich bin sehr froh zu hören, dass es so gut klappt bei Euch beiden. Glaub mir: es wird immer immer schöner umso länger Du stillst. Irgendwann ist es nicht mehr nur noch Nahrung sondern nur noch Liebe und Geborgenheit!

      Ich finde es auch befremdlich niemals stillen zu wollen nur damit man wieder mehr feiern gehen kann. Ganz ehrlich: mir ist doch mit einem Minibaby gar nicht zumute feiern zu gehen oder ohne dieses Wesen das Haus zu verlassen.

      Ich wünsche Dir noch eine wundervolle Stillbeziehung <3

  9. Margit sagt:

    Hallo!
    Ich kämpfte monatelang meinen Kleinen voll stillen zu können u ich wurde wiederholt z.B. von meiner Nachbetreuungshebamme u CranioSacralBeraterin dazu gedrängt, dass tägliche Flascherl weg zu lassen… Ich kämpfte wie eine Löwin und spürte mich gar nicht mehr: Mein Sohn hing bis zu 2,5 h an meiner Brust, während er schlief pumpte ich ab, aß schnell was und legte ihn wieder an… Mir kann sicher nicht nachgesagt werden, dass ich es mir leicht gemacht habe u ich finde es nicht in Ordnung, dass ich mich durch deine Firmullierungen nun wieder unverstanden fühle! Was ist deiner Meinung schlimm daran sein Kind zu stillen und regulär bei Bedarf zuzufüttern? Saugverwirrung, was ist das? Mein Kleiner liebt die Brust u die damit einhergehende Nähe u Beruhigung, obwohl er auch von Geburt an das Fläschen bekam ( Säuglingsstation)! Zudem verweigerte mein Stern nach ein paar Monaten den Schnuller… Ich fühle mich diskriminiert!
    Mein Schatz ist nun 9 Monate alt, stillt sich unter Tags grade selber ab, genießt das Einschlafstillen u das Stillen im Familienbett!

    1. Laura sagt:

      Hallo Margit,

      ich kann nur von MEINER Gesichte schreiben: mein Sohn wurde ohne mein Wissen einfach mit der Flasche gefüttert und es war ein Kampf ihn wieder richtig an die Brust zu bekommen. Gerne wird das Wort SAUGVERWIRRUNG als Schwachsinn abgestempelt und Mütter und Väter kaufen gewissenhaft Schnuller und Fläschchen. Wieso ich das nicht leiden mag? Weil ich es selbst erlebt habe und ich unglaublich viele Menschen kennen denen genau das Selbe passiert ist. Natürlich hat nicht jedes Kind eine Saugverwirrung aber bei knapp 20% kann es passieren – also ist es gar nicht so unwahrscheinlich.

      Normalerweise schießt die Milch nach ein paar Tagen ein, durch das Saugen das Kindes, welches im Gehirn Prolaktin bildet. Wenn jetzt aber das Kind die Flasche bekommt anstatt an der Brust zu liegen, dauert der Milcheinschuss noch viel länger. Es ist ein Teufelskreis. Pumpen und Saugen kann man auch nicht vergleichen: Ich stille ja immer noch und letztens wollten wir mal testen wie viel beim Pumpen rauskommt. Das ist ein Witz gegen das was mein Sohn in der Zeit durchs nuckeln trinkt. Das einzig Gute ist, dass das Pumpen alles stimmuliert und dadurch die Milchproduktion nicht stillsteht.

      Du kannst sehr froh sein, dass Du eine Hebamme an Deiner Seite hattest, die Dir sogar abgeraten haben die Flasche weg zu lassen!

      Liebe Grüße

      1. Margit sagt:

        Leider fühle ich mich missverstanden – du formulierst zwar, dass du lediglich von deiner Stillgeschichte erzählst, kritisierst aber Mütter, die sich für die Flasche entscheiden oder zufüttern! Ich habe mich nach Monaten langen Fragen, ob ich leicht nicht gut genug für meinen Stern bin bewusst entschieden uns und die Situation so anzunehmen wie sie ist und auf ein Mal ging es mir viel besser und ich konnte das Mama-sein und die Zeit mit meinem Sohn viel intensiver genießen! Ich hatte mir viel zu viel Druck gemacht und die Aussagen ich müsse das Flascherl einfach weg lassen, wenn ich voll stillen möchte waren nicht hilfreich!

