Laura / 15.12.2017 / Familienleben / Family
      

Der Coupon und Babyclub Horror | Bitte nicht anmelden!

         

Als ich vor ein paar Monaten meine erste Baby 2018 Facebookgruppe eröffnete, musste ich nicht lange auf diese Frage warten: „Wo kann man sich überall anmelden um kostenlos Produkte zu bekommen?“. Ich erkannte mich selbst wieder, vor der Geburt meines ersten Kindes. Heute, zwei Jahre später und um ein paar Erfahrungen reicher, rate ich jeder Person ab, sich im Netz auf allen bekannten Portalen anzumelden. Weshalb? Lest selbst!

 

Meine Erwartungen waren hoch

Ich war nie ein Probengeier, bis ich schwanger wurde. Das erste Mal, gab es bei der Rundführung, in unserem Krankenhaus etwas kostenlos. Ich war Feuer und Flamme und mein Mann muss mich für bekloppt gehalten haben. Da wir in der zweiten Gruppe kamen wir zu einigen Proben zu spät. Ich habe mich ehrlich in den Hintern gebissen – ich wollte doch auch unbedingt diese Brotdose einer großen Babynahrungsmarke. Was bloß alles schönes in ihr drin war? So fing es an, langsam und schleichend.

Natürlich kannte ich auch andere Schwangere, in meinem Umfeld. Immer wieder wurden mir Bilder mit den tollsten Proben geschickt. „Du musst dich einfach nur auf der Website anmelden und dann kannst du dir alles im Shop abholen.“ Gesagt, getan. Neben den bekannten Drogerieketten suchte ich im Web noch nach weiteren Shops und Herstellen um kostenlos etwas abzugreifen. Die Liste war lang und brav gab ich meine Adresse und alle Kontaktdaten an. Wer sagt denn bei kostenlosen Dingen nein?

Meine ersten Geschenke

Nach kurzer Zeit kamen die ersten Coupons eingetrudelt – entweder per Brief oder per Mail. Es konnte sofort losgehen. In dem einen Laden gab es eine kleine Tasche, in dem anderen eine Box. Online wurde sich über den Inhalt der Boxen unterhalten und gestritten. Aus welchem Grund hatte die Schwangere 100km entfernt andere Sachen in ihrer Box, die viel wertiger waren als die in der anderen Box? Fragen über Fragen. Alles wurde brav beiseite gelegt, manchmal sogar ein zweites Mal angemeldet um noch raffgieriger abzusahnen.

Selbst nach der Entbindung, ging ich mit mehr Sachen nach Hause als ich mitgenommen hatte. Alle bekannten Marken kooperieren nämlich mit den Krankenhäusern und neben Windelproben und Fläschchen, werden einem noch seitenweise Informationsblätter mitgegeben. Auch beim ersten Kinderarztbesuch gab es das obligatorische Fläschchen mit Pulver eines bekannten Konzerns.

Was aus den kostenlosen Sachen wurde?

Mein Baby kam auf die Welt und die erste Zeit benutze ich nichts groß an Pflegeprodukten. Mein Sohn wurde am Anfang nur in Muttermilch und Öl gebadet. Natürlich hatte ich neben den kleinen Proben, welche ich in 20facher Ausführung hatte, auch große Spender. Was macht also die frisch gebackene Mama? Natürlich den großen Spender aufbrechen und keine Gedanken an die unzähligen Proben verschwenden. Irgendwann waren auch die Spender verbraucht und ich starte diverse Proben zu nutzen.

Ehrlich? Ich habe mich früh für die Produkte von Weleda und Bübchen entschieden und habe den Rest einfach weggeworfen. Die Flaschen habe ich nie benötigt, da ich gestillt habe. Also habe ich sie verschenkt oder weggeworfen. Genauso wie Pulvermilch und das restliche Zeug. Das Einzige was geblieben ist? Ein O-Ball, der in einer Geschenkkiste eines Supermarktes war.

Ein Rattenschwanz der sich hinterher zog

Neben dem großen Verpackungsmüll durch Proben bleiben noch Coupons. Ja, diese Zettelchen, die in deinem Briefkasten stecken, die per Mail kommen oder die du auf deinem Smartphone per Pushbenachrichtigung bekommst. Denn auch wenn man alle Proben weggeworfen hat, alle Unternehmen haben natürlich noch deine Mail Adresse und deine Anschrift.

Für mich war es der blanke Horror. Erst einmal musste ich mich aus allen E-Mail Verteilern löschen. Die Apps wurden schon lange vorher von meinem Handy verbannt. Aber heute noch, obwohl mein Sohn 2 1/2 Jahre alt ist, bekomme ich von einigen Drogerieketten Post. Nicht ein Brief, nicht zwei Briefe, manchmal sogar drei Briefe mit Coupons. All diese kostenlosen Coupons wandern direkt in den Altpapiercontainer.