  10. Annette sagt:

    Ich habe 10 Monate gestillt. Dann wollte ich meinen körper wieder für mich haben und wir sind auf Pre-Milch umgestiegen.

    Mein kleiner musste am ersten Tag im krankenhaus wegen starkem Unterzucker erst mal für einige Tage an den Glukosetropf bis er seinen Blutzucker selbst stabil halten konnte. Ich denke auch wegen dieser Sorge hat es ein paar Tage gedauert, bis meine Milch wirklich eingeschossen ist.
    Er hat in diesen Tagen Pre-Milch zugefüttert bekommen., ich habe aber drauf bestanden, dass ich auch Nachts werde, wenn er Hunger hat. Also hab ich ihn immer angelegt und wenn er dann noch Hunger hatte, gab es ein fläshchen.
    Zwischendurch habe ich abgepumpt und dann natürlich auch diese Milch gefüttert.
    Als die Milch dann endlich da war, ging alles problemlos. Ich hatte glücklicherweise viel Milch und nie probleme mit den Brustwarzen. Und das, obwohl er ein extrem weit nach vorn reichendes Zungenbändchen hat. (Ob das durchgeschnitten werden soll dennoch ist eine Frage, die mich auch nach 16 Monaten immer noch umtreibt)

  11. Zhunami sagt:

    Ich finde es völlig legitim nicht zu stillen, niemand muss das machen, und da hat einem auch keiner reinzureden. Weder sollte man die Leute mit solchen Sprüchen wie bei dir verunsichern, wenn sie es eigentlich wollen, noch ihnen ein schlechtes Gewissen einreden, wenn sie nicht wollen oder können. Wir leben im Industriezeitalter, hier muss kein Kind sterben oder krank sein, weil es nicht gestillt wird.

    1. Laura sagt:

      Sehe ich komplette anders. Eine Frau die sich dagegen entscheidet (ich wüsste gar nicht welche Gründe es gibt) sollte vielleicht mehrmals überlegen ob sie Mutter wird. Wer unter so einer kleinen Last schon zusammenbricht, wie soll das bei anderen Sachen werden? Die ersten drei bis sechs Monate sollte eine Frau das auf jedenfall durchziehen.

      Ich glaube Du solltest Dich mal mit dem Thema beschäftigen – Muttermilch ist bewiesen gesünder. Außerdem hast Du den Text nicht verstanden. Stillen ist VIEL MEHR als nur Nahrungsaufnahme.

      1. Annette sagt:

        Wow. Lies Dir bitte Deine Ansage nochmals durch.
        Eine Frau, die nicht stillen kann oder will sollte am besten keine Mutter werden?

        Ich habe gestillt, aber ich kenne genügend Frauen, die aus den unterschiedlichsten Gründen nicht gestillt haben und die wunderbare, starke Mütter sind, die tolle Kinder großziehen.

        Hier zu sagen, diese Mütter hätten besser mal kein Kind bekommen, weil sie zu schwach/zerbrechlich sind, ist nicht nur dumm, sondern eine Unverschämtheit und gefährlich. Überleg mal bitte, wie sich eine Frau fühlt, die nicht stillen kann, obwohl sie will und diese Aussage liest.

      2. Laura sagt:

        Dann hast du meine Aussage nicht richtig gelesen. Wer sich komplett dagegen entscheidet ohne Grund (oder weil er gerne lieber Feiern will oder Freiraum braucht), sollte sich das eben zweimal überlegen. Dazu stehe ich auch und würde ich jeder Frau so sagen. Was ist daran gefährlich? Stillen können 1% der Frauen nicht, das ist Fakt. Entweder wurde sich dann rausgeredet oder falsch Beraten. Gegen die falsche Beratung habe ich etwas (so ging es mir nämlich auch!) aber sonst habe ich dafür einfach kein Verständnis. Es gibt zwanzig Facebookgruppen, Hebammen (die vielleicht sogar was drauf haben), Stillberaterinnen, Mütter, Schwiegermütter und Freundinnen. Überall kann man sich Hilfe holen. Wieso muss man denn alles akzeptieren, was einem widerstrebt? Ich verstehe es bei Zwillingsmüttern, denen es wirklich zu viel ist, oder Frühchenmütter, die einen wirklich doofen Start haben. Oder wenn das Kind am Anfang Probleme hatte und nicht bei der Mutter sein konnte. Aber selbst da kenne ich Frauen, die trotzdem gepumpt haben und ihr Kind ein paar Monate später erst an die Brust nehmen konnten. Das sind für mich richtig starke Frauen, richtige Muttertiere, die sich hinten ran stellen. Frauen, die mit blutigen Brustwarzen und einem blöden Anfang durchziehen, Frauen denen es eben wichtig ist und nicht ihr Wohlbefinden vor das ihres Kindes stellen. Jeder hat da eine eigene Meinung zu und Du kannst gerne Deine haben. Ich sehe es eben komplett anders und es ist ja auch mein Recht es auszusprechen.