 

Der Umwelt zuliebe

Erspart Euch diesen Onlinekampf der Anmeldungen. Fragt gute Freunde und die Familie, welche Produkte die besten sind und hortet nicht unzählige Pflegeprodukt-Proben. Ihr werdet sie eh niemals benutzen, da Ihr schnell rausfinden werdet, was Euch am besten gefällt und was dem Kind gut tut. Überlegt einmal, wie viele Proben ausgehändigt werden – wie viel Plastikmüll dadurch entsteht. Meist sind alle noch einmal extra verpackt, etwa in Plastikfolie oder Pappschachteln. Und wenn wir ehrlich sind: Meist bestehen diese Proben mehr aus Kunststoff als aus Inhalt.

Denkt an die Coupons, die Ihr höchstwahrscheinlich niemals nutzen werden, da man sie eh fast immer vergisst. Papier für nichts, Transport für nichts. Denkt an die nervigen E-Mails, die Euch verfolgen werden. Selbst wenn man sie abbestellt, kommt von irgendwoher wieder etwas ähnliches. Ihr werdet Euren Kinder niemals Windel-T-Shirts mit ihrem Namen anziehen oder Namensschilder mit Unternehmeneslogo aufhängen.

Ich bereue meine Anmeldungen und kann jedem nur empfehlen sich nirgends zu registrieren. Man bekommt nicht nur eine Menge an Müll und Proben zugesendet, sondern wird ununterbrochen online und offline durch Werbung konfrontiert.

Die einzigen Sachen, die wir benutzt haben? Den O-Ball aus der Geburtskiste eines Supermarktes und Pampers Coupons einer Drogeriekette. Da ein O-Ball aber nur knapp 8 Euro kostet und wir früh zu Lillydoo Öko-Windeln gewechselt sind, hat sich der Aufwand und der Papiermüll bis heute nicht gelohnt.

 

Wie steht Ihr zu Coupons und Babyclubs? Bereut Ihr diese Entscheidung auch oder seid Ihr Feuer und Flamme?

 

Bist Du auf Instagram unterwegs? Wenn ja, dann besuche mich doch einfach mal! Ich freue mich auf Dich.

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14 Gedanken zu „Der Coupon und Babyclub Horror | Bitte nicht anmelden!“

  1. Anisa Nuhic sagt:

    Hallo, danke für diesen Beitrag.

    Ich empfinde es nicht so schlimm wie du. Ich glaube, dass es auf die Menge ankommt bzw bei wieviele Firmen, Drogeriemärkten etc man sich anmeldet. Ich habe mich mit beiden Kindern bei zwei Drogeriemärkten angemeldet und wir haben tatsächlich viele Sachen nutzen können. Bei dem einen Laden gab es zb einen Koffer mit super viel Inhalt. Mit dem Koffer spielt meine Kleine heute noch (nun schon 3 Jahre alt). Zu ihrem zweiten Geburtstag gab es von dem einen Laden eine Geburtstags- CD mit 15 Liedern. Die CD wird tagtäglich gehört. Proben & Coupons die ich nicht brauche , lege ich gerne „gratis“ zu den Sachen die ich zb auf Mamikreisel verkaufe , da freuen sich die Mamis immer sehr. Die Newsletter per Mail lese ich mir tatsächlich gerne durch da sie immer passend zum Lebensmonst des Kindes sind. Klar, dass einem das zu Kopf steigt wenn man sich bei vielen Firmen etc angemeldet hat.

  2. Conny sagt:

    Mhhh das ist aber wirklich nur ein einseitiger Aspekt. Ich habe mich auch bei allen Clubs angemeldet und habe die Coupons wirklich gut benutzt. Allein die Windelrabatte und die Gläschenrabatte lohnten sich mit meinen Zwillingen ohne Ende.

    Und ja, auch ich habe ein paar Kosmetikdinger zu viel besorgt, nutze die kleinen Proben aber als Beigabe bei Verkäufen der Kinderkleidung. Dafür ist es mega praktisch.

    1. Laura sagt:

      Hey Conny,

      ja meine Seite – deswegen Einseitig 😉

      Also für Menschen wie mich lohnt es sich gar nicht. Ich habe auch Gläschen gekauft, aber Mamas, die selbst kochen, haben davon nichts. Mamas, die keine Pampers nutzen wollen (was ich selbst auch nicht mehr will) bringt es auch nicht viel. Der Papiermüll ist mir ehrlich gesagt zu viel.

      Die meisten Mamas mit denen ich befreundet bin, bereuen es auch. Da ist jeder Mensch halt anders. Ich empfehle es auf jeden Fall keiner Mama.

  3. Regina sagt:

    Schon mal daran gedacht, dass man die Proben wie Cremes und Waschgel selbst aufbrauchen kann, bevor man sie in den Müll schmeißt?
    Aber Hauptsache Ökowindeln kaufen, für ein gutes Umweltbewusstsein…

    1. Laura sagt:

      Genau, wenn ich merke, dass eine Marke meinem Kind nicht gut tut, werde ich es weiterhin mit der Creme und dem Duschzeug pflegen.

      Danke, für so konstruktive und gut überlege Kritik.

      Liebe Grüße

      1. Fluffy sagt:

        Ich glaube Regina meinte man kann die Produkte selber als Eltern nutzen. Natürlich pflegt man sein Kind nicht mit etwas das ihm nicht gut tut.
        Ich will dir nicht zu Nahe treten aber ich glaube du musst noch lernen mit Kritik besser umzugehen bzw. die Kritik erstmal verstehen bevor du böse wirst.

      2. Laura sagt:

        Liebe Fluffy,

        für mich war die Formulierung keine Kritik, sondern eine Frechheit. Kritik äußert man anders, in einem anderen Ton. Wenn Du wirklich denkst, dass der letzte Satz in irgendeiner Weise etwas mit Kritik zu tun hat und nicht persönlicher Natur war, dann haben wir beide davon einfach ein anderes Verständnis.

        In keinem der Worte lese ich, dass wir als Eltern die Produkte nutzen sollten. Wenn die Kritikern das hätte ausdrücken wollen, hätte sie sich einfach schreiben können. Das ändert trotzdem nichts an dem Inhalt meines Beitrags – der Müll wird nicht weniger, nur weil wir als Eltern das Duschzeug und die Cremes benutzt hätten.

        Liebe Grüße

  4. Susanne sagt:

    Wahnsinn, ich erkenne mich absolut wieder! Ich habe allerdings die Proben (überwiegend Waschlotionen etc.) einfach auf WE-Ausflügen mitgenommen. Ganz früh kam ich auch durch eine Probe auf die Weleda-Produkte. Und Bübchen hatte Mama schon bei uns genommen – muss gut sein! Zack, fertig. Einzig die Drogeriemarkt-Anmeldung habe ich tatsächlich nicht bereut. Hier kommt wenig Post – (fast) alles funktioniert über Coupons per App am Smartphone, das ist manchmal ganz nett. Wir nutzen allerdings neben Lillydoo auch gerne Pampers. Unsere kleine Tochter ist nun knapp 4 Monate alt – und ich beginne mich (mühsam) überall abzumelden. Anmelden hat mehr Spaß gemacht! 😉

  5. Fabienne sagt:

    Absolut richtig!!
    Der Müll hört nie auf, ich bereue es auch noch heute das ich mich damals in der 1. Schwangerschaft für verschiedene Umsonst-Sachen angemeldet habe.
    Kaum einer benutzt diese unpraktischen Miniprodukte.

    1. Laura sagt:

      Hey Fabienne,

      genauso sieht es aus. Mein Sohn ist 2 1/2 Jahre alt und ich bekomme immer noch alle Coupons in 3facher Ausführung >.< Liebe Grüße Laura

  6. Andrea sagt:

    Hallo,
    Ja überall anmelden ist übertrieben. Ich habe mich damals bei zwei Drogerieketten angemeldet, die wir hier auch vor Ort haben. Wir nutzen Pampers oder die eigenmarken der drogeriemärkte. Da lohnt sich die Anmeldung! Ich glaube wir haben noch nie Windeln ohne irgendein Rabatt gekauft (6 Monate ist unsere Tochter inzwischen) selbst wenn man nicht Windeln oder Gläschen kauft, haben beide Ketten auch ganz oft andere Coupons (auch von Bio Produkte) dabei. Da es alles übers Handy läuft sehe ich die Umweltbelastung nicht so hoch (da finde ich die prospekteflut um einiges schlimmer) na klar, von der einen Kette gibt es auch eine Zeitschrift zwischendurch zugeschickt, aber die finde ich immer ganz nett zu lesen (wenn man die Produktwerbung ausblendet ;)) also für uns lohnt es sich, aber ich habe mich halt auch nur da angemeldet, wo ich eh Einkaufe.

  7. Franzine sagt:

    Hey,
    also meine Maus ist nun 8 Wochen alt und ich bereue es nicht mich bei gewissen Dingen angemeldet zu haben! Wir benutzen auch hauptsächlich Weleda Produkte, habne allerdings auch noch viele weitere Produkte zum probieren. Auf Weleda bin ich nur durch eine Probe gestoßen. Da sie ja doch relativ teuer ist hätte ich sie wohl ohne Probe nie in die engere Wahl genommen!
    Die Coupons habe ich sowohl auf dem Papier, als auch auf einer App. Die App nutze ich selbst dauerhaft und die Coupons verschenke ich weiter oder gebe sie beispielsweise meiner Mutter oder Schwiegermutter.
    Proben die man wirklich nicht benötigt, kann man verschenken z.B. an Tafeln, Kitas, andere Mütter/Familien usw.
    Ich finde es nicht angemessen sofort jeder (werdenden) Mutter davon abzuraten!! Jeder Mensch hat andere Umstände, Bedürfnisse, Ansichtsweisen. Wenn du für dich sagst „es war ein Fehler, weil…“ ist das in Ordnung.

    1. Hatice sagt:

      Genau so sehe ich es auch. Hast sehr gut formuliert.

      1. Laura sagt:

        Dankeschön 🙂

          

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