        Also einer extrem schwachen und zerbrechlichen Person würde ich eh nicht zu Kindern raten. Da ist Stillen ja wirklich das kleinste „Übel“.

      3. Annette sagt:

        Es ist nicht Dein Leben und nicht Deine Entscheidung. Es gibt so viele Gründe, sich für oder gegen das Stillen zu entscheiden, wie es Frauen gibt. Kenne ich sie alle? Nein. Ich bin nur eine Frau. Genau wie Du. Deswegen finde ich es anmaßend und gefährlich, das pauschal zu verdammen.

        „Überall kann man sich Hilfe holen. Wieso muss man denn alles akzeptieren, was einem widerstrebt?“

        Was ist mit Frauen, die an (postnataler) Depression oder Angstzuständen leiden, von der ganzen Situation überwältigt sind? Die sowieso an sich zweifeln? Bei denen Ansagen wie die Deine der letzte Strohhalm sind? Müssen die so lange weitermachen, bis sie daran zerbrechen? Sich oder dem Kind was antun?

        Und Du sagst eben nicht nur, dass Du Mütter verurteilst, die sich pauschal von Anfang an dagegen entscheiden. Du sagst, dass alle, die es nicht genug versuchen, die sich nicht ÜBERALL Hilfe holen, die es nicht trotz Schmerzen durchziehen, keine starken Frauen sind, keine richtigen Muttertiere, also zwischen den Zeilen: Versager.

        Jede Mutter hat das Recht, sich dagegen zu entscheiden. Wenn die Schmerzen und der Druck so groß sind, dass Deine Beziehung zu Deinem Kind darunter leidet, dann schadet Stillen mehr als dass es hilft.
        Ist Muttermilch gesünder? Klar. Ist es eine innige Beziehung zwischen Mutter und Kind, wenn es klappt? Natürlich. Kann man mit guter Beratung vielen helfen, die Probleme beim Stillen haben? Bestimmt.
        Aber wenn alles in mir schreit und sich sträubt, so bald ich merke, dass mein Kind Hunger hat, und ich es mit Angst anlege, dann überträgt sich das auch auf das Kind und unsere Beziehung.

        Ich hatte kaum Probleme beim Stillen und dennoch gab es Tage an denen er IMMER trinken wollte, weil er im Wachstumsschub war. Tage, an denen es mir schlicht und ergreifend zu viel war.

        Wenn ich mir dann vorstelle, dass es Mütter gibt, die über Wochen Schmerzen und blutende Brustwarzen haben aber von allen Seiten Druck bekommen, dass schließlich jede Frau stillen kann und dass nur 1% tatsächlich nicht können, und dass echte Mütter natürlich weiter stillen, egal wie schwierig es ist… Was ziehen die für sich raus? Dass sie keine gute Mutter sind. Dass sie versagen. Dass sie es nur weiter probieren müssen.

        Was denkst Du, wie viele zerbrechen dran?

  12. Was für ein wundervoller Beitrag. Da sind so viele Dinge mit bei, an die ich auch sofort denken musste. Es ist schon sehr auffällig wie viele Mütter nicht stillen „KÖNNEN“. Sicherlich gibt es die ein oder andere Mutter die es wirklich nicht kann, aber viele Frauen möchten die Freiheit, ihren Schlaf oder ihre Sucht zurück. Da ist das Stillen natürlich hinderlich…

    Liebe Grüße Kristina von KDSecret

    1. Laura sagt:

      Hey liebe Kristina,

      ja ich denke vielen Frauen wird einfach auch viel kaputt gemacht. Man begibt sich ja ein die Hände anderer und glaubt alles. Ich war ja genauso… man müsste schon viel früher anfangen und werdende Mamas sensibilisieren! <3

          

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